Absolut lesenswert - aber nichts für schwache Nerven
Ellen Sandberg ist für mich mittlerweile eine Autorin, deren Bücher ich blind kaufe. Dieses hat mich wieder komplett abgeholt, zu Tränen gerührt und mich fassungslos zurückgelassen.
Sehr gut recherchiert und absolut authentisch. Die Thematik mit Kinderheimen und Misshandlung wurde sehr gut und schonungslos aufgearbeitet.
Der Schreibstil ist wie immer sehr flüssig und angenehm zu lesen, und bleibt bis zum Ende spannend, auch wenn man einiges erahnen kann.
Einziger Wermutstropfen ist die dritte Schwester, die mir einfach nur wahnsinnig auf die Nerven ging, sonst wäre es mal wieder ein Jahreshighlight. Die restlichen Charaktere sind mehr oder weniger glaubwürdig umgesetzt und bilden einen guten Rahmen.
Ein Muss für jeden, der Geschichtsfan ist und Nachkriegsliteratur liebt und nicht vor sehr dunklen Kapiteln zurückschreckt.
Mich hat es mehr als erschüttert. Selten, dass ich so emotional beim Lesen werden. Das Buch wird mir noch lange durch den Kopf gehen.
Uff, dieses Buch hat mich emotional wirklich mitgenommen. Ich hatte einen Thriller erwartet, stattdessen ist es ein Familiendrama über mehrere Generationen hinweg.
Der letzte Wunsch ihres Vaters stellt Imke zunächst vor ein scheinbar umlösbares Rätsel. Sie soll jemanden ausfindig machen, von dem sie nicht mehr weiß als den Vornamen. Ihre ohnehin sehr verschlossene Mutter mauert, obwohl sie die Einzige ist, die Imke Hinweise liefern könnte. Doch Imke ist ein Papakind und setzt alles daran, die letzte Bitte ihres Vaters zu erfüllen. Derweil droht ihre Herkunftsfamilie ohne ihren Vater als Bindeglied zu zerbrechen, die drei Schwestern geraten aneinander und die Beziehung zu Mutter Karin war ohnehin nie gut.
Nach und nach enthüllt sich, wie es so weit kommen konnte und wer Peter ist. Karins Geschichte von ihrer Jugend an wird durch Rückblicke und Imkes Nachforschungen Stück für Stück zusammengesetzt. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und einen (für mich) gänzlich neuen Einblick in die Nachkriegsjahre liefert.
Dieses Buch zeigt, zu welcher Grausamkeit Menschen (im Namen Gottes) fähig sind, wie Menschen gebrochen werden können und welche weitreichenden Konsequenzen solche Torturen selbst noch für die nachfolgenden Generationen haben. Obwohl es ein fiktiver Roman ist, habe ich das Gefühl, eine sehr authentische Darstellung der damaligen Zeit gelesen zu haben, ebenso wie die der psychischen Folgen.
Es gibt immer mal wieder kleine Lichtblicke (Madame Katze 🐈🥰), einige humorvolle Situationen oder einfach alltägliche Szenen, sodass die Schwere der Thematik immer mal wieder angehoben wird. Dennoch würde ich das Buch nur empfehlen, wenn man sich dafür gewappnet fühlt. 🤍
Ich werde noch lange daran denken und muss jetzt erstmal den Kloß im Hals loswerden, den das Ende hinterlassen hat. 😅
Ein bewegender und erschütternder Generationenroman über die Heimkinder der Nachkriegszeit.
Ellen Sandberg erzählt schonungslos, tragisch und eindringlich, welche Folgen es haben kann, wenn Menschen nicht in die gesellschaftlich erwartete Norm passen.
Besonders berührend ist Karins Geschichte: Als Jugendliche liebt sie Mode, Musik, Blue Jeans und Rock’n’Roll – doch genau dieses „unangepasste“ Verhalten führt dazu, dass sie und ihr sensibler Bruder Pelle ihrer alleinerziehenden Mutter grundlos genommen und in ein katholisches Kinderheim gebracht werden. Was die Kinder dort erleben, ist kaum auszuhalten.
Die Autorin verwebt Vergangenheit und Gegenwart sehr gelungen und führt die verschiedenen Schicksale spannend zusammen, sodass am Ende fast alle Fragen beantwortet werden.
Ein kleiner Kritikpunkt: Ich hätte mir für das Ende einen etwas runderen Abschluss gewünscht.
Fazit: Ein aufwühlender, intensiver und absolut lesenswerter Roman, der lange nachhallt.
Wirklich unfassbar was in deutschen Kinderheimen in der Nachkriegszeit passiert ist und wie wenig man als Frau wert war!
Harte Kost,aber absolut lesenswert!
Die Geschichte beginnt ruhig und wird dann immer spannender. Schrecklich was den Kindern damals in Heimen angetan wurde. Aus Angst spricht niemand darüber. Und dieses Gefühl der Kälte springt unwissentlich von der einen Generation in die nächste.
Das Thema was die Autorin hier aufgegriffen hat und wirklich ausführlich beschreibt geht unter die Haut.
Einsatz bringt am Ende einen familienverband ins Wanken.
