Zu Beginn bin ich mit dem Buch nicht richtig warm geworden, der Schreibstil ist recht eigen. Doch mit der Zeit haben mir insbesondere die historischen Details sehr gefallen und die einzelnen Familiengeschichten sind sehr interessant.
Grimaldi – die Meisten dürften sich ein Bild der monegassischen Dynastie gemacht haben, welches wohl vor allem durch diverse Fernsehberichte geprägt sein wird. Wie es dieser Familie im Mittelalter erging, beschreibt dieses Buch von Catherine Aurel – ein neues Pseudonym der Autorin Julia Kröhn. Zugegeben: Der Beginn des Buches ist durchaus vielversprechend. Aus Sicht der fiktiven Giuditta werden die Ereignisse der Grimaldi vom Ende des dreizehnten bis zur Mitte des vierzehnten Jahrhunderts erzählt – und das mit Anzeichen von schwarzem Humor und Sarkasmus. Gute Bedingungen also für einen gelungenen Roman. Doch anstatt hieran anzuknüpfen folgt vor allem eines: Monotonie. Jedes Kapitel ist von Schicksalsschlägen geprägt, die das Leben und auch den Zusammenhalt mindestens eines Mitglieds der Grimaldi, ob historisch belegt oder nicht, entscheidend prägen. Dies geschieht so allgegenwärtig und erdrückend, dass die Frage, ob der Charakter sich nicht mehr von dem Schicksalsschlag erholt und schon innerlich mit dem Leben abschließt oder ob er die sprichwörtliche Krone richtet und weitermacht, völlig unwichtig erscheint. Das wäre auch schon das nächste große Problem: Ich fühlte mich keinem Charakter verbunden. Das liegt vor allem daran, dass sich die Leidensgeschichten aneinanderreihen und zu einer großen verbinden, ohne dass man wirklich unterscheiden kann. Hier stellte sich bei mir ein Pragmatismus ein, wie ich in selten beim Lesen erlebt habe. Mir waren die Leidensgeschichten einzelner Charaktere egal, das Buch lässt sich bei mir in drei Worten zusammenfassen: Jeder Charakter leidet. Grundlegend habe ich nichts gegen triste Bücher, im Gegenteil habe ich ja die Ansicht, dass Bücher nicht immer unterhaltend sein müssen. Dennoch hat mich das Buch hiermit auf dem völlig falschen Fuß erwischt. Ein kleiner, versöhnlicher Hoffnungsschimmer, auf dem man aufbauen kann, hätte mich mit „Grimaldi. Der Fluch des Felsens“ versöhnlicher gestimmt. Hier gilt mehr denn je der Satz: Das muss man schon mögen.
Für mich fing alles mit dem Cover an, es sticht sofort ins Auge und passt perfekt zu dem Setting und der Atmosphäre im Buch. Und als ich das Wort “Grimaldi” gelesen hatte, klingelte es leicht im Kopf, aber viel konnte es mir nicht sagen. Es ist keine Geschichte, bzw. historisch bekannte Familie, die ich bis jetzt oft in historischen Romanen gefunden hatte und mit viel Enthusiasmus ging ich an den Roman heran. Doch schon der Start hatte seine ersten Kniffe und ich kam schleppend voran, erst nach ungefähr 100 Seiten wurde es besser und ich hatte das Gefühl, es kommt jetzt ins Rollen. Von der Spannung her wurde es auch viel besser und ich kam mit der Vielzahl an Personen besser zurecht und musste nicht mehr so oft in den Stammbaum schauen. Auch fing ich an mich mehr und mehr für die Familie zu interessieren und ich mag es, neue historische Ideen, bzw. eine andere Herrscherfamilie in der Hauptrolle zu sehen. Dazu kam noch der Fluch der Grimaldis, der gut eingebaut wurde und dem ganzen Setting was mystisches gab. Die Autorin hatte eine sehr interessant Idee in Bezug auf der Sichtweise, aus der sie erzählt und ich wäre vielleicht auch damit zurecht gekommen, wenn nicht der anstrengende Unterton gewesen wäre. Sarkasmus ist ja schön und gut, aber für mich klang es viel zu “böse” und bitter, daher war ich dem recht schnell abgeneigt und versuchte es nicht allzu nah an mich herankommen zu lassen. Das war der Knackpunkt, weswegen ich das Buch so gar nicht weiterempfehlen möchte. Andererseits sind die Ideen gut umgesetzt, es gibt viel Dramatik und harte Schläge, wie wir es aus historischen Romanen gewohnt sind und wir befinden uns zur Abwechslung mal nicht in England…aber wenn der Protagonist nicht stimmt, ist es nicht leicht die anderen Dinge im Buch hoch zu loben, auch wenn erwähnt werden muss, alles andere war okay. Es ist definitiv nicht einfach! Wer sich für die Herrscherfamilie Grimaldi interessiert, die damalige Zeit und gerne einen historischen Roman lesen möchte, der in Europa angesiedelt ist, der wird so einige interessante Fakten und Personen kennen lernen. Außerdem kenne ich keinen vergleichbaren Roman, der sich mit der Familie zu der Zeit beschäftigt und auch wenn ich so einige Probleme hatte, so war es spannend zu lesen, wie der Fluch mit der Familie verbunden wurde.


