
Gute Charaktere, schlechte Story
"Heißer Frühling" beginnt mit Fokus auf die Brüder Ahmed und Madschid, die als Individuen und in ihrem Familiengefüge stark und glaubwürdig beschrieben sind. Sobald die Operation Schutzschild beginnt (die nie benannt wird, aber vermutlich waren zum Zeitpunkt des Erscheinens die damals erst kürzlich vergangenen Ereignisse der Zweiten Intifada den Lesern präsenter) zerfastert der Roman völlig. Es könnte vielleicht ein Bild für das Chaos und die Sinnlosigkeit von Krieg sein, aber es liest sich eben nur chaotisch und sinnlos, ohne ein Ganzes zu ergeben. Ständig neue Charaktere, deren Entwicklung wir nur noch in schlaglichtartigen Sprüngen sehen. Ein paar poetische Sätze retten das Schlamassel leider nicht.
Heißer Frühlingby Sahar KhalifaUnionsverlag