Ich bin auf dieses Buch über einen Beitrag bzw. eine Rezension bei Redo aufmerksam geworden – und schon der Titel hat mich irgendwie neugierig gemacht. 😌 Die Rezension klang so fesselnd, dass ich gar nicht anders konnte, als mir das Buch selbst zu Gemüte zu führen. Und ich kann mit voller Überzeugung sagen: Ich habe es nicht bereut. ❤️
Ellen Sandberg hat hier ein Werk geschaffen, das einen noch lange begleitet – ein Buch, das man nicht einfach zuschlägt und vergisst. Es behandelt ein Thema, das mich in diesem Jahr schon einmal tief bewegt hat: das Schicksal von Kindern in Heimen. Ein Thema, das weh tut, das wütend macht, das einen aber auch nachdenklich und traurig zurücklässt. 💔
In der Geschichte stirbt der Vater einer Familie – und hinterlässt nur einen rätselhaften Satz. 🕯️ Seine mittlere Tochter beginnt daraufhin, Nachforschungen anzustellen. Schon bald spürt man, dass in dieser Familie vieles unausgesprochen geblieben ist. Die Mutter verhält sich seit jeher merkwürdig, distanziert, unfähig, Liebe zu zeigen – und das hat Gründe, die tief in ihrer Vergangenheit wurzeln.
Ellen Sandberg erzählt diese Geschichte so feinfühlig und zugleich so erschütternd, dass man beim Lesen kaum durchatmen kann. 😢 Sie zeigt, wie ein Familienverband ins Wanken geraten kann, wenn ein zentrales Mitglied fehlt – und wie schwer es ist, mit alten Wunden zu leben, über die jahrzehntelang geschwiegen wurde.
Ich habe beim Lesen oft innegehalten, musste das Buch kurz beiseitelegen, um meine Gedanken zu sortieren. Es ist kein leichter Stoff – aber einer, der aufrüttelt, berührt und bewegt. 🙏
Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen, der sich mit dem Thema Kinderheime auseinandersetzen möchte oder Geschichten liebt, die tief unter die Haut gehen. 💫
Ein Buch, das bleibt. Ein Buch, das nachhallt.
⭐⭐⭐⭐⭐ von 5 Sternen 🌟
„Die Schweigende“ von Ellen Sandberg ist genauso mitreißend geschrieben wie die vorherigen Bücher der Autorin, die ich gelesen habe. Bei diesem Buch war ich wieder überrascht, wie schnell man durch die Seiten fliegt, weil die Geschichte so fesselnd ist, dass man wissen möchte, wie sie endet und damit auch, wie sich das Rätsel am Ende auflöst. Diese Geschwindigkeit erreicht die Autorin aus meiner Sicht vor allem durch den Aufbau der Geschichte: Denn die Geschichte spielt abwechselnd im Jahr 2019 in München und in den Jahren 1956 und fortfolgende. So wechseln die verschiedenen Handlungsstränge immer wieder ab und das Ende der einzelnen Kapitel ist so geschickt gewählt, dass man schon automatisch weiterlesen möchte. Im Vergleich zu den anderen Büchern von Ellen Sandberg fand ich bei diesem Band, dass an der einen oder anderen Stelle zu viel Nebenhandlungen aufgemacht wurden. Den Streit zwischen den Geschwistern Anne und Geli hätte es aus meiner Sicht nicht gebraucht. Da es nur ein kleiner Nebenstrang ist, hat es aber keinen großen Einfluss auf die gesamte Geschichte.
Das Besondere an den Büchern von Ellen Sandberg ist, dass die Handlung meistens auch mit Geschehnissen aus der (deutschen) Geschichte zu tun hat. An dieser Stelle auch eine Trigger-Warnung (und evtl. auch ein kleiner Spoiler), aber bei „Die Schweigende“ geht es auch um die Missstände in katholischen Heimen, die in den 1950er und 1960er Jahren geherrscht haben. Daher wird auch von Misshandlungen an Kindern, die dort betreut wurden, erzählt. Diese Handlungen zu lesen wühlt auf und lässt einen auch schockiert zurück. Evtl. ist dies auch dem einen oder anderen Leser bzw. der einen oder anderen Leserin zu viel. Es gehört aber zu dieser Geschichte dazu und ist von der Autorin auch so eingebaut, dass es zwar aufwühlt, man es aber auch aushalten kann – auch wenn es einen fassungslos zurücklässt.
Alles in allem ist „Die Schweigende“ wieder ein toller Roman mit einem spannenden Rätsel in der Handlung. Beim Lesen fliegt man durch die 544 Seiten, und wenn man das Buch nach dem Lesen zuschlägt, ist es schade, dass die Geschichte schon fertig erzählt ist und man nicht noch mehr Zeit mit Familie Remy verbringen darf.
Mich hat das Buch und das Thema bzw. die Geschichte sehr gefesselt. 😊
Es ist gut geschrieben, wenn auch nicht einfach. Es handelt sich hier um eine komplexe Geschichte die im Jetzt spielt und immer wieder Rückblicke, in die schreckliche Zeit im Nonnenheim erzählt.
Der Switch, zwischen den Jahren, aus der Perspektive der Charaktere, ist gut erzählt.
Es ist erschreckend, wie noch in den 50er Jahren, die Kinder misshandelt und gequält wurden 🥺
Sehr lesenswert 🤗
fesselnd, traurig, ich fieberte mit und habe stellenweise auch ein paar Tränchen gelassen.
Basiert auf wahren Begebenheiten und diese unmenschlichen Begebenheiten beeinflussen oft die nächste und übernächste Generation der damals Geschädigten gleich mit.
