Die Geister die ich rief (mit einem Spoiler zum Ende der Serie)
Mir hat das Buch ansich sehr gut gefallen. Die kleinen Schritte in toxischen Beziehungen sind gut beschrieben und ich mochte die Geisterwelt. Einziges Manko war das Ende. Ein bisschen anticlimax. Ich habe die Serie gesehen und da war es befriedigender, weil Matty da seine Strafe bekommen hat.
Spoiler: Er landet in der Klapse nachdem Lisa kurz für ihn sichtbar wurde.
Was passiert in Petersborough auf Gleis sieben? Warum bringen sich Leute dort regelmäßig um? Tja, die Frage fand ich mega spannend. Und glaubt mir, ich hatte zahlreiche Ideen. Ein verlorenes Spiel oder eine Erpressung, wo jemand sagt, dass man sich dort umbringen muss, weil sonst was schlimmes passiert. Oder ein ein Todes-Forum, wo man sich abspricht. Nur zwei meiner Ideen, die ich bei dem Klappentext hatte.
Leider ist es bei dem Kopfkino meinerseits geblieben, denn das Buch konnte mich am Bahnhof nicht abholen.
Erzählt wird die Geschichte aus einer Ich Perspektive, die alles ahnt, vieles auf den Punkt bringt, da sie ein guter Beobachter ist, aber nicht mitten drin steckt. Na, ahnt ihr es an dieser Stelle? Genau, ich begleite keinen Menschen, sondern einen Geist ohne Spukabsichten. Spätestens als mir das nach gut 30 Seiten klar wurde, war ich irgendwie schon raus. An dieser Stelle sei gesagt, geht es euch ähnlich, quält euch nicht weiter. Es lohnt sich nämlich nicht. Ich habe mich gequält und bin nie wirklich in die Geschichte gekommen. Eben, weil ein Geist keine Hauptfigur ist. Ja, es wird ermittelt, die Fronde und die Geschichte dahinter ist nett und nicht verkehrt, aber die Spannung kommt bei mir nicht an, da ich nie mittendrin bin, sondern sie eben nicht wirklich fühlen kann.
Mag sein, dass andere genau darin die Spannung und das Highlight sehen, ich hätte lieber eine Bahnbeamtin gehabt, die einfach zu spät kam und sich aktiv beteiligt. Keine Ahnung, wahrscheinlich hätte mir alles andere besser gefallen.
"Nachts um vier, an einem eisigen Novembermorgen, ist der Bahnhof von Peterborough menschenleer. Während alle schlafen, steht ein Mann verzweifelt an Gleis 7. Sein Vorhaben ist eindeutig – in wenigen Minuten rast hier ein Güterzug vorbei. Was der Mann nicht weiß: Er ist nicht allein. Lisa Evans beobachtet ihn, doch sie kann ihn nicht mehr von seiner Entscheidung abbringen. Der Vorfall bringt nicht nur Lisa, sondern auch den Polizisten Lockhart dazu, sich näher mit den Geschehnissen auf diesem Gleis zu beschäftigen. Denn kann es purer Zufall sein, dass mehrere Menschen innerhalb von nur 18 Monaten genau an der gleichen Stelle sterben? Die Suche nach der Wahrheit wird zu einem nervenaufreibenden Puzzlespiel …
Vielschichtig, atemberaubend spannend, psychologisch durchdacht. "
Zuallerst ist ganz klar zu sagen, dass dies kein Thriller ist, auch wenn der Klappentext etwas anderes suggeriert, aber dies ist nur die Ausgangssituation der Geschichte. Es ist ein Roman der die Konsequenz einer toxischen Beziehung tiefgründig beschreibt und tiefe Einblicke solcher einer Beziehung liefert.
Langsam baut sich die Geschichte auf und man gerät immer mehr in die Tiefe des Strudels der Angst, der Verzweiflung und des Missbrauchs.
Der Einstieg war etwas beschwerlich, aber ich bin froh gewesen, dass ich dran geblieben bin, denn die Geschichte hat mich überzeugen können, da die Autorin überzeugend und reflektierend die zwischenmenschlichen Beziehungen auf den Punkt bringt.
Für mich persönlich ist eine spannende, eindrucksvolle, beängstigende, jedoch auch ruhige Geschichte.
🅁🄴🅉🄴🄽🅂🄸🄾🄽 🚆
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Was die Nacht verschweigt
von Louise Doughty
Vielen Dank ans @bloggerportal & den @penguin_verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares!
*Triggerwarnung: Suizid*
Mein Leseeindruck:
Es hörte sich echt spannend an:
Lisa Evans kann nicht mehr einschreiten. In einer kalten Novembernacht an einem verlassenen Bahnsteig sieht sie dabei zu, wie ein Mann vor einen durchfahrenden Güterzug springt. Sie konnte nicht helfen.
Vor 18 Monaten nahm sich genau an diesem Bahnsteig schonmal ein Mensch das Leben, war das Zufall?
Polizist Lockhart und Lisa begeben sich auf die Suche nach des Rätsels Lösung.
Den Klappentext fand ich ziemlich irreführend, wenn man den Rest der Geschichte betrachtet. Das wurde mir nach dem fesselnden Anfang recht schnell klar, aber trotzdem wollte ich der Story die Chance geben. Ich weiß jetzt aber auch, warum das Buch um die 500 Seiten hat, was es nicht gebraucht hätte. Sehr sehr detailreich wurden viele Szenen beschrieben, eigentlich kein Problem, ich mag das sogar ganz gerne. Aber: Muss wirklich so genau beschrieben werden, an welchen Gleisen die verschiedenen Züge zu verschiedenen Uhrzeiten fuhren? Muss man jede Nahrung im Mund haargenau geschmacklich nachempfinden können?
