17. Mai
Rating:4

Spannende Idee

Viele Frauen machen die Erfahrung, dass sie - je älter sie werden- weniger gesehen werden. Ab einem gewissen Alter sind sie häufig nicht mehr interessant, vor allem für Männer. Sie scheinen zu verschwinden oder unsichtbar zu werden. Mit anderen Augen nimmt dies wörtlich: hier verschwinden die Frauen tatsächlich. Zunächst sind es Finger oder Ohren, die nicht mehr zu sehen sind, danach die ganze Hand, der ganze Arm, bis schließlich nichts mehr übrig ist. Die Körperteile sind dabei weiterhin zu spüren, nur das Auge kann sie nicht mehr erkennen. Eine dieser Frauen ist Tilda. Sie hat mit zwei Freundinnen erfolgreich ein Unternehmen aufgebaut, ihre beiden Töchter sind aus dem Haus. Der Mann hat sie vor ein paar Jahren für eine jüngere verlassen. Als Tilda die Diagnose Morbus Invisiblis erhält, ist sie schockiert. Doch sie beschließt zu kämpfen und die Krankheit, die viele für unbesiegbar halten, zu überwinden. Den Gedanken von Mit anderen Augen, dieses reale Problem, dass Frauen weniger sichtbar werden in ein wirkliches Unsichtbarwerden umzusetzen, fand ich fantastisch (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch die ganze Umsetzung, die verschiedenen Varianten und dass die Autorin es schafft, dies wirklich bis zum Ende sehr gekonnt durchzuziehen, gefielen mir richtig gut. Was ich ein wenig schade fand, war, dass der Roman nach etwa 200 Seiten für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr zum Selbsthilfebuch wurde. Da hätte in meinen Augen einiges gekürzt werden können. Der Text enthält viele kluge Gedanken, doch dieser Mittelteil war mir ein wenig zu lang. Sehr schön fand ich dagegen, dass Jane Tara teilweise auch viel Humor hineinpackt. Besonders gefiel mir beispielsweise das erste Treffen der Selbsthilfegruppe. Das lockerte die Geschichte sehr auf. Auch die Vipassana-Szenen mochte ich sehr gerne. Hier schafft es die Autorin immer wieder, humorvolles mit ernsthaftem zu verbinden. Sie betrachtet manches mit einem gewissen Augenzwinkern, macht sich aber nie richtig darüber lustig, da am Ende auch immer die positiven Aspekte hervorgehoben werden. Mit anderen Augen ist ein unterhaltsames Buch, dass an vielen Stellen zum nachdenken anregt, dem ein paar Kürzungen an der ein oder anderen Stelle jedoch nicht geschadet hätten.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
17. Mai
Rating:2.5

Ich hatte mir was ganz anderes von diesem Buch erwartet. Grundsätzlich sehr interessant wie die Sichtbarkeit/ Unsichtbarkeit der Frauen hier metaphorisch beschrieben wird. Leider war mir das ganze aber zu plakativ und teils nicht humorvoll sondern ins Lächerliche gezogen. Die Geschichte wirft nur mit typischen Lebensweisheiten so um sich à la, "liebe dich selbst, dann wirst du auch geliebt/ gesehen". Das gespickt mit Meditation und alles ist wieder gut.🙄 Das war mir alles irgendwie zu einfach und verbraucht aufgemacht. Unsere " gesegnete " Protagonistin entwickelt sich dann auch ganz krass zur Superheldin, rettet quasi nicht nur sich, sondern ihr komplettes Umfeld, während sie nebenher einen super gutaussehend, extrem reichen blinden Traummann kennenlernt...nee, das war so abgedroschen, vorhersehbar, kitschig und überfrachtet mit Klischees bei dem natürlich auch das passende Happy-End nicht fehlen durfte. Leider nichts für mich.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
16. Mai
Rating:4

Nach der Scheidung ist die 52-jährige Tilda Finch eigentlich glücklich und zufrieden mit ihrem Leben. Sie ist Mutter von erwachsenen Zwillingstöchtern und leitet erfolgreich ein Unternehmen. Eines Morgens bemerkt sie, dass der kleine Finger ihrer rechten Hand fehlt. Beim Besuch bei ihrer Ärztin erhält sie die Diagnose "Unsichtbarkeit". Unheilbar und nicht ausgeschlossen, dass noch andere Körperteile verschwinden. Was physisch bei ihr fortschreitet, hat Tilda auch psychisch schon seit einiger Zeit bemerkt. Nun ist es an der Zeit sich gegen die Unsichtbarkeit zu stemmen. Morbus invisibilis: ein Phänomen, das vor allem Frauen in der Lebensmitte trifft. Sie werden von ihrer Umgebung übersehen und ignoriert. Diese Besonderheit gibt es auch im realen Leben. Hier in diesem Buch hat die Autorin noch körperliche Unsichtbarkeit dazu gedichtet. Protagonistin Tilda verschwindet langsam aber sicher. Sie nimmt deshalb auch an einer Selbsthilfegruppe teil, in der einige Mitglieder nicht oder kaum noch sichtbar sind. Damit ist der Plot leicht skurril. Körperteile, die verschwinden, sind völlig aus der Luft gegriffen. Das hat mich seltsamerweise gar nicht gestört. Hinter dem Ganzen steckt eine Krise, die Frauen in der Lebensmitte häufig trifft. Die Kinder sind aus dem Haus, die Frauen beruflich angekommen und in einem wertvollen Freundeskreis integriert. War es das? Eine Frage, die sie sich trotzdem stellen. Auch Tilda gehört dazu und sie stellt einiges an, um sichtbar zu werden. Sie wendet sich an ihre Ärztin und eine Psychoanalytikerin, sucht Rat bei ihren besten Freundinnen Leith und Ali, besucht ein Meditations Retreat und öffnet sich für eine neue Liebe. Per Zufall lernt sich nämlich einen Mann kennen. Patrick ist blind und nimmt die Makel an Tilda dadurch nicht wahr. Romantisch und sehr schön sind diese Passagen und entschädigen für die trockenen und esoterischen Teile der Selbstfindung Tildas, die für mich einen zu grossen Teil einnehmen. Die Autorin lässt immer wieder einen leichten Humor durchblitzen, vernachlässigt jedoch nicht die tiefgründigen Passagen. Sehr schön die Lebensweisheiten von bekannten Persönlichkeiten, sowie fiktiven Figuren bei Beginn der Kapitel. "Mit anderen Augen" ist ein Roman mit einem Hauch Romantik, einem Teil guter Freundschaften, Familienbande und ganz viel Selbstfindungsgedanken.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
13. Mai
Rating:2.5

