Wer Coelho mag, wird dieses Buch sicherlich auch lieben, es ist anspruchsvoll geschrieben, liest sich aber dennoch gut. Wer eine Mata Hari-Biografie lesen will, sollte sich lieber auf andere Literatur konzentrieren.
Paulo Coelho lässt seine Protagonistin selbst zu Wort kommen und gestaltet den Roman als letzten Brief – eine reduzierte, sehr persönliche Perspektive. Die Geschichte von Mata Hari, die eigentlich von Erotik, Exotik und historischer Brisanz lebt, wird hier vor allem einfühlsam und introspektiv erzählt. Dabei bleibt jedoch vieles vage: Weder entsteht ein greifbares Sittenbild der Zeit noch werden die geschichtlichen Hintergründe ausreichend vertieft. Trotz detaillierter Darstellung ihres Charakters blieb Coelhos Hauptfigur mir merkwürdig fremd und emotionslos. So entsteht insgesamt ein empathischer, aber letztlich etwas blasser Eindruck einer faszinierenden Figur, deren Potenzial nur teilweise ausgeschöpft wird.





