Die Kirche und ihre Lakaien und Knechte haben sich auf Kosten der Kinder bereichert… unfassbar!
Wow
Wie grausam und emotional kann ein Buch sein.
Frau Sandberg weiß wie man Emotionen hervorruft.
Ein Familiendrama auf 2 Zeitebenen.
Ein wichtiges Thema aus der Nachkriegszeit, traurig mit sehr viel Wahrheit.
Oft blieb mir der Mund offen stehen.
Empfehlung
Geschichten und entsprechend Bücher sind manchmal Sport, um den Geist geschmeidig zu halten, manchmal Eskapismus, um sich mit anderen Leben zu beschäftigen und seines kurz ruhen zu lassen, manchmal Unterhaltung und Spaß. Immer Schallverstärker. Und dieses Buch war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Trotz des fürchterlichen Themas, das seiner Realität wegen, noch viel furchterregender ist, ist es noch viel mehr.
Transgenerationale Traumata, Kontrolle, die Erkenntnis, dass es immer mehr als eine Wahrheit gibt und Menschen und Handlungen sich nicht in schwarz und weiß ordnen lassen, sondern dunkelbunt sind. Das weiß man vielleicht alles schon, aber je mehr individuelle Geschichten man hört, desto besser kann man es glauben. Das Buch ist fantastisch geschrieben, spannend und traurig, aber es findet aus sich hinaus und wenn man möchte, hilft es einem, einen liebevollen differenzierten Blick auf die eigene Umgebung zu finden. Schwierig fanden ich lediglich, zu begreifen, dass Dinge wirklich so einfach waren, wie dargestellt. Damals jedenfalls aber ich bin mir sicher, dass es genug gibt, auf das es heute noch zutrifft. Was also ausbleibt, ist das Begreifen. Und auch ein bisschen das Aufatmen.
Dieses Buch werde ich so schnell nicht vergessen. Es gab Zeilen, da hatte ich Angst weiterzulesen.
Mein erstes Buch von Ellen Sandberg und definitiv nicht das letzte !
Es war mein erstes Buch der Autorin aber definitiv nicht das letzte. Auch wenn die Geschichte nur Fiktion ist denke ich dass vieles damals wirklich so oder so ähnlich passiert sein könnte. Die Autorin nimmt ins in dem Buch auf einen Reise ins Nachkriegsdeutschland... eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern. Karin will dazugehören und entzieht sich dem System... es ist erschreckend was dann passiert und wie übergriffig gehandelt wurde. Die Kinder landen im Kinderheim und was dort passiert ist unfassbar.... Aber lest selbst...
Hoch emotional ... Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.
Klare Leseempfehlung 📚💞
Super tolles Buch
Auch wenn ich mir einen schöneren Ausgang gewünscht habe
Ich hoffe, dass nicht ansatzweise das wirklich in Heimen passiert ist wie es beschrieben wird... es wäre unverzeihlich
Frau Sandberg kann´s einfach. In „die Schweigende“ wird ein Thema deutscher Nachkriegsgeschichte aufgegriffen, das ich bis dato nicht auf dem Schirm hatte. Dabei wird in den Zeitebenen hin- und hergewechselt, sodass sich nach und nach das ganze Grauen entfaltet. Zudem ist man absolut fassungslos, dass so etwas wirklich geschehen war und die Verantwortlichen zum großen Teil nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Gleichzeitig wird aber auch aufgezeigt, wie Traumata auch über Generationen hinweg vererbt werden und wie eine gute Aufarbeitung gelingen kann. Das Ende ist ein bisschen versöhnlich und tröstlich und gleichzeitig bleiben ein, zwei Sachen offen. Eine Familie bricht auseinander und hat Mühe wieder zueinander zu finden, was vor allem an den unterschiedlichen Charakteren liegt. Nicht davon ist geschönt oder klischeehaft dargestellt, letztendlich haben alle drei Schwester und vor allem die Mutter ihre Ecken und Kanten. Ganz wichtig ist, nicht das Nachwort der Autorin zuerst zu lesen. Sie schreibt darin selbst, dass man es nicht tun sollte, wenn man sich nicht selbst spoilern mag, weil sie erklärt, wie sie auf das Thema gekommen ist und wie die Recherchen abgelaufen sind. Eine absolute Leseempfehlung, ich hoffe, sie schreibt weiterhin viele solcher Bücher.
Grundsätzlich mochte ich die Geschichte von Karin und Imke, Mutter und Tochter mit zwei Zeitebenen. Auch die Erfahrung aus Karins Jugend erklärt vieles, wobei sie gleichzeitig erschreckend ist.
Die Dynamik mit Geli und Anne, dem ständigen toxischen Geschwister- bzw Familienstreit lässt die eigentliche Geschichte in den Hintergrund treten, ohne nötig zu sein.
Was für eine krasse Geschichte, und was für eine schlimme Zeit damals! Auch wenn es nur Fiktion ist, ist wahrscheinlich doch auch vieles so passiert…
Ich konnte auf jeden Fall nicht aufhören zuzuhören! Jeder Charakter wuchs mir ans Herz, außer Anna, wir wurden nicht warm 🙄.
Wollte mal wieder was anderes als Thriller hören, da kam mir dieses Schätzchen grad recht 😀
Die letzten Seiten liefen mir nur so die Tränen. Wie können Menschen glauben, dass Missbrauch und Gewalt gegenüber Kindern richtig sein kann? Wie das im Namen Gottes mit ihrem Gewissen vereinbaren.
