
SUBTILER KLASSIKER! Die Drehung der Schraube von Henry James ist ein literarischer Klassiker des subtilen Horrors, der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet. Eine junge Gouvernante übernimmt die Betreuung zweier Kinder auf einem abgelegenen Landgut. Schon bald bemerkt sie seltsame Ereignisse und glaubt, dass unheimliche Erscheinungen das Anwesen heimsuchen. Während sie versucht herauszufinden, was wirklich hinter den mysteriösen Vorfällen steckt, verschwimmt immer mehr die Grenze zwischen Realität und Einbildung. Erzählt wird die Geschichte nicht direkt aus der Perspektive der Hauptfigur, sondern eher aus einer gewissen Distanz heraus. Dadurch wirkt das Geschehen stellenweise wie eine weitergegebne Gruselgeschichte. Ganz langsam und beinah unmerklich entwickelt sich eine unheimliche Atmosphäre, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Große Schockmomente oder explizite Gewalt bleiben aus, stattdessen lebt die Geschichte von einer subtilen, dauerhaften spürbaren Spannung. Immer wieder entstehen beim Lesen beklemmende Momente. Auffällig ist vor allem der Schreibstil, der stark vom Entstehungszeitraum geprägt ist. Die Sprache ist stellenweise recht ausführlich und die Sätze können länger und komplexer sein, weshalb es dauern kann, bis man richtig in die Handlung hineinfindet. Mit der Zeit entfaltet sich jedoch eine besondere Atmosphäre, die der Geschichte ihren ganz eigenen Charakter verleiht. Auch das Ende dürfte nicht jedem gefallen. Es lässt Raum für verschiedene Interpretationen und bleibt bewusst offen. Ein interessanter Klassiker mit einer besonderen Atmosphäre, der jedoch etwas Geduld beim Lesen erfordert.





















