Bekannte Thematiken, im Aufbau etwas schwächer als gewohnt und dennoch mit starken Motiven
Im Rahmen meiner diesjährigen Autoren-Challenge lese ich alle Schlink-Romane (abseits der Kriminalromane). Die Grundzüge sind oft ähnlich: Wir lernen einen Protagonisten und dessen Sozialisierung in der Nachkriegs-BRD kennen, begleiten ihn durch seine primär- prägende Liebesbeziehung und entdecken ein mit ihm direkt oder indirekt verwobenes Geheimnis, das thematisch mit der Vergangenheitsaufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus zu tun hat. Erstaunlich genau ließ sich auch „Die Heimkehr“ diesem Muster zuordnen. Allerdings fehlte mir im Rahmen des Aufbaus dieses Mal etwas der rote Faden, Empathie konnte ich eigentlich nur für die Großeltern des Protagonisten entwickeln und das größere Geheimnis ließ sich schon recht früh erahnen. Es ist, wie sicher rauszulesen ist, nicht mehr favorisierter Schlink. Dennoch handelt es sich um lesenswerten Roman und gerade die philosophische Auseinandersetzung mit dem Milgram-Experiment, das mich seit Jahren bewegt, und auch die Verarbeitung des Antiken Stoffs der Odyssee haben mich angesprochen.