Man kann sich die Grausamkeiten nicht vorstellen.
Frau Sandberg lässt einen fühlen, wie die Kinder gelitten haben und welche Auswirkungen das auf die Nachfolgegenerationen hatte.
Ein Buch das mich tiefbewegt und erschüttert zurück lässt.
Achtung Trigger-Warnung.
Spannend und tief berührend bis zur letzten Seite, aber absolut schwere Kost.
Die Autorin ist mit der Thematik meines Erachtens sehr achtvoll umgegangen und hat an den richtigen Stellen auf weitergehende Details verzichtet.
Eine Empfehlung meiner Buchhändler
Mit der Aussage das könnte Ihnen gefallen habe ich das Buch mitgenommen und war dann etwas vorsichtig. Weibliche Autoren haben es bei mir einfach schwerer mich zu überzeugen das sie spannend sein können.
Na aber meine zwei Buchhändler kennen mich doch sehr gut und daher gab ich der geschichte die Chance mich zu überzeugen.
Schon der Einstieg versprach ein tiefgründige geschichte mit Einblick in die unmittelbare deutsche Geschichte. Ein Erinnerungsfetzen an die eben doch nicht so blühenden Zeiten eines Landes das sich von einer Diktatur mit anschließemden Krieg erholt.
Ganz langsam so das man ie genug Informationen hat wird einem hier ein Thema nahe gebracht von dem ich zB noch gar nichts wusste. Klar ist sicherlich viel passiert was man unter der Decke halten wollte doch hört man grade was hier Kinderheime und Co angeht doch viel aus anderen Länder und selten aus Deutschland.
Als dann letztendlich das alles aufgeklärt wurde konnte ich meine Tränen nicht mehr zurrückhalten. Ich war, bin und bleibe absolut überzeugt von der Autorin und habe vor noch viel mehr von ihr zu lesen.
Karin fällt in ein Loch, als ihr geliebter Mann Jens verstirbt. Er war ihr Halt, denn Karin hat viele Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit, von der auch ihre 3 Töchter nichts wissen.
Besonders Imke, die mittlere Tochter, versucht, Licht in das vergangene Leben ihrer Mutter zu bringen, hat sie doch ihrem Vater in seinen letzen Augenblicken versprochen, einen gewissen Peter zu finden. Doch wer ist Peter? Bei ihrer Mutter stößt sie auf eine Mauer des Schweigens.
Ellen Sandberg hat mit "Die Schweigende" wieder einen großartigen Roman geschrieben, der ein dunkles Kapitel in der Geschichte Deutschlands aufarbeitet. Die Beschreibungen der Thematik sind teilweise schwer zu ertragen und sind mir wirklich nah gegangen. Ellen Sandberg schreibt gewohnt rutschig, das Buch ist auch aufgrund seiner Spannung ein echter Pageturner. Man merkt auch, dass wirklich gut recherchiert wurde. Was mich gestört hat war das Verhältnis der Schwestern, der Töchter von Karin. Ich verstehe die Intention der Autorin hinter diesem Verhalten, mir war es aber insgesamt zuviel Drama. Ansonsten aber eine volle Leseempfehlung für diesen Roman
Eine Vergangenheit, die sehr bewegend war. Toller Perspektivwechsel & gute Darstellung der einzelnen Charakteren. Symphatieanker fehlt mir.
In diesem Buch geht es um die Karin und um ihre drei Töchter. Karin schaut niemals zurück und erzählt auch nie über ihre Vergangenheit. Sie ist die Schweigende. Die Autorin schafft es auch immer wieder, so authentisch auf die vergangenen Zustände und Geschehnisse einzugehen. Im Nachwort erzählt sie hier ein paar Punkte zur Entstehung der Geschichte.
Finde es war ein ziemlich spannender Roman. Wo ich mich am Anfang ein bisschen schwer getan hatte. Mit den einzelnen Charakteren wurde ich lange nicht warm und teilweise fehlte die Symphatie. Im Laufe der Geschichte besserte sich mein empfinden. Am Ende hat mir dann noch die Perspektive von Anne gefehlt.
Grundsätzlich ein sehr unterhaltsamer und lesenswerter Roman.
Nachdem ich von Ellen Sandbergs vorletzten Roman „Das Erbe“ fast schon ein wenig enttäuscht war, so hat sich die Autorin mit „Die Schweigende“ selbst übertroffen. Ich kann es kaum erwarten, was neues von ihr in den Händen zu halten – egal ob unter Inge Löhnig oder ihrem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht.
Ellen Sandberg erzählt uns in „Die Schweigende“ die Geschichte der Familie Remy, allen voran die Geschichte von Karin und ihren drei erwachsenen Töchter Anne, Imke und Geli, die sich nach dem plötzlichen Tod von ihrem Ehemann bzw. Vater Jens neu zusammenraufen müssen. Erschwerend hinzu kommt die Aufgabe, die Jens kurz vor seinem Tod seiner Tochter Imke, übertragen hat: Sie soll Peter suchen, von dem sie noch nie gehört hat. Sie stößt dabei auf ein Familiengeheimnis, dass als Leser kaum zu ertragen ist und das vieles erklärt, was im Leben von Karin, in ihrer Ehe und in ihrer Beziehung zu ihren Töchtern nicht gut gelaufen ist.
