Tesson wie er leibt und lebt
Dieses Buch ist das Tagebuch, das Tesson von Februar bis Juli geschrieben hat, als er für sechs Monate in eine Holzhütte in einem Naturreservat am Baikalsee zog, um ein Einsiedlerleben zu erfahren. In seiner gewohnt mal brachialen, dann wieder poetischen Sprache teilt er dabei seine Beaobachtungen der Welt und seines Inneren während dieser Monate. Dabei zitiert er viel aus seinen Büchern, die er mitgenommen hat, Formuliert aber auch selbst zwischendurch zitatwürdige Sätze. Bspw. auf S.54 :"Die Zeit hat über die Haut die gleiche Macht wie das Wasser über die Erde. Sie gräbt Furchen, indem sie verrinnt." Auch wenn ich die Kritik, dass zu viel Alkohol vorkomme stellenweise Teile, so ist es aber halt ein Tagebuch, also gehört das auch dazu, wenn er diesem fröhnte. Die Kritik, dass er v.a. schöne Sätze aufgrund von Zitaten aufweise, und dass er nur Nudeln und Tabasco, und vielleicht zwischendurch einen Fisch gegessen habe, kann ich nun wirklich nicht teilen. Da scheinen mir gewisse nur 70 Seiten gelesen zu haben. Auch wenn man sich ein Einsiedlerleben vielleicht romantisch idyllisch vorstellt, so ist es wohl eine sehr realistische Weise, wie das heute überhaupt möglich wäre. Empfehlung für alle, die Abenteuergeschichten und phliosophische Gedankengänge mögen.





