
Ein junger Massai (der aus Schweden stammt) reist nach Schweden, weil er dort noch eine offene Rechnung hat. Was als persönliche Mission beginnt, entwickelt sich zu einer turbulenten Geschichte voller Zufälle, schräger Begegnungen und gesellschaftlicher Spitzen. Jonas Jonasson bleibt sich treu und liefert einen unterhaltsamen Roman mit viel Humor, auch wenn er nicht ganz an seine stärksten Werke heranreicht.
Jonas Jonasson ist bekannt für Romane wie „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Auch hier setzt er wieder auf seinen typischen Stil: klare Sprache, kurze Kapitel, schnelle Szenenwechsel. Die Geschichte lässt sich angenehm lesen und entfaltet sich in einem guten Rhythmus. Man merkt, dass Jonasson sein Handwerk versteht. Die Kapitel bauen logisch aufeinander auf, die Handlung bleibt stets nachvollziehbar. Im Mittelpunkt steht ein junger Massai, der aus Kenia (zurück) nach Schweden reist. Seine Motivation ist konkret, doch die Reise verläuft anders als geplant. Jonasson kombiniert kulturelle Gegensätze mit satirischen Seitenhieben auf Politik, Wirtschaft und Moral. Das gelingt ihm oft mit trockenem Witz und einem Humor, der manchmal überraschend absurd wird. Genau das ist seine Stärke. Besonders gelungen sind die Nebenfiguren. Sie wirken nicht wie bloße Staffage, sondern erhalten eigene Hintergründe und Motive. Das verleiht dem Roman Glaubwürdigkeit, auch wenn die Handlung an manchen Stellen bewusst überzeichnet ist. Jonasson balanciert hier zwischen Realität und Groteske, ohne dass es völlig ins Unglaubwürdige kippt. Trotzdem muss ich sagen: Dieser Roman ist in meinen Augen etwas einfacher konstruiert als einige seiner früheren Bücher. Die ganz großen Überraschungen bleiben aus. Manche Wendungen sind früher absehbar als gewohnt. Der Plot wirkt stellenweise geradliniger, weniger verschachtelt als man es von ihm kennt. Wer Jonassons frühere Romane liebt, wird das vielleicht bemerken. Das ändert jedoch nichts daran, dass „Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte“ sehr solide Unterhaltung bietet. Jonasson hat ein Gespür für aktuelle Themen und verpackt sie in eine zugängliche, humorvolle Geschichte. Er bleibt ein Meister darin, ernste Fragen mit Leichtigkeit zu erzählen. Unterm Strich vergebe ich 4 von 5 Sternen. Nicht sein stärkstes Werk, aber ein Roman, der Spaß macht und zeigt, warum Jonas Jonasson zu den erfolgreichsten humoristischen Erzählern unserer Zeit gehört.