Jane Taras Roman "Mit anderen Augen" hat mich wegen seiner Prämisse angesprochen: Tilda Finch stellt eines Tages fest, dass ihr kleiner Finger unsichtbar geworden ist. Die Ärztin stellt eine vernichtende Diagnose: Tilda leidet an Unsichtbar, eine Krankheit, die vor allem Frauen betrifft und für die es keine Heilung gibt. Tilda will sich damit nicht abfinden und versucht, ein Mittel gegen die Unsichtbarkeit zu finden. Und was soll ich sagen? Der Roman beginnt wirklich stark. Es werden auf humorvolle und angenehm leichte Weise viele gesellschaftliche Themen eingeflochten (wie zum Beispiel Gelder Health Gap, Benachteiligung von weiblich gelesenen Menschen im Beruf und so weiter), Diversität wird sprachlich auf sehr angenehme Weise abgebildet und die im Roman auftauchenden Frauen sind mir fast durchweg sympathisch gewesen. Kurz: Fast die ganze erste Hälfte des Romans war grandios: Gesellschaftskritik mit Leichtigkeit und Humor statt Schwermut - das muss man erst einmal hinbekommen. Einziger Wermutstropfen war anfangs im Grunde genommen nur de völlig unkritisch transportierte hohe Alkoholkonsum - gerade im Kontext eines Romans der Selbstreflexion & Co. feiert, finde ich es merkwürdig, wenn die Protagonistin ständig Alkohol braucht und das auch noch positiv dargestellt wird. Wie dem auch sei: Der Anfang des Romans ist wirklich super und wäre es auf dem Niveau weitergegangen, hätte es locker für eine 4-Sterne-Bewertung gereicht. Aber leider finden die gesellschaftskritischen Elemente spätestens in der zweiten Hälfte des Romans überhaupt nicht mehr statt (ich meine das genau so - sie geraten nicht etwa in den Hintergrund, sondern sind überhaupt nicht mehr vorhanden), genauso tauchen angeblich total wichtige Freundinnen - abgesehen von einer Ausnahme - kaum noch auf. Stattdessen driftet der Roman komplett in eine weichgespülte Esoterik-Welt ab, in der Selbstfindung und Meditation quasi alle Probleme behebt. Die zweite Hälfte war furchtbar zu lesen, zumal es einfach auch langweilig wurde und mir der Roman viel zu sehr Denver-Clan-Glitzer-Gefilde abdriftete (allerdings ohne die Intrigen). Sinnbild dafür ist Patrick, der ohne Ecken und Kanten, dafür aber mit umso mehr sexy Schönheit, Verständnis, Geld und was weiß ich noch alles ausgestattet ist (und natürlich gut küsst und sexuelle Glanzleistungen abliefert), dass ich irgendwann nur noch genervt auf ihn reagiert habe. Das Schlimmste aber war, dass der Roman, der so stark begonnen hatte, immer belangloser wurde. Ja, der Humor und die Leichtigkeit waren immer noch da. Ja, rein sprachlich war der Roman ist immer noch super zu lesen. Aber inhaltlich bot der Roman ein Niveau, das über "Du musst dich selbst sehen, um gesehen zu werden" nicht hinauskam. Die Vielfalt der anfänglichen Themenkomplexe blieb auf der Strecke, die Charaktere wurden im Verlauf immer schablonenhafter und der Selbstfindungsprozess verlief derart problemlos, dass es den Anfang des Romans konterkariert. Schade.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
12. Mai
Rating:3.5

Metaphorisch stark

Tilda wacht eines morgens auf und kann ihren kleinen Finger nicht mehr sehen. Sie spürt ihn noch aber er ist nicht mehr sichtbar. Auch Nase und Ohr sind bald nicht mehr sichtbar. Als sie zu ihrer befreundeten Gynäkologin geht, diagnostiziert diese die seltene Krankheit "Unsichtbarkeit", welche vor allem Frauen ab 50 betrifft. Es scheint keine Heilung zu geben, bis Selma in Tildas leben auftaucht. Sie hat die Unsichtbarkeit überwunden. Das Buch beginnt sehr stark und hat mich sofort begeistert. Ich mochte vor allem den methaporischen Schreibstil sowie die symphatischen Charaktere. In einigen Situationen konnte ich mich sehr gut mit ihnen identifizieren. Auch die eingebundene Liebesgeschichte fand ich anfangs sehr gut bzw. die Analogie dahinter. Ein Roman, der gesellschaftskritische Themen auffasst und diese interessant behandelt. Was mir weniger gefallen hat, war der wechselnde Ton. So verliert die Geschichte sich mit der Zeit mehr in einem Ratgeber voller Weißheiten und Mental Health Ansätzen, was grubdsätzlich nicht schlecht ist - im Gegenteil. Hier kann man als Leser*in viel für sich herausziehen aber man muss es in dem Moment auch lesen wollen. Auch das Ende sagte mir absolut nicht zu. Ja, ein Happy End habe ich mir gewünscht, aber es wirkte zu konstruiert und zu Friede Freude Eierkuchen. Trotz der Kritik kann ich das Buch weiterempfehlen, da mit Metaphorik sowie die Annologien wirklich genial umgesetzt sind.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
12. Mai
Rating:3

