21. Mai
Rating:4

„Und da war sie die zerbrechliche Heilige und ich der brutale Verräter. Ich habe geschwiegen. Bis jetzt.“ Zitat S.7 So beginnt der Roman von Connie Palmen und stellt die Beziehung des bekannten Dichterpaares Sylvia Plath und Ted Hughes dar, die mit Sylvia‘s tragischem Selbstmord endete. Die Autorin hat ausgezeichnete Recherchearbeit geleistet, hat sich intensiv mit den zuletzt erschienenen Gedichten Hughes beschäftigt, worin er erstmalig und kurz vor seinem Tod sein Schweigen brach. Das Fundament ihres Romans fußt auf der historischen Realität, sie nutzt als literarische Erweiterung die psychologische und emotionale Fiktion und ich finde das hat sie in gekonnter Manier umgesetzt. Palmen imitiert meisterhaft Hughes’ tatsächlichen Schreibstil, seine Sprachgewalt und seine Vorliebe für Mythologie. Ich bin auf morbide Weise fasziniert von der Nähe zu beiden tragischen Protagonisten, für mich klingt es nachfühlbar, hat emotionale Kraft und Tiefe. Ich glaube, das war mein vierter oder fünfter Roman der Autorin , und immer wieder empfinde ich Hochachtung und Faszination .

Du sagst es
Du sagst esby Connie PalmenDiogenes
2. Mai
Rating:2.5

Auch eine etwas einseitige Darstellung der Gegenseite

2.75 ⭐️ Das Buch soll fiktiv die Seite des Ehemann Ted Hughes vertreten und irgendwie dachte ich mir beim Lesen, „so kann es auch nicht ganz stimmen!?“ Ehrlich gesagt: wäre das Buch von einem Autor, würde ich nun mit männlicher Solidarität kommen.,, kann ich nicht in diesem Fall, ist auch gut so! Trotzdem: das Buch ist mE unausgewogen, der „heilen“ Liebe die hauptsächlich von Ted getragen wird, wird viel mehr Raum gegeben als seiner Affäre, welche die Liebe sicher mit zerstört. Ich hatte davor einen dokumentarischen Bericht über die Schluss- Zeit gelesen. Die Rahmendaten stimmen überein, werden aber im Buch einseitig (zum Guten von Ted) sehr verkürzt dargestellt. Die Idee, die einseitige positive Darstellung von Silvia Path etwas ins Gleichgewicht zu bringen und Ted Hughes fiktiv sprechen zu lassen ist gut. Jedoch ist es aus meiner Sicht ein (fast reines) Plädoyer für ihn, was zwar e.V. sogar ein Gleichgewicht bringt (jeder ist mal der Gute und der andere der Böse) aber sicher keine ausgeglichene Darstellung ist.

Du sagst es
Du sagst esby Connie PalmenDiogenes
15. Jan.
Rating:3

Der Anfang hat mich sofort für dieses Buch eingenommen. Danach kann es allerdings vom poetischen Stil her nicht mehr mithalten und wird zu einer relativ normalen Erzählung. Die Leidenschaft und all die Liebe und Wut, von der man weiß, wird in Nebensätzen abgetan. Es wird sich oft wiederholt und am Ende ist von all dem kaum noch was zu spüren. Es ist eine tragische Liebesgeschichte, in der sich die beiden Hauptprotagonisten voreinander isolieren und sich so verlieren, bis das dramatische Ende sie schließlich ganz außeinander reisst. Durch diese Isolation wird jedoch auch der Leser größtenteils außen vor gelassen und kann all das nicht wirklich mitfühlen.

Du sagst es
Du sagst esby Connie PalmenDiogenes
18. Apr.
Rating:5

A very interesting view on [a:Sylvia Plath|4379|Sylvia Plath|https://images.gr-assets.com/authors/1586015851p2/4379.jpg]. It's a fictional memoir of her husband [a:Ted Hughes|996|Ted Hughes|https://images.gr-assets.com/authors/1215068226p2/996.jpg] in which he's looking back on his life with Sylvia and their family. I read this one especially on Valentines Day, so it kinda fitted since it really focuses on their relationship. After reading, I also did my research on most mentioned people and I find it quite fitting to the facts I found. So if you want to know more about Sylvia Plath's biography but also want to rather read a novelish book instead of a dry biography, check this one out.