Das Buch ist auf zwei Zeitebenen erzählt, doch wer jetzt eine Wohlfühlgeschichte im Stil einer Lucinda Riley o.ä. erwartet, hat noch nie ein Buch von Ellen Sandberg gelesen. Denn dann wüsste man, dass es zumindest in dreien der vier Ellen-Sandberg-Romane um unfassbar grausame und ungerechte Zeiten in der deutschen Geschichte geht. Ich hatte während der kompletten 518 Seiten einen dicken, fetten Kloß im Hals, musste mehr als einmal mit den Tränen kämpfen und das quasi auf Seite 1 an, startet mit dem Tod von Jens Remy, den wir zwar eigentlich nicht wirklich kennenlernen dürfen, wo aber von Anfang an klar ist, wie groß, wie unüberbrückbar sie Lücke ist, die sein Tod in das Leben seiner Familie gerissen hat.
Hauptfigur in diesem Roman ist Karin, die wir in den Vergangenheitsabschnitten als Jugendliche in den 50er Jahren kennenlernen. Karin, „der es nie gelungen war, über ihren Schatten zu springen und ihre Töchter fest in den Arm zu nehmen, sie zu knuddeln und zu kitzeln, bis sie kreischten, ihnen übers Haar zu streicheln, sie zu küssen und zu liebküssen, ihnen zu sagen, wie sehr sie sie liebte, wie wunderbar sie waren.“ Karin, „die manchmal Sprüche losließ, die einen schaudern machten. Sie wie damals, dachte Geli, als ihre Schulfreundin Monika im Alter von 16 Jahren im Wäldchen hinter der Schule vergewaltigt und ermordet worden war und die ganze Schule unter Schock stand. Der ganze Ort. Und was sagte Karin? „Manchmal ist es vielleicht besser tot zu sein.““ Karin, „von der es keine lustigen oder traurigen Geschichten, keine Anekdoten gab, wie ihr Mann sie von seiner Kindheit erzählt hat.“ Und dabei gab es diese Geschichten, sie wurden nur nie erzählt, denn was sie erlebt hat, war schon allein als Leser kaum zu ertragen oder zu verdauen und hatte nicht nur Auswirkungen auf Karins eigenes Leben sondern auch auf das ihrer Töchter. Und dabei war ihr Leben zunächst ein hoffnungsvolles, gutes Leben bei ihrer alleinerziehenden Mutter nach dem Krieg. Nur sieht man das als 15-16 jähriger Teenager nicht immer ein, das hat sich bis heute nicht geändert.
Wie nicht anders zu erwarten besticht Ellen Sandberg auch hier mit ihrem grandiosen Erzähltalent, eine guten, unkomplizierten Sprache aber so vielen gewaltigen Bildern, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und über 300 Seiten an einem gemütlichen Sonntag weggesuchtet habe. Man fühlt mit den Figuren mit, man riecht den Himbeergeruch, den ich an sich so liebe, aber gegen den ich zusammen mit Karin einen absoluten Widerwillen verspürt habe, der mir einen Brechreiz verschafft hat. Auch der Flair der 50er Jahre kommt super rüber, zumindest zu der Zeit in Karins Jugend, als sie mir ihrer Clique rumhängt und der neuen Musik aus dem Kofferadio lauscht. Die Zeit in der es nach dem schrecklichen Krieg langsam wieder Bergauf geht. Das hat die Autorin in meinen Augen alles ganz wunderbar gemacht. Nur einen kleinen Kritikpunkt habe ich und das die etwas zu überspitzte Charakterisierung der einen Tochter, die in meinen Augen echt überzeichnet war. Doch das hat Ellen Sandberg gekonnt mit eine ganz wundervollen Liebesgeschichte wett gemacht, der Liebe zwischen Karin und Jens, die zwar nur im Hintergrund lief aber dafür umso wichtiger, vor allem für Karin und ihr Leben war.
„Die Schweigende“ ist ein ganz wundervoller Roman, wenn auch mit einem schwer zu verdauenden Thema. Ein Buch voll von Ungerechtigkeiten und körperlichen und verbalen Grausamkeiten, aber auch ein Buch mit tollen Figuren, die man versteht, mit denen man mitleidet und die man nie vergessen wird.
„Die Schweigende“ von Ellen Sandberg befasst sich mit den Frauen der Familie Remy. Im Mittelpunkt stehen Karin und ihre drei Töchter Imke, Geli und Anne sowie das problematische zwischenmenschliche Verhältnis der vier.
Von je her begegnet Karin ihren Kindern eher unterkühlt und unnahbar. Als Vater Jens überraschend stirbt, droht die Familie auseinander zu brechen. Während Anne und Geli ohne groß mit der Schulter zu zucken mit der Mutter brechen würden, beginnt Imke – aufgrund eines Versprechens, welches sie ihrem Vater auf dem Sterbebett gab - in der Vergangenheit zu graben.
Ein zweiter Handlungsstrang befasst sich mit Karin, die aus heutiger Sicht ein ganz normaler Teenager war. Sie interessiert sich für Mode, Kosmetik und Jungs. Doch die Konventionen der 50er Jahren waren gnadenlos. Hinzu kam, dass Karins Mutter alleinerziehend war. Die spießbürgerlichen Nachbarn fühlen sich belästigt und zeigen sie an, wodurch eine Maschinerie in Gang gesetzt wird, die einfach nur sprachlos macht.
