Felix Hoffman ist niederländischer Botschafter in Prag. Seit dem Tod seiner Tochter kann er nachts nicht schlafen. Er sitzt in der Küche, ißt und trinkt und wartet auf den Morgen. Auf dem Dachboden des Botschaftsgebäudes hat er ein Buch des Philosophen Spinoza gefunden, eine Einführung in die erkenntnistheoretischen Überlegungen des Autors. Ein Buch über die Wahrheit. Hofmann sucht in dem Buch eine Antwort auf die großen Fragen seines Lebens. Zeitgleich ist Freddy Mancini, ein stark übergewichtiger Amerikaner, auf Urlaub in Prag. Man schreibt das Jahr 1989, das kommunistische Regime der Tschechoslowakei ist noch an der Macht. Durch einen Zufall gerät Mancini in eine Spionageaffäre, die sich auch auf Hofmann ausdehnt. Ich habe seit langer Zeit kein Buch mehr gelesen, das mich so von der ersten Seite an gefesselt hat. Erst gegen Mitte des Buches wunderte ich mich über die auftauchenden Motive einer Spionagegeschichte. Doch der Klappentext hätte dies bereits früher verraten. Die Handlung ist dicht, die Charaktere deutlich gezeichnet, ihr Verhalten nachvollziehbar. de Winter schafft es einen großen Spannungsbogen aufzubauen. Lediglich einige politische und geschichtliche Bemerkungen erzeugen bei mir in Deutschland einen faden Beigeschmack.
4. Feb.Feb 4, 2026
Hoffmans Hungerby Leon de WinterDiogenes