Eines Tages macht Tilda eine erschreckende Entdeckung: Ihr kleiner Finger ist verschwunden, und ihr Spiegelbild zeigt, dass ihr Nase und ein Ohr fehlt. Nach einigen Untersuchungen diagnostiziert ihre Ärztin eine seltene Krankheit namens „Unsichtbarkeit“, die hauptsächlich Frauen über fünfzig betrifft. Anfangs scheint es keine Heilung zu geben, doch eine Freundin von Tilda hat Selma aufgespürt, die einen Therapieansatz verfolgt, mit dem sie ihre eigene Unsichtbarkeit überwunden hat. Der Weg zur Heilung führt Tilda letztendlich zu sich selbst und ihrem Selbstwertgefühl. Das Buch liest sich sehr gut, sprachlich hervorragend und flüssig geschrieben. In ihrem Roman beleuchtet Jane Tara treffend, wie Frauen sich selbst wahrnehmen und wie stark sie sich über ihr Äußeres definieren. Besonders gut gefallen haben mir die Darstellung ihrer Familie und ihrer Freundinnen. Ein besonderes Highlight ist die Liebesgeschichte zu Patrick, einem blinden Mann, der sein Augenlicht im Laufe seines Lebens verloren hat. Die Analogie zwischen Blindheit und Sichtbarkeit ist hervorragend gewählt. Dieses Buch liest sich wie ein Ratgeber, und wer dieses Genre mag, wird es sicherlich sehr schätzen. Es ist geeignet für Frauen, die auf der Suche nach ihren inneren Werten sind.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
12. Mai
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Rating:4

MIT ANDEREN AUGEN Jane Tara ET: 22.04.26 „Eine Zen-Weisheit besagt, dass man jeden Tag zwanzig Minuten meditieren soll, es sei denn, man hat keine Zeit – dann soll man eine Stunde meditieren.“ (S. 266) Tilda Finchs kleiner Finger ist plötzlich verschwunden. Oder besser gesagt: unsichtbar. Sie kann ihn noch spüren, doch sehen lässt er sich nicht mehr. Tief beunruhigt sucht sie ihre Ärztin auf, die eine ungewöhnliche Diagnose stellt: Unsichtbarkeit. Nach und nach werden weitere Körperteile verschwinden – bis Tilda schließlich vollständig unsichtbar ist. Doch wie konnte es so weit kommen? Alles begann damit, dass ihr Mann sie nicht mehr wahrnahm und sich schließlich von ihr trennte. Mit der Zeit scheint auch ihre Umwelt sie immer öfter zu übersehen. „Das Leben, das sie für sich geplant hatte, war längst verschwunden. Und jetzt war auch Tilda dabei zu verschwinden.“ (S. 261) Ob und wie Tilda einen Weg zurück in die Sichtbarkeit findet, müsst ihr natürlich selbst herausfinden … Der Roman greift Themen wie Selbstfindung und Selbstwert auf und zeigt, wie wichtig es ist, gerade in der Lebensmitte wieder mehr Bewusstsein und Vertrauen in sich selbst zu entwickeln. Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen: Das Verschwinden als Metapher für Frauen, die älter werden und zunehmend weniger wahrgenommen werden, ist stark umgesetzt. Allerdings wirkte das Buch auf mich stellenweise etwas zu sehr wie ein Lebensratgeber. Trotz dieses kleinen Kritikpunkts lässt es sich dank des feinen Humors angenehm und flüssig lesen. Fazit: Ein lesenswertes Buch für alle, die sich für Themen wie Meditation, Selbstreflexion und innere Balance interessieren. Besonders Leser*innen, denen Das Café am Rande der Welt gefallen hat, dürften hier auf ihre Kosten kommen. Für mich war es sehr gute Unterhaltung. 4/5

