Das Lesen eines Buches aus der Reihe „Bruno, Chef de Police“ ist wie das Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Man kann nahtlos anknüpfen an das letzte Gespräch bzw. in dem Fall letzte Buch, findet sich sofort wieder in St. Denis, mit allen mittlerweile vertrauten Charakteren. Auch das Rezept ist das Bewährte: Traumhafte Landschaft, herrliches Essen und Wein, ein bisschen Spannung und viel Charme von Bruno und seinem tierischen Begleiter Balzac. Liest sich schnell und gut mal zwischendurch.
Ein Krimi für Geist und Magen
Als Bruno eines Morgens die Leiche von Monique an einem malerischen Aussichtspunkt über dem Tal der Vézère findet, deutet zunächst alles auf einen Suizid der erfolgreichen Geschäftsfrau, zumal sie drei Abschiedsbriefe hinterlassen hat. Doch Bruno hat ein ungutes Gefühl und geht der Sache mehr nach, als es eigentlich seine Aufgabe wäre. Zur gleichen Zeit gibt es Probleme mit neuen Gendarmen im Ort, die auf einmal die Reputation von Bruno gefährden könnten. Eine unheimliche Schmutzkampagne gegen ihn startet… Der Autor Martin Walker greift auch in diesem bereits achtzehnten Fall wieder brisante Themen der Zeit auf. Von Rufmord über Medien, Vertuschung von Straftaten und konträren Meinungen über Migration ist alles vertreten. Zudem kann der Leser auch wieder viel über das politische Geschäft in Frankreich in Erfahrung bringen. Aber auch viele andere interessante Dinge wie Esskultur, Weinbau und die Entwicklung der Region wurden geschickt in die Story eingewoben. Dass auch unzählige schmackhafte Gerichte vorkommen, braucht man eigentlich fast nicht mehr zu erwähnen, außer dem Hinweis, dass man das Buch am besten satt lesen sollte. Bruno, ich würde gerne bei dir einmal zum Essen eingeladen werden…
Eine wundervolle Reihe, die ich gerne lese. Die Fälle sind interessant, aber nicht zu spannend. Landschaftsbeschreibung und Kochen, sowie Freundschaft stehen im Vordergrund. Den Stern Abzug gibt es dafür, dass Bruno ein bisschen zu sehr Gutmensch ist und in den Himmel gelobt wird.
Bredouille überzeugt vor allem durch seine gemütliche und detailreiche Atmosphäre, sowie der sympathischen Hauptfigur. Wer ruhige, intelligente Krimis mit viel Lokalkolorit und französischem Lebensgefühl mag, wird an diesem Band der Reihe großen Gefallen finden.



