
Long John Silver... Die Schatzinsel gehört zu meinen persönlichen Lieblingbüchern. Das liegt nicht zuletzt an dem Antagonisten, welcher bis heute die Blaupause für jeden charismatischen und sympathischen Bösewicht liefert. Nun hatte Björn Larsson die Chance diesen Charakter zu zerstören, ihn zu entmystifizieren und zu einem "missverstanden Helden zu machen, wie es aktuell besonders in Hollywood Mode ist. Doch Long John Silver ist nichts von alle dem. Es sind die Memoiren eines schurkischen Egomanen und der Versuch diesen zu verstehen. Wenn seine Geschichte noch recht frisch und abenteuerlich beginnt, wird schnell klar, dies ist nicht die Schatzinsel. Es ist eine schonunglosere und rohere Erzählung. John Silver word von dieser Welt geformt, doch auf andere Art als die restlichen Glücksritter. Es ist ein Fest sich in seinen Ansichten zu verlieren und er selbst wird zu einer fast schon Sherlock Holmes artigen Figur. Doch er verliert auch nie seine Skrupel, er ist zu jedem Zeitpunkt zutiefst verachtenswert und doch so faszinierend. Neben dem abenteuerlichem Charm den das Buch ohne jeden Zweifel hat, öffnet es aber gerade zum Ende hinaus eine melancholische Seite, wie sie nur ein Seemann hat. Eine wunderbare Hommage an die Schatzinsel, Daniel Dafoe und eine Zeit wie es die nie wieder geben wird.

