..aber mein Gott was hab ich teilweise gelacht. Anfangs war ich mir unsicher, ob ich die Geschichte mag und wo das hinführen soll. Am Ende muss ich jedoch sagen, dass ich gut unterhalten wurde und es eine Geschichte war, die ich so noch nie gelesen habe.
Ich finde die Idee brillant, einen altklugen Fötus im Stil eines Oskar Mazerath in die Rolle des Hamlet schlüpfen zu lassen, der eloquent die Geschehnisse beschreibt und kommentiert, die sich da zwischen ihm und der Bauchdecke seiner Mutter abspielen. Gertrude, seine Mutter (Trudy) und Claudius, sein Onkel (Claude) wollen seinen Vater vergiften, den Dichter und König über das Wohnhaus. McEwan reitet aber diese Anspielungen nicht tot, sondern entwickelt daraus ein kleines Familiendrama und Kriminalgeschichte, die aber nie im Vordergrund für mich stand. Ich habe mich mehr an den vielen spitzen, satirischen Formulierungen des Ungeborenen erfreut, wenn er als Sommelier die Weinqualität beurteilt, die ihn über die Blutbahn erreicht. Für mich ein großer Spaß.
Ich finde die Idee brillant, einen altklugen Fötus im Stil eines Oskar Mazerath in die Rolle des Hamlet schlüpfen zu lassen, der eloquent die Geschehnisse beschreibt und kommentiert, die sich da zwischen ihm und der Bauchdecke seiner Mutter abspielen. Gertrude, seine Mutter (Trudy) und Claudius, sein Onkel (Claude) wollen seinen Vater vergiften, den Dichter und König über das Wohnhaus. McEwan reitet aber diese Anspielungen nicht tot, sondern entwickelt daraus ein kleines Familiendrama und Kriminalgeschichte, die aber nie im Vordergrund für mich stand. Ich habe mich mehr an den vielen spitzen, satirischen Formulierungen des Ungeborenen erfreut, wenn er als Sommelier die Weinqualität beurteilt, die ihn über die Blutbahn erreicht. Für mich ein großer Spaß.
Ein ungeborenes Baby berichtet über die Geschehnisse, die er im Bauch seiner Mutter miterlebt.
Ich meine wie genial kann eine Idee bitte sein?
Super Story und einfach ein tolles Leseerlebnis.
Ich ziehe ein Stern ab, da die Schreibweise für mich persönlich manchmal etwas zu ausschweifend war, was aber mit Sicherheit genauso vom Autor beabsichtigt war.
"Nussschale" von Ian McEwan ist von der Erzählung her ein klassisches Drama. Ich habe irgendwo gelesen, dass es mit Hamlet verglichen wurde und auf seine Art finde ich diesen Vergleich ganz passen.
Worum geht es?
Kurz gesagt. Es geht um ein klassisches Familiendrama: Ehefrau, Ehemann, Geliebter. Drama, Trennung, Tränen, Mord... alles, was dazu gehört.
Meine Meinung:
Von der Handlung her ist Nussschale meiner Ansicht nach nichts Besonderes. Eine zerrüttete Ehe mit Geliebtem und Streit zwischen den Eheleuten. Was mich jedoch fasziniert hat, ist die Erzählperspektive. Das ist kein Spoiler, schließlich merkt man es ab Seite 1: Die Geschichte wird aus Sicht des ungeborenen Fötus im Bauch der Frau erzählt.
Wie der Penis des Liebhabers ungemocht neben dem Kopf des Kindes in den Gebärmutterhals eindringt, wie der Alkohol, den die Mutter trinkt, über die Nabelschnur mit dem Kind geteilt wird.... auf den ersten Blick seltsam, fast surreal, aus Sicht des Kindes zu lesen, auf den zweiten Blick jedoch auch eine spannende Perspektive und Meinung... einfach mal was Anderes!
