Egal welches Buch man von Banana Yoshimoto liest - es ist immer großartig! Auch "Ihre Nacht" hat mich direkt in seinen Bann gezogen. Die Bewältigung eines Traumas auf einer ganz besondern Weise. Erschreckend und gleichzeitig berührend, mit einer Wendung auf die man bis kurz vor dem Ende nicht kommt. Jeder sollte die Geschichte von Yumiko und Shochi lesen!

Guten Morgen ihr Lieben. Ihre Nacht, mein erstes Yoshimoto Buch dieses Jahr🫣 Und leider auch gleich eins was mich nicht recht überzeugen konnte😭 Und auch eins der ersten Bücher dem ich keine Sterne-Bewertung geben kann/will… Aber erstmal worum es geht: Yumikos Vergangenheit birgt ein Geheimnis, und gemeinsam mit ihrem Cousin Shôichi möchte sie den Schlüssel dazu finden. ›Ihre Nacht‹ beschreibt eine unheimliche Grenzerfahrung und deren Bewältigung. Die Geschichte einer Heilung – auch durch die Kraft der Liebe. . . Die Geschichte um Yumiko und Shôichi fängt sehr „diffus“ an und hält sich leider auch bis fast zum Schluss. Beide Charaktere waren mir überhaupt nicht sympathisch. Yumiko las sich wie ein verwöhntes kleines Kind, was keinen Antrieb für irgendetwas hat. Und Shôichi war das „verantwortungsvolle“ und irgendwie verschroben väterliche Gegenstück und hat ihr beinahe jeden Wunsch ohne mit der Wimper zu zucken erfüllt. Die Handlung plätscherte diesmal regelrecht dahin.😬 An sich mag ich diesen langsamen, alles entfaltet und erklärt sich zur gegebenen Zeit „Erzählstil“ aber hier? Es zog sich unendlich in die Länge. Die Magie so wie der Funke wollten nicht überspringen - und das obwohl mich bis jetzt jedes Buch der Autorin begeistert hat. . Die einzelnen Erinnerungsstücke die Yumiko dann zusammensetzen konnte waren mir teilweise nicht schlüssig und wie die Geschichte recht wirr. Die Erkenntnis das die Familie der Tante (Shôichis Mutter) Yumiko nach dem Tod von deren Eltern nicht bei sich aufgenommen hatte blieb mir lange ein Rätsel und ergab am wenigsten Sinn. Das Ganze, also wirklich Alles was man gelesen hatte wurde dann zum Schluss aufgelöst, wodurch dieses wirre und unangenehme Gefühl welches ich beim Lesen hatte auch endlich mal Sinn ergab. Das Verhalten der beiden und eigentlich von allen beteiligten nach dem Tod von Yumikos Eltern wurde dann auch aufgeklärt und ergab mehr oder weniger Sinn. . Der Schreibstil war wie immer sehr „Yoshimoto“, es las sich gut und alles aber ja... Irgendetwas fehlte oder vllt war die Geschichte einfach zu viel des Guten. Vllt bin ich aber auch so hin und hergerissen, weil ich mir etwas anderes vorgestellt hatte? Alles in allem war es aber ganz ok so für zwischendurch würde ich sagen.
Yumiko und Shoichi - Cousine und Cousin treffen nach dem Tod ihrer beiden Mütter nach Jahrzehnten wieder aufeinander. Als Kinder verband sie ein freundschaftliches Verhältnis, nun arbeiten sie gemeinsam das Schicksal ihrer Familien auf. Was als normale Reise beginnt, driftet schnell [und das hätte man bei dem Vergleich mit Murakami vielleicht erwarten sollen] in eine fanastische Richtung ab, die mir allerdings nicht recht zusagen konnte. Ich hatte gänzlich andere Erwartungen an das Ende und war von dem Gegebenen eher enttäuscht. Als besonders schön empfand ich in diesem Werk allerdings die Vergleiche vom Menschen mit der Natur, dass z.B. eine alte Frau nur so dünn/unscheinbar sei wie ein knochiger, blasser Ast eines Baumes... solche Kleinigkeiten wissen dann doch zu gefallen. Lesenswert, aber nicht überragend. Der Erzählfluss ist im Übrigen durchgängig und kommt gänzlich ohne Kapitel aus, hatte dadurch einen sehr eigenen und 'natürlichen' Fluss.


