Ein sehr groteskes Buch, dass mich stark an Kafka erinnerte. Es ist eine Geschichte, über die sich sehr gut sprechen und interpretieren lässt, also ein perfektes Buch für einen Buchclub oder Lesekreis. Ich finde, dass das Buch auch viel mit meinem Gefühlserleben gemacht hat: alleine schon diese bedrückende Kulisse der Sanddünen. Meiner Meinung nach geht es in dem Buch um Freiheit, Ausbrechen aus gesellschaftlichen Normen und Selbstbestimmung. Bis zur Hälfte des Buches war ich tatsächlich sehr angetan, danach gab es für mich einen Bruch und es hat sich in der zweiten Hälfte gezogen.
Die Vergleiche mit Kafka kann man nicht überlesen. Kafkaeske und mitunter verstörende Szenen in Verbindung mit philosophischen "Sinnsuchen" und absurd-komischen Selbstgesprächen. Dazu ein informatives Nachwort zur Einordnung von Abe's Werk in der Literatur. 👍😎
Morbider Klassiker der japanischen Literatur
Bereits nach den ersten paar Seiten schloss mich die bedrückende Stimmung des Romans ein. Ein Mann macht sich auf, um in den Dünen eine unbekannte Insektenart zu entdecken. Er vergisst dabei die Zeit und beschließt, im Dorf zu übernachten. Freundlich quartieren ihn die Bewohner bei einer Frau ein, die in einem Sandloch wohnt. Was er noch nicht weiß, ist das die Bewohner nicht daran interessiert sind, ihn so schnell wieder gehen zu lassen. Dieses Buch ist wirklich kein einfaches. Das liegt nicht am Schreibstil. Dieser ist flüssig und gut verständlich. Aber das Szenario, dass Abe hier entwickelt hat, ist unglaublich. Die Verzweiflung, Angst und Resignation sind so gut beschrieben, dass man beim Lesen förmlich den Sand auf der Haut spürt und die Anstrengung riechen kann. Ständig ist man auf der Suche nach einer Lösung, einer Erlösung. Aber man rutscht immer wieder mit ab. Die Dramatik ist unwahrscheinlich dicht und lässt den Leser teilweise den Atem anhalten. Ich kann nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe oder so interpretiere, wie der Autor es meinte. Trotzdem hat mich „Die Frau in den Dünen“ tief bewegt und ich empfehle es gerne weiter. Für labile Menschen ist der Roman nicht unbedingt geeignet, da man schon über eine gewisse Kraft verfügen sollte, die man dem Sand entgegensetzen kann.
Ein Mann wird in einem Sandkessel gefangen und will dem allgegenwärtigen Sand entkommen. Puh, die Bewertung dieser Lektüre fällt mir nicht leicht. DER Roman (Abes) schlechthin, verglichen mit Kafka und anderen Größen der Weltliteratur. Ja, das Werk beginnt mit einer Intensität, die ich nirgendwo in moderner Literatur finde. Ja, die Interpretationsmöglichkeiten sind enorm (das ist durch und durch positiv gemeint). Doch letztlich sind mir manche Aspekte zu sehr auf die Sexualität und den Geschlechterzwist gerichtet, als auf den Existenzialismus. Die Spannung lässt nach, das Ende überrascht (heutzutage) nicht wirklich und zurück bleibt ein Werk, welches mit etwas Distanz gewiss noch einen halben oder gar einen ganzen Punkt gewinnen kann. Das Nachwort ist leider nur minimal informativ, gehört aber auch nicht zum Buch und fließt somit auch nicht in die Wertung ein.
Ein beeindruckender Klassiker der japanischen Literatur
Ein Mann verschwindet. Er scheint wie vom Erdboden verschluckt… oder sollte ich besser Sandboden sagen? Tatsächlich landet er unfreiwillig in einer absurden Situation, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint. Was macht eine solche Situation mit einem Menschen? Welche Phasen durchlebt er? Die Frau in den Dünen führt den Leser in eine surreale Szenerie um elementare Fragen zu stellen. Dabei ist es eine sehr männliche Geschichte. Es geht um erschütterte Selbstverständlichkeiten und Wut, Macht und Machtlosigkeit, Gewalt und S*x. Und es geht um Insekten und Sand, Sand, Sand… was dem Ganzen die sogenannte kafkaeske Note beschert. Dabei schafft es der Autor in klaren, schnörkellosen Sätzen dichte, düstere und bedrückende Bilder entstehen zu lassen. Die titelgebende Frau selbst bleibt dabei ziemlich konturlos und schwer zu fassen. Doch dieses schwer Fassbare passt sich in die Geschichte ein wie das Rieseln des Sandes. Leider fehlt mir das geschichtliche Wissen, um das Buch vor dem gesellschaftlichen Hintergrund von Entstehungszeit und -ort wirklich beurteilen zu können, doch selbst mir drängen sich bestimmte Analogien auf. Denn sicher nicht von ungefähr wird der Roman als Klassiker der japanischen Literatur bezeichnet. Die Frau in den Dünen ist wieder einmal ein Stück japanische Literatur, dessen Entdeckung sich für mich definitiv gelohnt hat.
Am Anfang war es ungewohnt & komisch. Als man drin war, war es etwas ganz besonders.





