Mehr Thema als Thriller
Ich muss sagen: Dieses Buch hat mich überrascht – allerdings anders als gedacht. Nach der Inhaltsbeschreibung hatte ich eine völlig andere Erwartung an die Geschichte. Tatsächlich war es das erste Buch seit Ewigkeiten, wenn nicht sogar das einzige, bei dem meine Vorstellung vom Plot so stark vom tatsächlichen Inhalt abgewichen ist. Thematisch bewegt sich der Roman in einem sensiblen Feld: Terrorismus, Rechtsextremismus, Verfolgung, Flucht und Bomben. Allerdings werden diese Aspekte meiner Meinung nach nicht wirklich tiefgehend aufgearbeitet. Gerade bei solchen schweren Themen hätte ich mir entweder mehr inhaltliche Auseinandersetzung oder zumindest eine klare Einordnung gewünscht. Beschreibungen haben sich in sie Länge gezogen. Auch eine Triggerwarnung zu Beginn fände ich durchaus angebracht, da die behandelten Inhalte für manche Leser*innen belastend sein könnten. Die Charaktere blieben für mich leider eher oberflächlich. Ich konnte keine wirkliche emotionale Bindung aufbauen, was es schwer gemacht hat, richtig mitzufiebern. Dafür, dass es sich um einen Thriller handelt, fehlte mir außerdem ein überzeugender Plottwist oder ein Moment, der mich wirklich überrascht oder sprachlos gemacht hätte. Ich habe bisher noch kein anderes Buch von Benedikt Gollhardt gelesen, war aber neugierig, weil er als Drehbuchautor bekannter Serien arbeitet. Die Idee hinter der Geschichte fand ich grundsätzlich spannend, und es gab durchaus Passagen, die interessant waren. Dennoch hat sich das Buch stellenweise ziemlich gezogen. Insgesamt war es für mich kein „Banger“ und ich würde es nicht unbedingt weiterempfehlen.












