Kurzkritik:
Die Grundidee des Buches – eine Frau beobachtet von ihrem Fenster aus die Nachbarn und verstrickt sich in deren dunkle Geheimnisse – klingt nach einem fesselnden Pageturner im Stil von The Girl on the Train. Leider hält die Umsetzung nicht, was sie verspricht.
Was mir gefallen hat:
Die düstere Atmosphäre: Die paranoide und beklemmende Stimmung wird zu Beginn gut aufgebaut.
Der unzuverlässige Erzähler: Man zweifelt schnell an der Wahrnehmung der Protagonistin, was theoretisch für Spannung sorgt.
Was mir nicht gefallen hat:
Zähe Handlung: Die Geschichte zieht sich phasenweise enorm in die Länge. Es passiert über weite Strecken schlichtweg zu wenig, um die Spannung aufrechtzuerhalten.
Unsympathische Charaktere: Es fiel mir schwer, mit der Hauptfigur mitzufühlen oder ihr Handeln nachzuvollziehen.
Der Plot-Twist: Die finale Auflösung soll überraschen, wirkte auf mich jedoch arg konstruiert, unlogisch und letztlich unbefriedigend.
Fazit: Ein Thriller mit viel Potenzial, der jedoch unter einem trägen Erzähltempo und einer unglücklichen Auflösung leidet. Für Fans des Genres leider eher Zeitverschwendung.
Das war mein erstes Buch dieser Autorin und warscheinlich auch das letzte.
Die Geschichte fand ich an sich gut, ein solider Thriller der teilweise sehr verschachtelt war und ein unerwartetes Ende hatte.
Allerdings hatte ich ziemliche Probleme mit dem Schreibstil, der sich durch die kurzen Sätze sehr hölzern lesen lassen hat.
Das hat leider dazu geführt das ich mich mit keinem der Charaktere verbunden gefühlt habe und die Gefühle die vermittelt werden sollten, auf der Strecke geblieben sind.
Für mich leider kein Lese-muss und auch kein Buch was ich jedem weiterempfehlen würde, schade.
Ich habe auf einen krassen Plot gewartet, aber es kam keiner…
Es kam zu keiner richtigen Spannung und war zwischenzeitlich auch sehr verwirrend geschrieben.
Ab dem Moment wo alles „aufgelöst“ wurde war es nur noch langweilig.
Das schlimme Beziehungskrise dieses Buch
Die Handlung hat man, wenn man viel in diesem Genre liest, schon hundertfach so oder so ähnlich schon gelesen. Man weiß ab Seite 1 wie es endet bzw. kennt die Auflösung.
Es ließ sich zügig lesen; ich hätte allerdings auch nichts verpasst, wenn ich‘s nicht gelesen hätte.
Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Die von Elena (ich-Erzählerin), des Ehemanns (Ich-Erzähler) und einer Unbekannten (auktorialer Erzähler).
Einige Bewertungen berichten, dass sie mit Carolin Erikssons Schreibstil nicht zurechtkamen. Was genau, ihnen daran nicht gefällt, weiß und verstehe ich nicht, denn mich hat sie sofort in die Geschichte herein gezogen. Zudem bin ich ein Fan der kurzen Kapitel.
Die Protagonisten sind Familie Storm und Elena.
Elena ist Autorin, hat jedoch seit einer Weile nicht mehr geschrieben. Nachdem sie sich von ihrem Mann Peter trennte, zog sie vorübergehend in ein eigenes Haus. Sie ist ein emotionales Wrack und beschäftigt sich nahezu jede Nacht mit der Umsortierung ihres Bücherregals und geistert im Haus umher. Sie beschreibt sich selbst, als Beobachterin. Eines Tages bemerkt sie, dass sich ihre Nachbarin seltsam verhält und versucht dem Geheimnis der Familie auf den Grund zu gehen. Zudem hat sie selbst so viele unverarbeitete Baustellen, dass sie selbst in die Düsternis gezogen wird.
Familie Storm, bestehend aus Filip, Leo und Veronica sind Elenas Nachbarn und geraten unter ihre Beobachtung, ohne es zu merken. Filip ist ständig außer Haus und scheint etwas zu verbergen, während Veronica sich seltsam verhält. Leo hingegen versucht Kontakt zu Elena aufzunehmen, denn er bewundert sie und möchte selbst Schriftsteller werden. Die Geschichten, die er seiner Nachbarin erzählt handeln allesamt von seiner Mutter. Sie inspirieren die Autorin zum Schreiben und werden stetig grausamer.