Die Autorin beschreibt detailliert die Zustände in einem Kinderheim und man ist als Leser einfach nur schockiert, welchen Misshandlungen und Grausamkeiten die Kinder damals ausgesetzt waren, ohne Chance auf Unterstützung oder Hilfe.
Ich mag Ellen Sandbergs Schreibstil sehr gerne und es ist mir auch dieses Mal schnell gelungen in die Geschichte hineinzukommen und interessiert dabeizubleiben. Dies war mein 5. Buch der Autorin und was mir mittlerweile etwas negativ auffällt ist, dass das Grundgerüst stets einem festen Muster folgt. Raffgier, Habsucht, sexuelle Schwierigkeiten – sind Themen, die Frau Sandberg scheinbar nicht loslassen. In jedem Buch gibt es mindestens eine Person, die sich extrem rücksichtslos verhält, auf eine Weise, die völlig überspannt wirkt. In „Die Schweigende“ ist es Anne, deren Rachegelüste schon an Wahnsinn grenzen.
Am ehesten konnte ich mit Imke warmwerden. Sie gibt sich Mühe, die Familie zusammenzuhalten und möchte ihre Familie verstehen.
Geli ist von ihrer Art her zwar manchmal etwas anstrengend, ihre Verhaltensweisen waren aber trotzdem nachvollziehbar für mich.
Karin mochte ich in der Vergangenheitshandlung wirklich gerne, während sie mir in der Gegenwart nicht sonderlich sympathisch war. Obwohl ich tiefstes Mitgefühl für das ihr widerfahrene Unrecht hatte, konnte ich dennoch nur bedingt verstehen, warum sie ihren Töchtern genau das verwehrt, was sie sich selber so lange gewünscht hat.
Die Männer in der Geschichte halten sich eher im Hintergrund und scheinen zu sympathisch und verständnisvoll für ihre Frauen. Alle vier sind vom Charakter her der selbe Typ.
Insgesamt liest sich „Die Schweigende“ gut weg, ohne dass Langweile aufkommt. Da ich aber bereits die anderen Bücher der Autorin gelesen habe, hat mir hier das Innovative gefehlt.
Ein ganz tolles Buch! Man durchlebt beim lesen so viele Emotionen und Gefühle. Wut, Trauer, Hilflosigkeit, Fassungslosigkeit aber auch Hoffnung. Ganz klare Leseempfehlung!!
Das Buch nimmt einen von Beginn an mit und man kann nicht aufhören zu lesen!
Es fesselt einen und nimmt einen mit. Tränen sind geflossen und lassen einen fühlen, was man nicht möchte!
Eine absolute Leseempfehlung
Fesseln und packend bis zum Ende. Lediglich Anne hat mich schier zur Weißglut getrieben. Ansonsten erzähl Ellen Sandberg eine spannende Geschichte mit leider realem Hintergrund und das macht mich so unfassbar wütend.
Vater Jens stirbt unerwartet. Seine Tochter Imke ist bei ihm und soll ihm versprechen, Peter zu finden.
Doch wer ist Peter? Ihre Mutter schweigt und auch ihre Schwestern Geli und Anne kennen Peter nicht.
Imke gibt nicht auf und versucht herauszufinden, wer Peter ist, warum sie ihn suchen soll und wo er ist. Dabei gerät das Gleichgewicht der Familie Remy ins Wanken.
Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Perspektive der drei Töchter und Mutter Karin auf zwei Zeitebenen. So erleben wir die Tragweite der Bitte von Jens und die Auswirkungen der Vergangenheit auf die einzelnen Familienmitglieder sehr direkt.
Der Roman ist angenehm und spannend geschrieben. Die Geschichte hat mich mit ihren historischen Bezügen und den psychologischen Aspekten gefesselt.
Mir hat dieses Buch sehr gefallen, obwohl die Thematik unbequem und verstörend ist.
Karin ist in der Nachkriegszeit, gemeinsam mit ihrem Bruder in einem Heim für schwererziehbare Kinder- & Jugendliche gelandet, welches durch Nonnen geführt wurde. Die Umstände in diesem besagtem Heim waren geprägt von purer Gewalt & Unterdrückung. Ich hätte mir in dem Buch tatsächlich noch mehr zu Karin's Zeit in dem Heim gewünscht & dafür etwas weniger von ihren Töchtern in der Gegenwart. Der Schlussteil ist sehr gut geschrieben!
Zum Glück habe ich der Autorin noch eine Chance gegeben. Nachdem mir "Die Vergessenen" nicht so zugesagt hatte, fand ich dieses Buch jetzt super.
Die Geschichte ist tragisch und ging mir unglaublich nahe. Von Anfang an habe ich mit gefiebert und wollte die Wahrheit herausfinden, ohne dabei schnell zum Ende kommen zu wollen.
Die Story ist in verschiedenen Zeitepochen und aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Jeder Charakter/jedes Familienmitglied erzählt dabei seine eigene Geschichte/Sichtweise.
Das Hauptthema ist die Heimerziehung in den 50er Jahren der BRD und deren Folgen. Ich weine nie beim Lesen, aber diese Seiten taten weh. Ellen Sandberg verweist zwar zu Beginn darauf, dass diese spezielle Geschichte frei erfunden ist und doch ist sie wahr, weil sie die Geschichte vieler Heimkinder erzählt.
