1. Nov.
Rating:4.5

Ich geb zu, dass ich mich zu Beginn etwas schwer getan hab mit der Lektüre. Mir war nicht so recht klar, wie ich so manche Inhalte einordnen sollte, weil sie zum Teil skurril und fantastisch waren und die Frage offen ließen, ob das Fantasy ist oder metaphorisch zu deuten. Und ich wusste auch nicht, ob das ein Krimi-, Mystery-, Fantasy- oder Horrorbuch sein soll. Vielleicht am Ende von allem etwas. So ab der Hälfte wollte ich das Buch dann gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich war richtig drin in der Story und hab mitgefiebert. Besonders toll fand ich die Dialoge und Charaktere.

Der Tod ist ein einsames Geschäft
Der Tod ist ein einsames Geschäftby Ray BradburyDiogenes
17. Juni
Rating:4

Ein Krimi der anderen Art

Unser Protagonist: ein erfolgloser Schriftsteller, der Verrückte, den alle kennen und den jeder trotz, oder gerade wegen, seiner Verschrobenheit mag. Er lebt an einem Pier in Venice, umgeben von Ölfördertürmen, leeren Raubtierkäfigen und dem alten Skelett einer Achterbahn. Dort trifft man auf skurrile und ominöse Charaktere, die alle auf ihre eigene Weise sympathisch sind und eine besondere Eigenheit mitbringen. In genau diesem Setting beginnt die Geschichte: Eine Leiche wird im Kanal gefunden. Und überall dort, wo unser Schriftsteller auftaucht, tauchen plötzlich weitere Leichen auf. Schnell freundet er sich mit dem ortsansässigen Polizisten an. Gemeinsam versuchen sie, dem Täter auf die Spur zu kommen. Und das auf so skurrile wie liebenswerte Art und Weise, dass man manchmal nicht weiß, ob das Ganze humorvoll oder ernst gemeint ist. Normalerweise bin ich keine Krimileserin und wusste gar nicht, dass mich hier ein Krimi erwartet. Aber weil der Roman einfach so anders ist, mit seinen düsteren Elementen und den herrlich verschrobenen Figuren, hat er mir wirklich gut gefallen!

Der Tod ist ein einsames Geschäft
Der Tod ist ein einsames Geschäftby Ray BradburyDiogenes
21. Dez.
Rating:4

Dieses Buch war eindeutig eines meiner Monatshighlights. Dafür habe ich das Buch eigentlich nur wegen Bradbury mitgenommen. Der Inhalt selber war für mich damals weniger relevant. Deshalb wusste ich auch gar nicht so recht, was auf mich zukam. Irgendwas mit Krimi, keine Sci-Fi. Egal, Hauptsache Bradbury. Und wieder hat der Autor bewiesen, dass er einfach alles kann: Sci-Fi, Kinderbuch oder eben auch Krimi. Wobei es sich nicht um einen typischen Kriminalroman im Sinne Donna Leons und Co. handelt. Zwar haben wir einen bzw. mehrere Morde und jemand, der diese Taten aufklären möchte, aber das gesamte Buch funktioniert auf einer ganz anderen Ebene. Es läuft hier so Vieles im Hintergrund, durch Feinheiten, kleinste Details. Immer wieder gibt es etwas Neues. Etwas mehr fügt sich hinzu. Besonderheiten, Spezialitäten. Die Stimmung wird dichter und dichter, wie der Nebel, der sich über die ganze Stadt gelegt hat. Düster ist es, undurchschaubar. Und vor allem herrlich zu lesen. Bradbury bedient sich einer eigenartigen Sprache, die eben die erwähnte Atmosphäre erzeugt und sie mehr und mehr verdichtet. Ich schaudere, wenn ich nur daran zurückdenke. Welch ein Buch! Welch ein Werk!

Der Tod ist ein einsames Geschäft
Der Tod ist ein einsames Geschäftby Ray BradburyDiogenes