Ein Satz mit X - Lowlight 2025
Auch wenn es Sinn ergibt, sich bei einem dem zeitgenössischen Naturalismus entgegengesetzten Werk hauptsächlich in übertrieben vergeistigten Sphären zu bewegen, komme ich bei diesem Buch über Vieles nicht hinweg. Die seitenlangen Aufzählungen von Namen und unbekannten Begriffen sind ermüdend, ebenso der Protagonist, der sich in seiner vermeintlichen Überlegenheit gegenüber allen anderen Menschen suhlt und exaltierte Ausflüge in jeden sinnlichen Bereich unternimmt, nur um seinen Höhenrausch in bodenlosem Fall zu beenden. Selbst wenn dies gewünscht ist, um der geneigten Leserin vor Augen zu führen, wie sinnlos jede geistige Akrobatik ohne den richtigen Boden unter dem Füßen ist, und selbst wenn die eingebettete blatante Mysogynie à la die angeborene Dummheit der Frauen zu ebenjener Kritik am Hauptcharakter gehört und nicht den Ansichten des Autors entspricht, selbst wenn ich genau zu dieser Unerträglichkeit und Langeweile beim Lesen geführt werden soll, so hinterlässt dieses Buch doch nicht den Wunsch, mich dagegen zu wenden und wütend mit alternativen Betrachtungsweisen und Denkansätzen dagegen zu wehren, sondern nur das dringende Bedürfnis, mich anderer Lektüre zuzuwenden und schnellstmöglich die sinnentleerte Anstrengung zu vergessen, die das Lesen dieses Buches heraufbeschwor. Die wenigen Passagen, die durch eine besondere Beobachtungsgabe und interessante Gesellschaftskritik hin und wieder aufblitzen und den einen Stern von fünfen verdienen, ändern daran - nichts.