Dazu werden immer wieder philosophische Gedanken eingestreut (ob ein Kind in diesem Stadium bereits so denken kann und solch intellektuelle Wörter und Dinge kennt, sei mal dahingestellt)... durch die Perspektive ein wirklich einzigartiges Werk.
Fazit:
Anfangs war ich durch die Erzählperspektive etwas befremdet, doch durch den Hauch von philosophischen Denkanstößen hat mich diese fasziniert und in ihren Bann gezogen. Ein besonderes Werk!
4,5 Sterne
Trudy ist hochschwanger, doch betrügt ihren Ehemann und Vater des Kindes John mit dessen Bruder Claude. Die beiden schmieden einen Plan um John loszuwerfen. Zeuge des ganzen ist das ungeborene Kind.
Das Buch erzählt die Geschichte aus der Sicht des Babys, womit ich leider nicht wirklich warm geworden bin. In manchen Situationen ist der Erzähler sehr ahnungslos, in anderen hat er fundierte Meinungen zu verschiedenen Weinsorten. Auch sonst hat sich die Geschichte für mich etwas wenig Handlung für die Seitenzahl, lässt sich aber zumindest leicht weglesen. Definitiv nicht mein liebstes Werk von McEwan.
Der Erzähler in diesem Roman ist ein noch ungeborenes Baby, das im Bauch seiner Mutter mitbekommt, wie diese gemeinsam mit ihrem Geliebten plant, seinen Vater zu töten.
Verzweifelt versucht der Fötus das zu verhindern...
Ich wusste nicht, wovon dieser Roman handelt und war komplett überrascht. Ian McEwan ist einer meiner Lieblingsautoren und auch diesmal war ich wieder richtig begeistert von seinem Ideenreichtum, seinem feinen Stil und, wie ich finde, in diesem Roman zum ersten Mal sehr deutlichem schwarzen Humor. Das muss man mögen und ich glaube, damit ist "Nussschale" kein Buch für jeden Geschmack, aber das will es bestimmt auch nicht sein.
Ein Kind im Mutterbauch kurz vor der Geburt lauscht der Stimme seiner Mutter, seines Vaters und es ist schon sehr klug und kann wie Sherlock Holmes detektivisch denken und... lest selbst. Ein Spass der durchaus auch mal spannend ist.
Nutshell is told from a unique perspective: an unborn baby tells the story from its mother's womb. I'm always open for new ways of storytelling and Ian McEwan is a masterful writer whom you can rely on to give a story a most unexpected twist. But despite all this I just didn't like this book.
The first thing that put me off was that the mother, a pregnant woman, was drinking and that the baby was obviously enjoying it. I had a baby not too long ago and so I couldn't have felt more appalled. Drinking during pregnancy is absolutely off-limits and I can't imagine a baby enjoying it.
The other thing I didn't feel comfortable with was the way the story was told. The baby seems to know everything except for what it doesn't see and hear. I could have lived with that but not with the fact that it talks like a scholar. We don't know what is going on in an unborn baby's mind - but the thoughts this baby is having are virtually impossible.
All of this repelled me so much that I wasn't able to properly concentrate on the rest of the story anymore (which actually is pretty good). It was the first time that I didn't enjoy a novel by Ian McEwan.
(I received a free digital copy via Netgalley/ the publisher. Thanks for the opportunity!)
Ein grandioser, unterhaltsamer Roman, gespickt mit vielen Wissenspassagen und philosophischen Fragen. Der Roman befasst sich mit Familienstreitigkeiten aus der Sicht eines Kindes, was wortwörtlich zwischen die Grenzen kommt und in einer eingeengten Situation verharrend nur zuschauen kann, was die einzelnen Familienmitglieder um sie herum planen oder besprechen. Die Pointe finde ich wirklich sehr gelungen und auch die philosophischen Einschübe der Hauptfigur. Allerdings hätte ich mir davon, nach dem diese vor allem zu Beginn des Buches deutlich dichter gepackt waren, auch für den restlichen Abschnitt gewünscht. Auf jeden Fall lesenswert und eine klare Empfehlung!