Schreibstil sehr gut, Thema ok, bin wohl kein Agentenbuchleser
Eigentlich ist das Buch wirklich gut, aber irgendwie war es für mich wohl nicht der richtige Zeitpunkt für das Buch. Ich kann es schlecht erklären, warum ich nicht mehr weiterlesen werde. Vielleicht werde ich es später nochmal versuchen , bin ja bei 40 Prozent.
Merry, Meredith, hat einen guten Blick und Gespür für Details und genau das macht sie in ihrem Job so gut. Dennoch nicht gut genug, um Boris, den meist bekanntesten und gefürchtesten Auftragsmörder zu fassen. Ob es ihr nun diesmal gelingt? Das Buch ist in unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, was ich sehr mag. Was mich aber zunächst etwas irritiert hat ist, dass die Kapitel aus Merrys Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben sind und alle weiteren Kapitel aber in der Erzähler-Perspektive. Man gewöhnt sich daran, ungewöhnlich ist es dennoch. Man erfährt viele Details aus dem Leben der Hauptprotagonisten und dennoch konnten sie mich nicht ganz catchen. Einerseits fand ich sehr gut, dass das Buch recht detailverliebt geschrieben wurde, andererseits hat es sich somit oft gezogen und es entstand kein angenehmer Lesefluss. Erst relativ zum Schluss kam eins zum anderen und es wurde spannend. Das Ende fand ich gut, es lässt manches offen und ist doch gut gelungen.
Empfehlen kann ich das Buch jedem, der es sehr detailverliebt mag, der keine Probleme mit vielen wechselnden Perspektiven hat und einen Einblick in den BND interessant findet.
Gute, wenn auch sehr wilde Idee, schwierige Umsetzung und letztendlich aus unterschiedlichsten Gründen für mich ein Flop.
Merry arbeitet für den BND und jagt als Analystin seit Jahren den gefährlichen Terroristen Lupus.
Dieser plant gemeinsam mit seinem Bruder aus Russland und Terroristen aus Israel, die sich für die Gräueltaten an den Juden am Westen rächen wollen, sowie Muslimen, die das Aufleuchten des neuen geeinten Islams aufzeigen wollen, den schlimmsten Terrorakt, den die Welt je gesehen hat.
Während weltweite Sicherheitsdienste von einem Anschlag zum Weltwirtschaftsforum in Davos ausgehen und entsprechende Vorkehrungen treffen als durch das Darknet, Recherche und Zufall abzusehen scheint wie ein möglicher Anschlag aussehen könnte, ist es allein Merry, die jedoch den tatsächlichen Ort des Terrors zu wissen glaubt.
Wo dieser tatsächlich stattfinden soll, erfährt der Leser bereits im Prolog.
Ich bin mir sicher, dass dieser Thriller Fans finden wird, meinen persönlichen Geschmack hat er nicht getroffen.
Bereits der Einstieg war mit vier unterschiedlichen Erzählsträngen zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Ländern anspruchsvoll. Vom Stil her gefiel mir zusätzlich nicht, dass drei der vier Erzählungen aus Sicht eines Beobachters- und eine Erzählung in der Ich-Form erzählt wurden. Gespickt mit immer wiederkehrender Kritik an der Weltpolitik enthielt die Story zu viele, ebenfalls immer wieder erwähnte Infos zu Glaubensrichtungen und Religionen, insbesondere historisch bedingt.
Neben der teilweise langatmigen -und unnötig kompliziert geschrieben Story hatte ich zusätzlich mit der Hauptprotagonistin Merry so meine Probleme, die keine Gelegenheit ausließ zu zeigen, wie eingebildet und von sich überzeugt sie war.
Im Klappentext ist die kurze Anmerkung enthalten, dass der Autor Stephan R. Meier ein Geheimdienstkenner sei und die Leser in die Abgründe einer globalisierten Welt mitnimmt. Von wem diese Aussage kommt, ist nicht bekannt. Ebenso fehlen Danksagungen oder Anmerkungen des Autors. Woher der Autor, der vor der „Autoren-Karriere“ weltweit in diversen Hotels arbeitete, sein Wissen hat, ist selbst nach Internetrecherche für mich nicht zu finden und so bleibt natürlich auch die Frage offen welchen Wahrheitsgehalt die dann doch spannenden „Informationen“ haben.