7. Jan.
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Rating:2.5

Heute möchte ich euch die Briefroman-Erzählung "Der letzte Sommer" von Ricarda Huch aus dem Jahr 1910 vorstellen. Der Gouverneur Jegor von Rasimkara versucht als Vertreter des zaristischen Regimes, die zunehmenden Studentenunruhen mit Repressionen und Todesurteilen zu unterdrücken. Aus Angst vor Anschlägen zieht er sich gemeinsam mit seiner Familie auf sein Landgut zurück. Auf Drängen seiner Frau Lusinja stellt er den jungen Akademiker Lju als Sekretär ein, der in Wahrheit als Schutz vor einem möglichen Attentat dienen soll. Unbemerkt ist Lju jedoch selbst Anarchist und plant den Mord an dem Gouverneur. Um Lusinjas Angst weiter zu schüren, platziert er einen zweiten Drohbrief unter ihrem Kopfkissen. Als sie erkennt, dass der Brief von Lju stammt, konfrontiert sie ihn, doch er zerstreut ihre Zweifel geschickt. Schließlich tötet er das adelige Ehepaar mit einer Sprengladung. Ricarda Huchs "Der letzte Sommer" ist in einem nüchternen, stellenweise distanzierten Schreibstil gehalten, der stark von psychologischer Spannung lebt. Die Autorin arbeitet mit Andeutungen, unterschwelliger Bedrohung und einer bewusst zurückgenommenen Sprache, die mehr auf Atmosphäre als auf Handlung setzt. Diese Zurückhaltung kann jedoch auch als Schwäche empfunden werden, da zentrale Konflikte eher beschrieben als unmittelbar erfahrbar werden. Insgesamt bleibt die Erzählung emotional kühl, wodurch es schwerfällt, eine echte Bindung zu den Figuren aufzubauen. Leider hat mir das Buch deshalb nicht gefallen und mich stellenweise sogar ein wenig gelangweilt. Bewertung: 2,5 von 5 Sternen ✨️

Der letzte Sommer
Der letzte Sommerby Ricarda HuchKampa Verlag