Diese detailverliebten Beschreibungen kommen im Buch immer wieder vor und waren mir in der Summe einfach zu viel.
Der junge Polizist Lockhart übernahm eine kleinere Rolle als gedacht. Er tätigte ein paar Recherchen, war aber doch mehr eine Randfigur. Genauso wie manche andere Nebenprotagonisten, die für meinen Geschmack etwas zu viel Aufmerksamkeit erhalten haben und letztlich fraglich war, was deren Sinn in dieser Geschichte gewesen ist.
Definitiv habe ich eine andere Geschichte erwartet, als ich letztlich zu lesen bekam. Hier möchte ich nicht spoilern, daher nur die Erwähnung, dass es hauptsächlich um eine toxische Beziehung geht. Die Geschichte wird sehr behutsam aufgebaut.
An sich ein relativ solider Roman, der mich mit seiner überraschenden Geschichte überzeugen konnte doch weiterzulesen.
Für meinen Geschmack verliert es sich allerdings zu oft in Nebensächlichkeiten, welche zu einigen Längen führten.
Kann man lesen, wenn man sich auf eine ruhige Geschichte einstellt, die sich auch mal ein wenig verliert, muss man aber nicht.
Am Bahnhof von Peterborough gibt es zwei Todesfälle. Zufall? Oder steckt mehr dahinter?
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Das klang für mich nach einem psychologischen und spannenden Roman, der evtl. Richtung Krimi geht. Das Buch entwickelt sich aber irgendwie unerwartet. Es wird mystisch. Das war nicht schlecht. Aber auch nicht so richtig meins.
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Protagonistin Lisa ist ein Geist und erzählt rückwirkend aus ihrem Leben. Eine interessante Perspektive, die mich zeitweise auch fesseln konnte - aber leider nicht durchgängig. Dabei erzählt und beschreibt Louise Doughty wirklich toll. Manchmal war es mir aber zu ausschweifend und detailreich. Für meinen Geschmack hätte doch einiges straffer dargestellt werden können.
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Fazit: Ich mag die Idee, die dem Buch zugrunde liegt. Sehr sogar. Trotzdem konnte ich mit der Umsetzung teilweise nicht so viel anfangen. Meine komplett falsche Erwartung an die Handlung hat mir beim Lesen definitiv im Weg gestanden. Irgendwie konnte ich mich nicht richtig auf die "andere" Art der Geschichte einlassen.
Die kritischen Wochen gehen weiter ☝🏻
Hier auch wieder son' Ding - "Was die Nacht verschweigt" von Louise Doughty.
Danke an das @bloggerportal ✌
Der Klappentext (⬇️ findet ihr in den Kommentaren) klang sehr unterhaltsam, doch was wir hier bekommen, ist leider weit davon weg, wirklich gut zu sein.
▪️Achtung Spoiler▪️
Also, leider bekommen wir hier ganz was anderes, als der Klappentext vermuten lässt. Ich dachte, es ginge hier hauptsächlich um zwei Selbstmorde, welche auf dem Gleis 7 des Bahnhofs von Peterborough stattfanden und deren Verbindung zueinander. Joa. Falsch gedacht. Beide Morde haben nichts miteinander am Hut. Rein gar nichts. Null.
Unsere Hauptprotagonistin Lisa, welche eines der beiden Opfer ist, chillt irgendwo in einer Art Zwischenwelt und wir als Leser, beobachten ihren mäßig spannenden Tagesablauf. Sie flaniert gemütlich umher, trifft ab und zu mal ein paar gleichgesinnte Geisterhomies und das war's auch schon. Zu erzählen haben sich alle nicht all zu viel. Tja, trister Geisteralltag, wer kennt's nicht. Gerade hier hätte ich mir viel mehr Tiefgang gewünscht, denn das hätte dem Buch noch Mal etwas Spannung verliehen.
Uns werden allerlei Handlungsstränge präsentiert, welche so lahm sind, dass Staubsaugen dagegen eine Actionverfilmung verdient hätte. Auch erschließt sich mir der Sinn ebendieser Nebenhandlungen nicht? Mh.
Weiterhin ist auch der Schreibstil sehr ausschweifend. Doughty schreibt und schreibt und schreibt und insgeheim sehnt man sich nach dem Punkt am Ende des Satzes. Sehr ermüdend. Was anfangs auch noch atmosphärisch wirkte, wurde dann aber leider ganz schnell zu einem sehr deprimierenden Leseergebnis, das ungefähr so viel Spaß macht, wie die Musik von James Blunt auf einem Technofestival.
Der Mittelteil zeigt uns dann die toxische Beziehung von Lisa zu Matty, einem übrigens
wirklich widerlich und ekelig anmutenden, soziopathischen Untermenschen auf... Dieser Teil ist ein wahrer Dopaminkiller. 😵
Auch die Auflösung des Ganzen... Ähm? Nein. Einfach nur Nein. 👎🏻
Ich bin recht enttäuscht von diesem Buch und weiß auch nicht so genau, was die Kernaussage sein soll. Toxische Beziehungen? Bahnhöfe sind kacke? Keine Ahnung...