Dies war mein erstes Buch von Ellen Sandberg und ich war positiv überrascht.
Es handelt sich hier um eine Familiengeschichte, deren Grundlage für ihre Probleme in der Nachkriegszeit liegt. Kleiner Einblick in die Familie Remy.
Vater Jens, der vor Jahren verstorben ist. Die Mutter Karin, die ihre Gefühle weder ihrem Mann noch ihren Kindern zeigen noch annehmen konnte und zu guter letzt ihre erwachsenen Töchter
Angelika, Geli und Anne. Alle haben auf ihre Art und Weise ihr Los zu tragen, worauf ich aber nicht weiter eingehe um die Spannung nicht zu nehmen.
Erzählt wird die Story auf zwei Zeitebenen.
Sehr emotional und konflikt belastet.
Die Geschichte hat mich sehr berührt und auch erstaunt.
Durch den sehr lebhaften und bildreichen Schreibstil, konnte ich mir die ganze Familie und auch alle anderen Charaktere sehr gut vorstellen. Sie wirkten auf mich alle sehr authentisch, was auch das Handeln und Denken anging. Ich fand das Zusammenspiel und die Entwicklung der
Geschichte in diesem Buch sehr spannend und auch interessant.
Bis zum Ende habe ich mitgefiebert.
Mir hat das Buch sehr gefallen und ich empfehle es gerne weiter.
Ich vergebe hier 💫 💫 💫 💫 💫 klare Lese und Kaufempfehlung.
Dieses Buch zog mich sofort in seinen Bann.
Karins Geschichte hat mich gefesselt und immer wieder zum Weinen gebracht.
Für mich ein absolutes Lesehighlight 👍
Die Bücher von Ellen Sandberg haben mir bisher alle gefallen, allerdings ist mir dieses Buch besonders nah gegangen, vielleicht auch, weil es sich mit Unrecht beschäftigt, dass den schwächsten Gliedern der Gesellschaft in unserer Gesellschaft angetan wurde. Es thematisiert eben nicht die DDR oder den Nationalsozialismus, sondern Heimerziehung in der BRD - und kommt mir damit deutlich näher.
Noch erschreckender fand ich allerdings die Schilderung der Folgen für das Leben der Figuren: Die Mutter war trotz scheinbarem Familienidyll mit Einfamilienhaus und liebendem Ehemann nicht in der Lage war, eine wirkliche Bindung zu ihren Töchtern zuzulassen, was wiederum Auswirkungen auf die Persönlichkeit der Töchter und ihr Leben als Erwachsene hat.
äußerst interessante Familienverknüpfung, emotionalel berührend, tragische Geschichte
Ich hatte schon so einiges von der Autorin Ellen Sandberg gehört, sodass ich mir nun endlich einmal ein eigenes Bild von einem ihrer Werke machen wollte.
Meine Wahl ist auf "Die Schweigende" gefallen und ich muss ehrlich zugeben, ich hätte nicht gedacht, dass solch eine dramatische Geschichte hinter diesem Buch steckt!
Der angenehm leichte Schreibstil lässt die Seiten nur so dahinfliegen, die jeweiligen Kapitelüberschriften tragen den Namen der aktuell erzählenden Person. Insgesamt wird die Geschichte somit von den vier Frauen der Familie, um die sich die Erzählung dreht, vorgetragen. Diese Perspektivwechsel haben für ein gutes Maß an Abwechslung gesorgt.
Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen und und behandelt die dunkle Geschichte der Kinderheime und das Schicksal von Heimkindern in der Nachkriegszeit in Deutschland, sowie die damals herrschenden Missstände der 50er/60er Jahre. Es ist bekannt, dass diese Zeit besonders stark für Zucht und Ordnung steht. Immer wieder wurden Kinder den Eltern entzogen und in Heime eingewiesen, wo eine "Fürsorgeerziehung" gewährleistet wurde. Die Eltern wurden fälschlicherweise beschuldigt und auch angeklagt, vor allem Alleinerziehende wurden von Bekannten oder auch Nachbarn denunziert und ihrer Kinder beraubt. Immer wieder dachte ich mir, dass kann doch nicht sein, wie kann man damit denn durchkommen?! Und was für eine Rolle spielt die Kirche denn hierbei?!
Unter dem Deckmantel der Barmherzigkeit wurden den Heimkindern schreckliche Dinge angetan, physisch sowie auch psychisch und das in einem unvorstellbaren Ausmaß! Was sind das bitte für Menschen, die im Namen Gottes Misshandlungen begehen und verbergen?! Und was ist das für eine Gesellschaft, die nicht hinter die Mauern blicken will?!
Den einzelnen Kindern, die diesem System entfliehen konnten, wurde traurigerweise so gut wie kein Gehör geschenkt - einfach weil das Erzählte so unvorstellbar war. Ich bin mir sicher, dass es auch heute noch solche Fälle gibt, daher finde ich es wichtig, dass hier solch ein untergrabenes Thema aufgegriffen wurde. Es gab ja tatsächlich viele Skandale um deutsche Kinderheime, wo vermutlich längst nicht alles aufgedeckt wurde. Erst in den 1970er Jahren wurde diesbezüglich Aufmerksamkeit erregt und der Stier wurde wortwörtlich bei den Hörnern gepackt. Wie viele Kinder bis zu diesem Zeitpunkt seelisch und körperlich misshandelt und auch gebrochen wurden, darüber möchte man gar nicht nachdenken. Viele konnten sich nie von den Traumata befreien und suchten die Erlösung im Freitod. Vor allem die Psyche dieser Menschen ist auf immer beschädigt und betrifft auch die nachfolgenden Generationen. Demnach möchte ich hier noch eine deutliche Triggerwarnung für Leseinteressierte aussprechen!
