24. Juli
Rating:4

Es ist eine kurze, aber eindrucksvolle Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Sie beleuchtet die harten Lebensbedingungen und Bräuche in einem japanischen Dorf und thematisiert Armut, Essensbeschaffung und Gleichberechtigung. Besonders hervorzuheben ist der tief verwurzelte Brauch, der im Mittelpunkt der Erzählung steht. Das traurige Ende reflektiert die damaligen Lebensrealitäten und die Gemeinschaft, die sich umeinander sorgt und Fehlverhalten bestraft. Trotz seiner ruhigen Erzählweise hat das Buch einen starken Eindruck hinterlassen und ist daher sehr empfehlenswert. 👍🏻

Die Narayama-Lieder
Die Narayama-Liederby Shichiro FukazawaUnionsverlag
13. März
Rating:5

Eine sehr ruhige und schöne kurze Erzählung über die Sitten eines kleinen ärmlichen Dorfes in Japan. In diesem Dorf ist die Essensbeschaffung zentraler Bestandteil des täglichen Lebens und Nahrung stets knapp. Deshalb ist es Brauch, dass alle, die das 70. Lebensjahr erreichen, auf den Narayama-Berg gebracht werden, um dort zu sterben. Diesen Ritus erzählt die Geschichte anhand der Grossmutter Orin, die von ihrem Son Tatsuhei auf ebendieser Reise begleitet wird. Die Reise selbst nimmt nur die letzten Seiten der Geschichte ein. Der grössere Teil beschreibt das Leben im Dorf und die Dynamik innerhalb der Familie Orins. Dabei spielen - wie der Titel vermuten lässt - Lieder eine wichtige Rolle im Dorf, und werden benutzt um sowohl Leute zu preisen als auch zu tadeln oder beschimpfen. Eine schöne Erzählung, die laut dem Nachwort von Eduard Klopfenstein auf einer alten Legende basiert und diese mit persönlichen Erfahrungen des Autors vermischt. War ein Genuss es zu lesen!

Die Narayama-Lieder
Die Narayama-Liederby Shichiro FukazawaUnionsverlag
20. Dez.
Rating:3

3.5 ⭐️ Die 69-jährige Orin lebt in einem abgeschiedenen Dorf in den Bergen von Japan. Das autarke Dorf ist so weit von jeglichen Kontakt angeschnitten, dass es nicht einmal einen Namen trägt. Um alle Bewohner versorgen zu können, müssen die Älteren mit 70 Jahren auf den Narayamaberg steigen. Dort werden sie der Gottheit dargebracht. Nicht alle freuen sich darauf, aber Orin sehnt diesen gedenkvollen Tagen herbei. Sie hat alles vorbereitet, nur das Eheleben ihres Sohnes bereitet ihr Sorgen. Das Buch ist eine Parabel auf den Tempelbesuch in einem Shinto-Schrein, der hauseigenen Religion Japans. Dem westlichen Leser ist klar, dass es sich um ein bedeutungsschwangeres Werk handelt. Aber ist man kein Shinto-Experte, bleibt leider so manches Detail verschlüsselt. Mehr im Lesemonat Januar auf YouTube https://youtu.be/veGfzeliFQk Viel Spaß bei der Lektüre!

Die Narayama-Lieder
Die Narayama-Liederby Shichiro FukazawaUnionsverlag