Wie ein schönes Gemälde
Ich bin erst vor kurzem auf Martin Suter gestoßen aber je mehr ich von ihm lesen, umso mehr bewundere ich seine ruhige, unaufdringliche und dabei so präzise Art zu erzählen. Auch in einem seiner bekanntesten Bücher enwirft er ein höchst stimmungsvolles Bild einer intimen Gesellschaft, die es in Sekunden schafft einen Eindruck zu hinterlassen. Die Geschichte selbst ist ehrlich gesagt kein reißerisches Meisterwerk. Die Handlung wirkt im Nachgang fast belanglos aber trotzdem entwickelt sich ein merkwürdiger Sog, den ich so von wenigen Büchern kenne. Das Buch wird getragen von einer Handvoll teils absolut unsympathischen (aber dadurch auch ungewollt komischen) Figuren, ihren realitätsfremden Ansichten, der so wunderbar entwaffnende Naivität des Protagonisten, welcher auf jedes Problem erstmal Geld wirft, seiner perfekten Haushälterin, einer entrückten Liebesgeschichte sowie einem Bild von einem Hintern. Sogar ein bisschen Krimi kommt noch hinzu. Und natürlich: viel viel Alkohol. Wer sich ins Koma saufen will, trinkt einfach mit. Der einzige negative Punkt: die weibliche Hauptfigur und ihre sprunghaftes, so schwer nachvollziehbares Gehabe, welches in seinem Ursprung zu wenig beleuchtet wird. Mir hat’s gefallen. Wirklich.