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
7. Mai
Rating:5

Vom verschwinden und gesehen werden

Ich bin eine Frau über 50, die sich nicht in die Bedeutungslosigkeit drängen lässt. Mich zu übersehen ist vielleicht schwieriger als bei anderen, denn ich verschaffe mir durch meine Stimme Gehör und Sicht. Mein Vorsatz, auf Instagram mein Gesicht nie zu zeigen, habe ich schnell über Bord geworfen. Ich finde es wichtig, dass Frauen, die so alt sind wie ich, in einer Welt, die oft sehr glatt gebügelt erscheint, clean und beige und einfach nur süß, Falten, Fettpolster und andere Alterungsprozesse zur Schau tragen. Aber auch ich hab damit zu kämpfen übersehen zu werden. Auch ich werde in Cafés häufig nicht bedient und muss mich erst melden, und selbst auf Bookstagram gibt es Bloggerinnen und Verlage, die sich an jüngerem Publikum orientieren und sich auf Nachrichten oder Anfragen nicht zurückmelden. Alt werden ist in der heutigen Gesellschaft kein Ponyhof – aber wenn ihr gesund bleibt, kommt ihr alle dran. Tara hat mit ihrer Sichtbarkeit zu kämpfen. Im wahrsten Sinne des Wortes! Körperteile verschwinden aus der visuellen Wahrnehmung. Sie sind noch zu spüren, aber sehen kann man sie nicht mehr. Viele Frauen teilen dieses Schicksal, und meist beginnt es im Alter zwischen 40 und Mitte 50 . „Die 40 war ein Wendepunkt gewesen. Das ganze Jahrzehnt war Tilda vorgekommen wie ein Aufenthalt in einem Land, in dem niemand sie hören, verstehen oder sehen konnte.“ Sie ist am Boden zerstört und holt sich an mehreren Stellen Rat. Ihre Freundinnen sind Tilda eine Stütze. Doch sie möchte sich der Diagnose nicht geschlagen geben. Sie besucht gegen den ausdrücklichen Rat ihrer Frauenärztin eine vielversprechende Heilerin, die ihr zur intensiven Meditation rät. Und hier wird es sehr „Eat Pray Love“. Tilda ist erst sehr skeptisch doch nach und nach setzt sie sich wirklich mit dieser Praxis der Wandlung auseinander. Dabei nimmt sie sich selbst unter die Lupe und muss sich PAULA , ihrer inneren Kritikerin stellen. Nur wenn sie sich selbst sieht, wie sie ist, sich annehmen kann und akzeptieren kann, ist sie auf dem richtigen Weg, so ihre Therapeutin. Tara führt ihre Protagonistin und auch uns auf die gedanklichen Verschlingungen zu einem besseren Selbstwertgefühl, einer klaren Sicht auf sich selbst, und einer Reflektionen der Veränderungen, die man vorgenommen hat, um anderen zu gefallen. Es geht um Selbstliebe, die es erst ermöglicht zu lieben und vielleicht sogar geliebt zu werden. Ich war tatsächlich angenehm überrascht, wie locker und leicht dieses Buch ist. Die Dialoge fliegen nur so dahin und erinnern mich sehr an das hin und her zwischen den vier Mädels aus „Sex and the City.“ Trotz der tollen metaphorischen Umsetzung des Themas und den tiefgründigen Gedanken hatte dieses Buch eine Leichtigkeit, die mich beglückt hat. Die Love Story hätte es für mich nicht gebraucht, hat mich aber auch nicht gestört. Ich finde sie für die Geschichte überhaupt nicht relevant, ist aber Nice to Have. Lediglich das Happy End hat sich gezogen. Die Figuren waren durchweg gut gezeichnet und ich hab mich besonders unter den in Mitleidenschaft gezogenen Frauen sehr wohl gefühlt. Auch Humor kommt in diesem Buch alles andere als zu kurz. Es gab so viele Stellen, bei denen ich lachen musste. Erwähnen möchte ich noch die schönen Zitate zu Beginn jeden Kapitels. Ein paar davon habe ich mir raus geschrieben. Kostprobe? „Trotz ständigen Gebrauchs war der Stoff ihrer Freundschaft kein bisschen abgenutzt.“ -Dorothy Parker Herrlich! Für mich war das ein Highlight, und zwar ein sehr bereicherndes, dass ich tatsächlich noch mal lesen möchte. Ich empfehle das Buch allen Frauen, denen, die auch unter dem Virus des Verschwindens leiden und denen, die noch sehr sichtbar sind: lest dieses Buch, denn ihr kommt auch irgendwann dran – es sei denn, ihr verschafft euch rechtzeitig Sichtbarkeit und Raum!

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
7. Mai
Rating:4

Die 52jährige Tilda stellt eines Tages fest, dass sie ihren kleinen Finger nicht mehr sehen kann. Als dann auch noch ihre Nase verschwindet, bestätigt ihr die Ärztin, die sie konsultiert: Tilda wird unsichtbar. Fortan beginnt sie, sich mit ihrer Diagnose auseinander zu setzen und stellt fest, dass sie mit der Krankheit nicht alleine ist. Viele Frauen, besonders ältere, sind von davon betroffen. Sie werden übersehen; beim Bestellen in der Kneipe, bei Beförderungen und von potentiellen Date-Partnern.Tilda beschliesst zu kämpfen und begibt sich auf eine Suche nach sich selbst. Ich fand das Buch zunächst wirklich außergewöhnlich und humorvoll. Viele Frauen haben eine innere abwertende Meckerstimme, die einem so gar nicht bewusst ist. Es war schön Tilda dabei zu beobachten, wie sie zu einem freundlicheren Umgang und einer besseren eigene Wertschätzung gefunden hat. Ihrem Selbst hat sie durch Gespräche, Meditation und Kreativität Ausdruck verliehen, so dass das Sichtbarwerden begleitet wird von einem Prozess, den sie durchlebt. Leider kippte es im letzten Drittel dann ins Kitschige. Tilda liiert sich mit einem superreichen und supernetten Milliardär, der zwar blind ist, ihre inneren Werte aber trotzdem "sieht". Das war mir zu viel Hollywood: alles löst sich in Wohlgefallen auf und alle haben sich lieb. Sisterhood und eine neue Frauenbewegung, die perfekte Beziehung, die dankbaren Töchter, die loyalen Freundinnen, die erfolgreiche Foto-Ausstellung - das war mir einfach over the top und hat sich am Schluss auch zu sehr in die Länge gezogen. Trotzdem hat das Buch sehr gute Anteile und ich mochte das Thema, dass Frauen sich selbst innerlich abwerten und ab einem bestimmten Alter von der Gesellschaft und sich selbst nicht mehr wahrgenommen werden, so dass ich den Roman gerne weiterempfehle. Das Buch ist lebensklug, leicht, humorvoll und bringt einen trotzdem zum nachdenken. Allerdings sollte man offen für Meditation sein und der Autorin das schulzige Ende nachsehen.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
3. Mai
Rating:5

