
Mit großen Erwartungen bin ich in meinen ersten Roman von Ellen Sandberg gestartet – und habe mich Seite für Seite durch eine Geschichte gearbeitet, die mich leider nie ganz erreichen konnte. Der Einstieg gestaltet sich sehr schleppend und es fiel mir schwer, wirklich in die Handlung hineinzufinden. Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, mich eher durch die Seiten zu kämpfen, als von der Geschichte getragen zu werden. Dabei ist die Thematik wirklich stark gewählt: Die Verknüpfung mit dem Zweiten Weltkrieg ist intensiv, stellenweise erschütternd und zeigt eine Brutalität, die unter die Haut gehen kann. Auch die Umsetzung ist grundsätzlich gelungen – und doch blieb bei mir eine entscheidende Distanz. Emotional hat mich das Buch leider nicht abgeholt. Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven – Helga, Luise und Ulla – was grundsätzlich viel Potenzial bietet. Doch genau hier liegt für mich auch ein Problem: Vieles bleibt zu oberflächlich, wird eher angerissen als wirklich vertieft. Manche Entwicklungen wirkten zudem phasenweise etwas klischeehaft, insbesondere in der Darstellung familiärer Dynamiken. Erst gegen Ende nimmt die Geschichte spürbar an Fahrt auf. Plötzlich wird es spannend, Zusammenhänge werden klarer und man merkt, welches Potenzial eigentlich in der Geschichte steckt. Das Finale hat durchaus Wucht und überrascht – ein echter „Hammer“. Und trotzdem: Zufrieden hat es mich nicht zurückgelassen. Der Weg dorthin war mir schlicht zu lang und zu wenig fesselnd. Am Ende bleibt für mich ein zwiegespaltenes Gefühl: Ein Buch mit einer starken Grundidee und wichtigen Themen, das mich jedoch emotional nicht erreichen konnte und zu oft an der Oberfläche blieb. Bewertung: (gut gemeinte) 3 von 5 Sternen ⭐⭐⭐

































