22. Dez.
Rating:4.5

Özgür lebt seit einigen Jahren in einer Favella in Rio. Sie arbeitet an einem Roman und versucht sich als Sprachlehrerin über Wasser zu halten. Dies gelingt ihr immer schlechter und so ist sie mittlerweile selbst in Armut geraten. Doch dies ist in ihrer Umgebung normal, im Vergleich zu vielen Einheimischen lebt sie immer noch unter luxuriösen Bedingungen. Die Favellas werden von unglaublichem Elend, Kriminalität und hemmungsloser Sexualität regiert. Özgür, eine junge Türkin, empfindet dies alles als Sumpf aus dem sie nicht mehr entrinnen kann. Die Möglichkeit wieder in die Türkei zurückzukehren schlägt sie aus. Ihre Erklärung, dass ihr Roman noch nicht beendet sei ist nur die halbe Wahrheit, sie ist der Stadt verfallen. Ein unglaublich intensiver Roman über eine intensive Stadt. Die Hauptfigur schreibt einen stark autobiographischen Roman, dessen Hauptfigur Ö. immer mehr mit der Erzählerin Özgür verschmilzt. Die Beschreibung des Lebens in den Favellas ist teilweise schockierend, aber Erdogan erzählt so intensiv, dass man gezwungen ist, weiterzulesen. Da die Autorin selbst einige Jahre in Rio gelebt hat, denke ich, dass die Beschreibung des Elends sehr nahe an den wirklichen Verhältnissen ist. Ein durchaus empfehlendswertes Buch.

Die Stadt mit der roten Pelerine
Die Stadt mit der roten Pelerineby Aslı ErdoğanUnionsverlag