Beeindruckend

📖Tilda ist Anfang 50 und der Auffassung, dass sie ein erfüllendes Leben führt. Doch eines Tages fängt sie stückweise an unsichtbar zu werden - eine Krankheit, die viele Frauen in der Menopause bekommen und die nicht heilbar sein soll. Statt sich wie viele andere mit der Erkrankung abzufinden und in Selbstmitleid zu versinken, macht Tilda sich auf die Suche nach einem Heilmittel. 💫 „Mit anderen Augen“ ist ein unglaublich berührender und Augen öffnender Roman, welcher nicht nur für Frauen mittleren Alters ist. Auch junge/jüngere Frauen kennen das Problem für (einen Teil der) die Gesellschaft unsichtbar zu sein - auch sie werden übergangen, ausgegrenzt, nicht gehört und nicht beachtet. Die Autorin schafft es zeitgleich einfühlsam und schonungslos zu sein. Nach und nach bringt sie sowohl ihre Protagonistin als auch die Leser*innen zu der Erkenntnis, dass die eigene innere Sichtbarkeit ein wesentlicher Bestandteil unserer Außenwirkung ausmacht. Wenn wir nicht für uns selbst einstehen und an uns glauben, warum sollen es dann andere? Mit Tilda und ihren Freundinnen hat Jane Tara sehr starke und grundverschiedene Persönlichkeiten erschaffen, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und dies auf unterschiedliche Weise. Tildas Entwicklung von einer Frau, die sich im Leben immer angepasst hat und sich dabei selbst vergessen hat, hin zu der Frau die ihre eigene Stärke findet und ihre „innere PAULA“ in den Griff bekommt, ist sehr eindrucksvoll. Behutsam werden auch Themen wie sexueller Missbrauch, häusliche Gewalt und Alkoholabhängigkeit angesprochen. Sprachlich ist der Roman sehr gut geschrieben mit einem wunderschönen Setting an der australischen Küste. Die Kapitellänge ist gut durchgemischt, wodurch sich die Geschichte entspannt lesen lässt. „Mit anderen Augen“ ist mein zweites Lese-Highlight für 2026!

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
29. Apr.
Ein Roman, der bleibt!
Rating:4.5

Ein Roman, der bleibt!

. Hast du je darüber nachgedacht, wie du handeln würdest, wenn dich plötzlich niemand mehr sehen könnte? Würdest du dieses seltsame Schicksal schweigend annehmen oder dich ihm widersetzen? In „Mit anderen Augen“ entfaltet sich genau diese Frage auf ebenso humorvolle wie berührende und tiefgründige Weise und lässt dich einiges in deinem eigenen Leben hinterfragen! 4,5/5 ⭐️ . Aber worum geht es genau… Tilda Finch kann es kaum glauben, eines Tages ist ihr kleiner Finger verschwunden… dann folgen Ohr und Nase! Was ist bloß los? Ihr Ärztin hat schnell eine Diagnose… Tilda wird unsichtbar! Doch dies möchte sie schleunigst ändern! . In „Mit anderen Augen“ begleiten wir Tilda auf einer ebenso wundersamen, wie nachdenklichen Reise durch ihr eigenes Leben. Schnell wächst sie uns ans Herz! Sie ist eine Protagonistin von großer Wärme und erstaunlicher Tiefe. Sie wirkt, wie auch die anderen Figuren, greifbar und wirklichkeitsnah; selbst das „magische“ Moment fügt sich so selbstverständlich ein, dass die Geschichte beinahe wie ein Spiegel des Alltäglichen erscheint. Denn eigentlich ist Tilda fest im Leben verankert… ein erfüllender Beruf, zwei wunderbare Töchter und doch schleicht sich eine kaum greifbare Leere in ihr Dasein. Etwas fehlt. Etwas, das sich nicht benennen lässt, aber spürbar ist. Und so geschieht das Unfassbare… Tilda wird sich langsam zu einer von vielen unsichtbaren Frauen verwandeln, denn sie ist längst nicht die Einzige. . Wir verweilen dicht an ihrer Seite, beinahe in ihren Gedanken und erleben aus nächster Nähe, was sie antreibt, zweifeln und hoffen lässt. Ihre Suche führt sie durch eigene Recherchen, in eine eigentümliche Selbsthilfegruppe und durch ihre verewigten Gedanken in einem Notizbuch… ein tastendes Voranschreiten zwischen Verzweiflung und Erkenntnis. Ob Tilda eine Antwort findet, bleibt hier unausgesprochen. Doch eines ist gewiss… Dieser Roman erzählt weit mehr als nur von der Suche nach dem eigenen Ich. Er spricht von Mut und Selbstliebe, von Freundschaft und Zusammenhalt, von der leisen Kraft der Unterstützung und von der Liebe in all ihren Facetten. All das geschieht mit feinem Humor, kluger Beobachtung und einem sanften Augenzwinkern. . Vielleicht wird sich sogar jede Frau, unabhängig vom Alter, in einem Teil von Tilda wiederfinden und manch Mann ebenso. . „Mit anderen Augen“ ist ein Roman, der zum Innehalten einlädt, der den Blick weitet und uns unsere Mitmenschen, insbesondere Frauen neu sehen lässt. . Ein Buch von stiller Dringlichkeit und großer Herzenswärme, getragen von einem flüssigen, mitreißenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen. Ein Roman, der bleibt und den ich von Herzen empfehlen kann!

