Ein alter Krimi in ist zeitlos
Ich habe mir „Wachtmeister Studer greift ein“ endlich einmal zur Gemüte geführt, angeregt durch einen Hinweis in Klaus-Peter Wolfs Ostfriesengrab. Dort liest eine Protagonistin genau dieses Buch, legt es dann aber weg – und genau das machte mich neugierig. Und was soll ich sagen? Es war jede Seite wert. Allein die Sprache, in der dieser alte Krimi verfasst ist, ist so wunderschön, dass der Mordfall fast in den Hintergrund tritt. Ein Mann wird mit einer handgespitzten Fahrradspeiche getötet, und Wachtmeister Studer nimmt die Ermittlungen auf – obwohl gerade sein Sohn Hochzeit feiert! Diese Mischung aus Alltag, menschlichen Bindungen und kriminalistischer Arbeit macht das Buch für mich so besonders. Die Schlussfolgerungen, die Studer zieht, sind genial. Ich konnte teilweise seinen Gedankengängen folgen, fühlte mich fast selbst wie Ermittler, und die logische Struktur der Ermittlungen ist meisterhaft. Dazu kommen die wunderbaren Beschreibungen der Schweizer Landschaft, die mich sofort mitten in diese Umgebung versetzt haben – man riecht fast die klare Bergluft und spürt die ruhigen Gassen. Am Ende führt Studers Logik zum Täter, und ich muss gestehen: Ich war auf dem richtigen Weg und konnte ihn schon vorher entlarven. Die Lösung ist schlüssig, überzeugend und macht einfach Spaß. Fazit: Wer klassische Krimis liebt, wer die Ruhe, Präzision und den Charme der alten Schweizer Krimis genießen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Die Sprache, die Atmosphäre und die geniale Ermittlungsarbeit von Wachtmeister Studer machen diesen Roman zu einem wahren Genuss. Aussage des Buches: Menschliche Beobachtungsgabe, logisches Denken und Geduld führen unweigerlich zur Wahrheit – auch wenn das Leben drumherum weiterläuft.
