„Kann man jemanden rehabilitieren, der Mist gebaut hat, aber dafür lebenslang in einem Sanstorium niedergepflegt wurde?“ Brunetti hat keine Antwort. Dafür wird die Fragestellerin erstochen aufgefunden. Scheinbar kein Motiv, keine Ideen, keine Täter/Verdächtige. Stattdessen beginnt Brunetti in der Vergangenheit des 2.Weltkriegs in der eigenen Familiengeschichte und die Venedigs herum zu stochern. Es ist nicht alles Gold, das glänzt… Donna Leon hat hier ein sehr düsteres Bild um Brunetti gezeichnet - er wirkt mal melancholisch, mal wütend, muss gegen seine Natur schauspielern. Vianello, Signora Elettra und seine Frau Paola versuchen zu helfen… auch die Helfer zweiten Grades geben Alles. Und nur Brunetti findet heraus, dass der Mordfall aus dem einfachsten aller Motive geschehen ist…

Der 11. Fall für Commissario Brunetti
Leon behandelt in ihrem Krimi eine andere, düstere Seite von Venedig. Als Leser*In geht es zurück bis zum 2.Weltkrieg. Einblicke in die Bibliothek die sich mit dessen Literatur beschäftigt. Familien die über Generationen machtvoll in der italienischen Stadt sind und dessen Oberhaupt regiert die Familie. Heute würde man sagen Leon koppelt das Verhalten u.a. an der Me too – Debatte, wobei es bei Erscheinen des Buches diese noch nicht gab. Wie bei den vorherigen Fällen braucht Brunetti Unterstützung aus dem Questura, Signorina Elletra und Sergente Vianello, sind die Menschen auf die er sich verlassen kann. Bei Leon kommen die Nebenhandlung die in der Familie stattfinden nicht zu kurz und da rutscht mitunter der Fall in den Hintergrund. Letztendlich schafft es Brunetti immer den Fall aufzuklären. Leon hat einen düsteren, atmosphärischen Krimi mit einen tiefen Blick in die italienische Geschichte geschrieben. Der Brunetti-Reihe bleibe ich treu, weil ich meistens Hunger auf italienisches Essen beim Lesen bekomme.
Immer wieder ein schöner Blick auf italienisches Leben, hier Partisanen und Faschismus und Beutekunst.