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
26. Apr.
Rating:4.5

Frauen, Freundinnen, Lieblingsmenschen wollen gesehen werden. Dieses ermutigende Buch über weibliche Identität …

… ist mit Humor, Liebe & inspirierendem Scharfsinn geschrieben. Wir wollen uns Sätze rausschreiben, die im Herzen mitnehmen & das Buch unseren Liebsten schenken. Denn sie alle sollen wissen, sie sind sichtbar & es lohnt sich immer zu kämpfen 💕

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
23. Apr.
Rating:5

Begeisterung pur!

In „Mit anderen Augen“ begleitet man die Protagonistin Tilda auf einer ganz besonderen Reise zu sich selbst. Durch unerwartete Begegnungen und neue Perspektiven beginnt sie, ihr Leben, ihre Entscheidungen und vor allem sich selbst zu hinterfragen. Schritt für Schritt lernt sie, alte Denkmuster loszulassen und den Mut zu finden, ihr Leben neu zu gestalten. Ich bin wirklich unglaublich begeistert von dieser Geschichte! 💗 Tilda ist eine Figur, in der ich mich in vielen Momenten wiederfinden konnte. Jane Tara spricht hier – auf eine sehr einfühlsame und zugleich kraftvolle Weise – ein Thema an, das so viele Frauen betrifft, ganz unabhängig vom Alter. Die Geschichte wirkt auf mich unglaublich motivierend und regt dazu an, auch das eigene Leben einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Man kann so viel für sich selbst aus diesem Buch mitnehmen – kleine Denkanstöße, große Erkenntnisse und vor allem Mut zur Veränderung. Genau das macht dieses Buch für mich so besonders. ✨ Und nicht zuletzt bin ich seit dem Blogger:innen-Treffen mit dem Diogenes Verlag und Jane Tara ein riesiger Fan von ihr. So eine lebensfrohe und inspirierende Frau! 😍 Ich bin einfach nur begeistert! Für mich gehört es nun zu meinen Jahreshighlights! 💕 Danke an den @diogenesverlag für das Rezensionsexemplar – und ich freue mich riesig, dass ich dieses wundervolle Buch schon vorab lesen durfte, denn heute ist es endlich erschienen! 🎉

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
23. Apr.
Rating:3.5

Kreative Annäherung an ein wichtiges Thema

Ein Frau über 50 wird unsichtbar. Zuerst bemerkt Tilda, das einer ihrer kleinen Finger plötzlich unsichtbar geworden ist. Später verschwinden ein Ohr und die Nase. Kurz darauf bestätigt ihr auch ihre Hausärztin die Diagnose: Tilda leidet an Unsichtbarkeit im 2. Stadium. Heilung scheint ausgeschlossen. Tilda stellt sich der Diagnose und nimmt erst zögerlich, dann zunehmend aktiv den Kampf gegen die Krankheit auf. Dabei stärken ihr vor allem ihre Freundinnen den Rücken. Die Geschichte, die von der Autorin hier erzählt wird, ist amüsant, ernst, absurd, ernüchternd und hoffnungsvoll gleichermaßen. Ich hatte viel Freude an der Lektüre. Allerdings musste ich doch im letzten Drittel immer öfter mit den Augen rollen. Es wurde mir ab irgend einen Punkt alles zu schön, zu positiv, zu … eben von allem irgendwie zu dick aufgetragen. Alles in allem hat sich die Autorin hier aber einem wichtigen Thema auf sehr kreative Art und angenehm zu lesende Weise gestellt. Wer viel Happy End verträgt, wird mit diesem Buch eine schöne Zeit haben.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
22. Apr.
Sich selbst mit anderen Augen sehen
Rating:5

Sich selbst mit anderen Augen sehen

Mit anderen Augen von Jane Tara hat mich mehr berührt, als ich zunächst erwartet hätte. Zu Beginn war ich unsicher, wohin die Reise geht – stellenweise wirkte das Buch fast wie ein Selbsthilferatgeber, und ich hatte kurz die Sorge, es würde zu sehr in Richtung einfacher Antworten gehen. Doch genau das passiert nicht. Nach und nach entfaltet das Buch seine Stärke: Es zeigt sehr feinfühlig, wie sehr wir uns durch Erlebnisse, Prägungen und Traumata selbst unsichtbar machen – oft ohne es bewusst zu merken. Dabei bleibt der Ton ruhig, reflektiert und überraschend ehrlich. Statt Schuldzuweisungen geht es um Verständnis, um Hinsehen und darum, die eigene innere Stimme ernst zu nehmen. Besonders gefallen hat mir, wie feinfühlig Jane Tara beschreibt, wie innere Prägungen unser Verhalten beeinflussen und wie schwer, aber auch befreiend es sein kann, diese Muster zu hinterfragen. Das Buch regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu wirken, und begleitet einen noch lange über die letzte Seite hinaus. Ein sehr starkes, kluges Buch, das Mut macht, sich selbst bewusster wahrzunehmen und den eigenen Blick neu auszurichten. Ich empfehle es sehr gerne weiter.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
22. Apr.
Rating:5