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Du sagst esby Connie PalmenDiogenes
10. Sept.
„Für die meisten Menschen existieren wir, meine Braut und ich, nur in Büchern…“

„Für die meisten Menschen existieren wir, meine Braut und ich, nur in Büchern…“

Du sagst es „Für die meisten Menschen existieren wir, meine Braut und ich, nur in Büchern. In den vergangenen fünfunddreißig Jahren habe ich mit ohnmächtigem Grauen zusehen müssen, wie unser wahres Leben unter einer Schlammlawine aus apokryphen Geschichten, falschen Zeugnissen, Gerüchten, Erfindungen, Mythen verschüttet wurde...und da war sie die zerbrechliche Heilige und ich der brutale Verräter. Ich habe geschwiegen. Bis jetzt.“ Die fiktive Autobiografie von Sylvia Plath und Ted Hughes, dem berühmtesten Liebespaar der modernen Literatur, ist ein in melancholischer Atmosphäre geschriebener Monolog, auf den ich mich leider erst sehr spät, ja fast am Ende des Buches einlassen konnte. Manchmal erkennt man erst nach einer Weile - dann, wenn einem das Buch nämlich nicht mehr aus dem Kopf geht und eine gewisse Stimmung, die beim Lesen entstanden ist noch lange nachhallt - wie sehr einen die Geschichte unterschwellig doch gefangen nimmt. So ging es mir mit meinem ersten Roman von Connie Palmen. Ich wollte mal eben zwischendurch schnell ein kleines dünnes Büchlein lesen, gewissermaßen eine kleine „Verschnaufpause“ machen, während eines mehrere tausend Seiten langen Mammutwerkes. Leider bin ich etwas zu schnell durch die wenigen Seiten geflogen. In „Du sagst es“ kümmert sich Ted Hughes aufopferungsvoll sieben Jahre lang, bis zu ihrem Tod, um seine labile Frau und stellt seine eigenen Belange dabei immer wieder in den Hintergrund. „Ich hörte auf ihre Wölfe, war aber taub für die meinen. Ich las ihr Drama und lies mein Skript zugeklappt“ Doch gefangen in einer tragischen und selbstzerstörerischen Ehe stürzt er sich irgendwann in eine Affäre, obwohl seine Frau stark depressiv und suizidgefährdet ist. Ihre Selbstmordgedanken teilt sie ihm immer wieder versteckt in ihren deprimierenden und lakonischen Gedichten mit. In ihnen begegnet er, in der Gestalt seiner Frau, seinen eigenen Dämonen. Seine Affäre beschert ihm ganz allmählich das zurückkehrende Gefühl, wieder Zugang zu seiner Seele zu bekommen. Nach Sylvia Plaths Suizid wurde ihr Mann damals von der Öffentlichkeit wie ein Verräter dargestellt. Connie Palmen lässt ihn auf seine Ehe zurückblicken und wirft die Frage auf: Wieviel muss ein Mensch ertragen, bevor er anfängt an sich selbst zu denken? Man sollte stets vorsichtig mit Schuldzuweisungen sein. „In einer Liebe kann man nie nur einem die Schuld geben, schon gar nicht an einem Selbstmord.“ Connie Palmen schreibt so gut! Die enorme Wirkung, die ihr Roman auf mich ausgeübt hat, entfaltet sich erst jetzt, aber dafür mit voller Wucht!

Du sagst es
Du sagst esby Connie PalmenDiogenes
20. Apr.
Rating:5

Eine quasi-Fanfiction über ein Schriftstellerehepaar. Irgendwo zwischen Realität und Fiktion bewegt sich Palmens Buch, denn an manchen Stellen trifft sie erschreckend präzise die Stimme von Hughes. Die Stilisierung die die Ehe der Beiden erfahren hat, hat sie berühmt gemacht und Palmen scheint die Mission zu haben mit dem Mythos im Plaths Freitod und der Rolle von Hughes als Sündenbock aufräumen zu wollen. Sie entwirft damit ein gegenteiliges Bild, bei dem Sylvia Plath als eine eifersüchtige, hysterische Zicke gezeichnet wird - vielleicht eine bewusste Provokation von Seiten Palmens. Vor dem Lesen sollte man sich vor allem ihre Tagebücher und seine Birthday Letters zu Gemüte führen.

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Du sagst esby Connie PalmenDiogenes