Man erfährt also nach und nach die Vergangenheit der Hauptprotagonistin und wie sich diese bis heute noch auf sie auswirkt. Anfangs konnte ich mit der verbitterten, starrköpfigen, kaltherzigen und eigensinnigen Karin so gar nichts anfangen und habe sie ehrlicherweise recht schnell in eine Klischeeschublade gesteckt. Nach und nach lüftet sich aber der Vorhang und man versteht, weshalb sie ist wie sie ist und warum sie zu ihren so ganz unterschiedlichen Töchtern ein so schwieriges und kompliziertes Verhältnis hat. Bei Karin wird vor allem aufgezeigt, wie sehr die menschliche Seele sich Dinge zusammenreimt, um mit Schmerz besser umgehen zu können. Auch die restlichen Charaktere und deren Eigenschaften sind ziemlich gut dargestellt, obwohl ich mit einer speziellen Person große Probleme hatte... Ich wollte sie schütteln und fragen, wie man nur so egoistisch, hinterrücks und zugleich eingebildet sein kann?! Die unterschiedlichen Entwicklungen der jeweiligen Personen sind interessant gestaltet und auch diese selbst sind äußerst facettenreich. Egal ob mir die Charaktere sympathisch oder unsympathisch waren - sie haben alle eine gute Rolle besetzt. Einziger Kritikpunkt hier: Mir wurde bezüglich der Vergangenheit viel zu wenig hinterfragt, das mangelnde Interesse hierfür empfand ich irgendwie als unglaubwürdig.
Ihr seht, die Wahrheiten innerhalb der Story haben mich emotional wirklich berührt und auch nachdenklich gestimmt. Ich habe mich durchgehend als ein beobachtender Part der Familie gefühlt und fand besonders die Idee hinter den Rosen in Karins Garten, die die Charakterzüge der Töchter widerspiegeln, ganz toll!
Alles in allem eine interessante Familienverknüpfung und eine Familiengeschichte, deren Gründe für die Probleme in der Nachkriegszeit liegen. Es gab einige vorhersehbare Stellen, ich konnte mir dennoch ein sehr gutes Bild der geschilderten Zustände machen und mir Wissen aneignen, über einen Teil der Geschichte, von dem ich noch nicht viel wusste.
Ich finde es bemerkenswert, dass die Autorin den verstummten Stimmen Leben eingehaucht hat, was mitunter ihrer detaillierten Recherchearbeit zu verdanken ist. Sie schreibt im Nachwort:
"Ich wollte - stellvertretend für unzählig andere - das Schicksal eines Heimkindes lebendig werden lassen. Vor allem wollte ich zeigen, welche Auswirkungen diese Art von "Pädagogik" bis in die nächste und übernächste Generation haben kann, und ich hoffe, dass mir das gelungen ist."
Meiner Meinung nach ist es das, vollumfänglich!
"München, 2019. Im Garten der Familie Remy verdorren langsam die Rosenbüsche, die zur Geburt der drei Töchter gepflanzt wurden. Imke, Angelika und Anne sind längst erwachsen und gehen ihrer Wege – bis zu dem Tag, an dem ihr Vater beigesetzt wird. Denn auf dem Sterbebett nahm er Imke ein Versprechen ab, das schnell eine zerstörerische Kraft entfaltet – und das sie alles hinterfragen lässt, was sie über ihre Mutter zu wissen glaubt.
1956. Im Nachkriegsdeutschland wächst eine neue Generation heran. Die lebenslustige Karin spart für ihre erste Jeans, träumt von Elvis Presley und davon, später Ärztin zu werden. Sie ahnt nicht, dass die Schatten der Vergangenheit lang und mächtig sind – und welch verheerenden Folgen eine spontane Entscheidung haben wird. Nicht nur für sie."
Die Geschichte wird aus der Sicht der drei Töchter (Gegenwart) und aus der Sicht der Mutter (Vergangenheit) erzählt.
Und ich finde, dass sich die beiden Perspektiven sehr gut ergänzt haben.
Ich war auch direkt in der Geschichte drin und aufgrund der kurzen Kapitel wollte ich immer weiterlesen. Insbesondere die Vergangenheit hat mich sehr gefesselt, war spannend und interessant und wurde sehr gut von der Autorin dargestellt.
Einfach nur grausam, wenn man bedenkt, dass da was wahres dran ist. Also manche Stellen haben mich da sehr berührt und auch schockiert. Wie traurig einfach.
Im Gegensatz zur Gegenwart. Das Theater mit dem den Schwestern fand ich teilweise etwas nervend und ich finde die Charaktere entsprechen einfach nur Klischees. Da hätte man mehr daraus machen können.
Dennoch hat mich dieses Buch positiv überrascht, weil das Buch "der Verrat" mir überhaupt nicht zugesagt hatte. Ich bin froh, dass ich der Autorin noch eine Chance gegeben habe.
Ich kann dieses Buch empfehlen an diejenigen die gerne Romane lesen, die von Familiengeschichten handeln.