Über das Phänomen der Unsichtbarkeit bei Frauen ab 50

"Mit anderen Augen" von Jane Tara ist ein Buch, das mich absolut fasziniert hat! Als Tilda am Rechner sitzt, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen: Ihr kleiner Finger ist verschwunden, sie kann ihn fühlen, aber nicht mehr sehen. Kurze Zeit später ist ein Ohr nicht mehr zu sehen, danach ihre Nase. Sie geht zu ihrer Ärztin und bekommt die Diagnose Unsichtbarkeit und eine nicht gerade aufmunternde Prognose. Bei Frauen jenseits der 50 wäre dieses Phänomen weit verbreitet und auch nicht heilbar. Tilda geht zu einer Selbsthilfegruppe, die anderen Teilnehmerinnen reduzieren sich aber auf Jammern und Hoffnungslosigkeit. Tilda will ihre Unsichtbarkeit bekämpfen und begibt sich auf eine Reise zu sich selbst. Ich habe mir noch nie in einem Buch so viele Stellen markiert wie in diesem. Jedes einzelne der insgesamt 66 Kapitel ist mit einem Zitat von den unterschiedlichsten Menschen aus unterschiedlichen Zeiten überschrieben, eines besser als das andere! Trotz der zum Teil sehr humorigen Schreibweise versteht es Jane Tara viel tiefer zu gehen. Ich war mit Tilda geschockt, verzweifelt, aber auch wütend. Ich konnte sie auf ihrem Weg begleiten und ihre Auseinandersetzung mit ihrer PAULA verfolgen . PAULA ist das Unterbewusstsein, einer Datenbank aus Informationen, die im Lauf des Lebens gesammelt wurden. PAULA ist anstrengend und nimmt alles wörtlich! Jane Tara zeigt auf, dass Frauen sich selbst und ihre Meinung ernst nehmen sollen, sich selbst so zu akzeptieren wie sie sind und aus festgelegten Mustern auszubrechen. Obwohl im Roman viel Weisheit enthalten ist, wird er nie langweilig und ist spannend zu lesen. Tara hat einen Roman geschrieben, der inspiriert! Frauen können verhindern im Alter ab 50 unsichtbar zu werden, die innere Einstellung zu sich selbst muss allerdings passen. Es lohnt sich durchaus, sich mit der eigenen PAULA auseinanderzusetzen. Mir wird dieser Roman lange im Gedächtnis bleiben und ich werde sicher noch mehrmals hineinlesen. Ein Roman, der mich fasziniert hat und den ich sehr gerne empfehle, besonders an Frauen jenseits der 50! Überzeugte 5 Sterne für dieses großartige Werk, für mich ein weiteres Jahreshighlight!

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
15. Apr.
Feministisch - empowernd - gesellschaftskritisch - philosophisch
Rating:4.5

Feministisch - empowernd - gesellschaftskritisch - philosophisch

„Das Auge sieht nur, was der Geist zu begreifen bereit ist.“ – Mit diesem Zitat von Robertson Davies kann man diesen tollen Roman gut beschreiben. Die Story ist so vielschichtig: empowernd und feministisch, gesellschaftskritisch, aber auch philosophisch-spirituell. Ich fand vor allem das Thema Unsichtbarkeit von Frauen so faszinierend. Also das die Autorin das reale Problem so auf die Spitze getrieben hat und Frauen hat wirklich unsichtbar werden lassen und nicht nur metaphorisch. Damit hat sie die Thematik auf eine sehr fantasievolle Weise in den Fokus gerückt, was heute leider immer noch sein muss. Mit Tilda hat sie auch einen sehr authentischen Charakter erschaffen, den man einfach nur lieb haben konnte. Aber auch alle Nebenfiguren waren symphatisch. Wobei ich die Lovestory mit Patrick nicht unbedingt gebraucht hätte. Da sie aber eher im Hintergrund läuft, war das ok. Dominant bleibt die ganze Zeit das Thema Älterwerden bei Frauen und ihre Wichtigkeit in der Gesellschaft. An einigen Stellen dachte ich mir aber dennoch, es könnte langsam mal schneller vorangehen. Und das Ende war auch ein klein wenig vorhersehbar. Aber das sind die einigen Kritikpunkte, die ich an diesem sonst sehr beachtenswerten Buch, habe. Mein Fazit: Ein Buch, welches ein wichtiges Thema sehr kreativ angeht und thematisiert. Definitiv lesenswert.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
15. Apr.
Rating:5

Tolle neue Blickwinkel

Es gibt keine Zufälle im Leben. Der Klappentext hatte mich angesprochen, weil ich die Unsichtbarkeit von Frauen aus dem Alltag kenne und die Idee des Romans so klug fand.

Tilda ist 52 Jahre alt, was ich sehr erfrischend fand. Eines Tages ist ihr kleiner Finger unsichtbar, woraufhin ihr ihre Ärztin Unsichtbarkeit diagnostiziert. Das blöde an der Sache ist, es gibt natürlich keine Forschungsgelder und daher auch keine Mittel dagegen. Aufgeben und die Unsichtbarkeit scheinen die einzige Option zu sein, oder?

Zum Glück erlebt Tilda einiges, was ihren Weg und ihre Sicht auf alles Stück für Stück verändert. Ich möchte wirklich nicht ins Detail gehen, da ich die Reise und Entdeckungen dabei mit Tilda sehr genossen habe. Die Zitate zu Beginn der Kapitel, die hilfreichen Tipps durch diverse charmante Nebencharaktere und zuletzt Tildas unschlagbarer Humor haben diesen Roman wirklich rund gemacht. Klare Leseempfehlung!

Spannend ist allerdings, dass ich durch den Roman selbst dazu inspiriert wurde meine Meditationspraxis wieder aufzugreifen. Was Tilda mit 52 erlebt, habe ich bereits mit Mitta 20 durchgespielt. Ganz ohne die Diagnose "Unsichtbarkeit". Hoffentlich erweckt die Geschichte neue Blickwinkel bei ganz vielen Menschen.