Fazit:
Der düstere und zerbrochene Charakter von Elena hat mich stark berührt. Ihre Trauer und Leere sind greifbar. Als sie wieder anfing zu schreiben, habe ich mich wirklich gefreut, denn ich wollte für sie das Licht am Ende des Tunnels sehen.
Plötzlich war ich in einer Geschichte, die mich, selbst als ich drei Tage nicht las, begleitet hat. Das mag vor allem daran liegen, dass Caroline Eriksson es schafft, mit gezielt ausgelegten Ködern große Verwirrung im Kopf des Lesers zu verursachen. Diese Verwirrung und, das man am Ende mit vielen Fragen zurückgelassen wird, wird in einigen Rezensionen bemängelt. Ich hingegen finde es toll, wenn man das Ende nicht erahnt und man so tief in der Geschichte steckt, dass man gar nicht mehr weiß, wo vorn und hinten ist, denn so muss sich Elena gefühlt haben, als sie ihre Nachbarn beobachtete. Nicht nur Elenas Wahrnehmung verschwimmt dabei, sondern ebenso ihre eigenen Gedanken. Es ist nicht mehr greifbar, was Realität und Hirngespinst ist.
Wie auch in vielen anderen Thrillern, passiert im letzten Drittel sehr viel. Die Ereignisse überschlagen sich bis die Auflösung kommt. Beim Lesen der letzten Seiten wurden meine Augen immer größer, weil ich gar nicht begreifen konnte, was da gerade passierte. Trotzdem passt das Ende hervorragend zur gesamten Geschichte. Es ist sowohl unvorhersehbar, als auch nachvollziehbar.
Wie ihr lest, hat mich das Buch wirklich begeistert. Es hat alles, was ein Thriller meiner Meinung nach braucht. Absolute Leseempfehlung, meinerseits.
"Elena mietet ein Häuschen in einer schwedischen Kleinstadt, um nach der Trennung von ihrem Mann von vorn anzufangen. Ihre Tage sind leer, die Wohnung verlässt sie kaum. Ablenkung findet sie einzig darin, vom Küchenfenster aus die Menschen im Haus gegenüber zu beobachten: eine ganz normale, glückliche Familie. Doch als im Nachbargebäude plötzlich seltsame Dinge geschehen, ist Elena überzeugt davon, dass hinter den verschlossenen Türen ein Geheimnis lauert. Je besessener sie ihre Nachbarn beobachtet, desto mehr fürchtet sie, dass bald etwas Schreckliches passieren wird – und trifft eine Entscheidung, die sie selbst in tödliche Gefahr bringt..."
Die erste Hälfte der Geschichte fand ich recht spannend und interessant, auch wenn sich die Spannung langsam aufbaut, aber dennoch bin ich neugierig gewesen was die Nachbarn verbergen und was das Ganz auf sich hat. Der Einstieg ist wirklich viel versprechend gewesen und aufgrund der kurzen Kapiteln und dem flüssigen Schreibstil lässt sich das Buch auch wirklich gut lesen. Die verschiedenen Erzählperspektiven, worauf ich nicht näher eingehen kann, verhelfen der Geschichte einer dynamischen Erzählweise, sodass ich echt dachte, dass das ein gutes Buch bzw. ein guter Pageturner werden würde. Der Spannungsbogen hatte sich bis zur Hälfte hin gut entwickelt und es gab einen großen Raum an Spekulationen, aber dann wurde alles irgendwie wirr und kurios und meine Interesse flachte dann ab, weil ich einige Dinge nicht wirklich nachvollziehen konnte. Zwar ist die Wendung in irgendeiner Art und Weise überraschend gewesen, aber irgendwie dann auch wieder nicht, weil ich mich das nicht überzeugen konnte. Mit fällt es auch irgendwie schwer zu sagen was mich genau gestört hat, wobei das irgendwie zu sehr an den Haaren herbeigezogen ist um es gut zu finden.
Lest es einfach mal selbst, wenn ihr es auf dem SuB habt, aber mich lässt die Geschichte trotz guten Schreibstils und einem richtig guten Einstieg unzufrieden zurück und es hat mich dann doch irgendwie enttäuscht.