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
7. Apr.
Humorvoll, klug und inspirierend für alle Frauen, egal welches Alter!
Rating:4

Humorvoll, klug und inspirierend für alle Frauen, egal welches Alter!

Bevor ich das Buch überhaupt erst angefangen habe, war ich schon total begeistert von der Idee der Autorin. Für mich ist das nicht nur ein Roman mit einer schönen Geschichte, sondern eine gesellschaftskritische Metapher was die Sichtbarkeit von Frauen mittleren Alters in der heutigen Zeit angeht. Die Unsichtbarkeit auf physischer Ebene zu betrachten um auf kluge und humorvolle Weise darauf aufmerksam zu machen, wie es Frauen in Tilda`s Alter tatsächlich geht, finde ich einfach nur genial. Als Tilda mit Schrecken feststellt, dass einige ihrer Körperteile nicht mehr zu sehen sind, sucht sie Hilfe bei ihrer Ärztin. Diagnose: Unsichtbarkeit. Nicht heilbar. Eine Krankheit, die, da sie nur Frauen betrifft, noch sehr unerforscht ist. Es beginnt im Beruf, dass Frauen nicht mehr richtig gesehen werden. Und nach und nach verschwinden sie einfach ganz. Tilda kann und will das nicht auf sich sitzen lassen. Und so versucht sie mit Hilfe einer sehr bekannten Therapeutin "sich selbst wieder richtig zu sehen" - Sie lernt ihre eigene Kritikerin kennen, die gar nicht mal so sympathisch ist, und versucht sie zu verstehen und mit ihr umzugehen. Sie will glücklich sein! Und sie will, jedes einzelne Körperteil SEHEN. Ganz egal, wieviel Falten, Narben, Schatten -> Sie erkennt wie unwichtig das alles ist. Denn all das ist SIE. Was ich dem Buch so besonders finde, ist, dass es so nahbar und inspirierend ist. Ich konnte aus dieser Geschichte richtig viel für mich selbst mitnehmen. Tilda hat außerdem eine sehr sympathische, leicht ironische Art mit ihrer Situation umzugehen und das hat mich an manchen Stellen wirklich zum Lachen gebracht! Und das passiert mir bei Büchern tatsächlich eher seltener. Was ich etwas schade fand, dass natürlich aus dem Nichts auf einmal ein ganz toller Mann in Tilda`s Leben auftaucht, der wahnsinnig verständnisvoll und charmant ist und Tilda so mag wie sie ist. Das ist natürlich per se nicht schlechtes. Aber mir war das zu klischeehaft. 1. Wie realistisch ist es denn, dass man in einem Cafe einfach so einen solchen Mann kennen lernt? 2. Es hätte doch auch einfach mal ohne Mann gehen können. Die ganze Geschichte ist für mich so eine schöne Liebeserklärung an die eigene Weiblichkeit, an die Frau in uns -> wir finden das Glück in uns selbst und nicht in anderen. Jane Tara hat das trotzdem genau so rüber gebracht und der Fokus lag zum Glück nicht auf der Beziehung zwischen Tilda und ... ach mist, hab schon wieder vergessen wie er hieß.. Naja, weil er eben für mich nicht so wichtig war in der Geschichte.. ;) Von meiner Seite eine ganz klare Leseempfehlung für alle Frauen, egal welches Alter! Lasst euch inspirieren!

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes
2. Apr.
„Es ist an der Zeit, dass Frauen aufhören, höflich wütend zu sein.“
Rating:5

„Es ist an der Zeit, dass Frauen aufhören, höflich wütend zu sein.“

Wow, dieses Buch war so toll!! „Mit anderen Augen“ von Jane Tara hat mich von der ersten Seite an berührt und begeistert. Für mich war es ein echtes Jahres-Highlight, das mich emotional komplett abgeholt hat. Im Mittelpunkt steht Tilda, die eines Morgens feststellt, dass ihr kleiner Finger unsichtbar geworden ist obwohl sie ihn noch fühlen kann. Eine Ärztin erklärt ihr, dass sie an der sogenannten Unsichtbarkeitskrankheit leidet, die fortschreitet und dazu führt, dass sie nach und nach immer weniger sichtbar wird. Von dort aus entwickelt sich eine sehr einfühlsame und zugleich kluge Geschichte über Selbstwahrnehmung, gesellschaftliche Erwartungen und das Gefühl, als Frau oft übersehen oder nicht ernst genommen zu werden. Besonders toll fand ich die starke Metapher der Unsichtbarkeit. Das Buch greift auf eindrucksvolle Weise auf, wie sich vor allem Frauen im Laufe ihres Lebens manchmal nicht gesehen fühlen - sei es von ihrem Umfeld, aber auch von sich selbst. Tildas Weg der Selbstfindung, ihre Gedanken und ihre Entwicklung waren für mich sehr nachvollziehbar und berührend. Ich habe richtig mit ihr mitgefühlt und ihre Entwicklung gerne begleitet. Der Schreibstil ist angenehm, emotional und an vielen Stellen auch überraschend humorvoll. Immer wieder gab es Momente, die mich zum Schmunzeln oder sogar zum Lachen gebracht haben. „Mit anderen Augen“ ist ein feministischer, gefühlvoller Roman über Selbstwert, Wahrnehmung und den Mut, sich selbst neu zu entdecken. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung!! ⭐️

Mit anderen Augen
Mit anderen Augenby Jane TaraDiogenes