Die Geschichte eines einfachen und kargen Lebens, gespickt mit Mythen, Sagen und doch auch hin und wieder außergewöhnlichen Vorkommnissen. Joachim Schmidt erzählt hier über einen rauen Mann, der jedoch einen vielschichtigen Charakter hat und einem ans Herz wächst. Eine wunderbare Erzählung!

Zwischen Einsamkeit und Mythen – eine stille Reise nach Island
Osmann, der neueste Roman von Joachim B. Schmidt, ist ein stiller, atmosphärisch dichter Text, der das Leben eines isländischen Einzelgängers um die Jahrhundertwende nachzeichnet. Der Autor orientiert sich an einer realen Figur und verbindet biografische Elemente mit einer poetischen, fast mythischen Erzählweise. Die Geschichte führt in den abgelegenen Norden Islands, wo karge Landschaften, harsches Klima und soziale Isolation den Alltag bestimmen. Zentral ist das Leben eines Mannes, der in dieser Einöde versucht, seinen Platz in der Welt zu behaupten. Die Präsenz von Geistern, Elfen und überlieferten Mythen vermittelt ein feines Gefühl dafür, wie eng Natur, Glaube und Existenz in jener Zeit miteinander verwoben waren – ganz ohne ins Fantastische abzudriften. Besonders beeindruckt hat mich die Sprache des Romans: Sie ist bildhaft, ruhig und von einer poetischen Klarheit, die die Landschaft beinahe körperlich spürbar macht. Die Naturbeschreibungen gehören für mich zu den stärksten Momenten des Buches, ebenso die präzise Beobachtung der sozialen Härten und der tiefen Einsamkeit dieser Region. Gleichzeitig empfand ich die Erzählweise als bewusst langsam und sehr zurückhaltend; Spannung im klassischen Sinn entsteht kaum. Osmann ist ein leises Buch, das sich viel Zeit nimmt, seine Figuren und seine Welt zu entfalten – für mich passte dieses gemächliche Tempo jedoch gut zum Thema und zum Leben der dargestellten Menschen. Wer rasante Handlungen oder starke dramaturgische Entwicklungen erwartet, könnte hier weniger fündig werden. Im Fazit würde ich Osmann all jenen empfehlen, die sprachlich fein gearbeitete Literatur schätzen, Interesse an Island und historischen Lebenswelten mitbringen und sich gerne von Atmosphäre tragen lassen. Es ist ein Roman, der weniger durch Ereignisse wirkt als durch Stimmung, Sprache und seine stille Eindringlichkeit.
Eine wunderschöne Erzählung
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Ósmann, ein Fährmann in Island vor gut 140 Jahren. Es erzählt davon, wie entbehrungsreich und karg das Leben damals gewesen ist und wie die Menschen einander geholfen haben und wie tiefe Freundschaften entstanden sind. Ich bin in diese Geschichte eingetaucht. Ich habe die kalten Winter gespürt und die Besäufnisse in Ósmanns Hütte miterlebt. Ein wunderschöner Roman, den ich empfehlen kann.
Der Roman um eine wahren Figur, den Fährmann Jon Magnusson Osmann spielt in Island. Es ist atmosphärisch unglaublich dicht und beschreibt die Kälte und Kargheit Islands sehr eindrucksvoll. Die Lebensgeschichte des Fährmann wird erzählt, es gibt immer wieder Zeitsprünge und Rückblenden. Der Roman lebt von der Figur des Fährmann, von den Menschen und der Natur Islands. Eine große Empfehlung und der Wille noch mehr von dem Autor zu lesen!
Eine Biographie mit dem besonderen Etwas
Das besondere an dieser Biographie ist der Erzähler. Viele nordische Völker glauben an das „Huldevolk“ an Geister, Trolle oder andere Fabelhafte Wesen und an Menschen deren Geist weiterhin unter den Lebenden weilt. Um so einen Geist handelt es sich bei dem Erzähler, der den Protagonisten Ósmann gut gekannt hat und mit dem wir Ósmann ganz nah kommen können und somit manchmal fast Teil der Geschichte werden. Das das Leben im nördlichsten Teil Islands im 19. Jahrhundert kein Zuckerschlecken gewesen sein kann, das kann man sich denken. Aber hier geht es fast mehr ums Überleben als ums Leben, was einem immer vor Augen geführt wird wenn zu Beginn der Kapitel steht wieviele Winter Ósmann bisher überlebt hat. Die Kälte des Ortes ist fast körperlich zu spüren. Dieses Land trotzt den Menschen dort alles ab. Um so erstaunlicher fand ich was Ósmann für ein feinsinniger,liebevoller und gutmütiger Charakter war. Hilfsbereit und freundlich zu jedem. Das Buch erzählt von Ósmanns Leben in einem ruhigen langsamen Tempo. Zunächst hatte ich mit dem Schreibstil von Joachim B. Schmidt meine Probleme fand es sogar eher langweilig, irgendwann ab der Mitte änderte es sich aber und ich fand es immer besser. Ich habe die Geschichte vom Mann am Ós sehr gemocht, vor Allem da es sich um eine Person handelte, die es wirklich einmal gab. Das das Ende ein selbstbestimmtes sein würde, das war gewiss….

Mit „Ósmann“ setzt Joachim B. Schmidt einem isländischen Original ein literarisches Denkmal – und liefert gleichzeitig ein atmosphärisch dichtes Porträt einer Zeit, in der Island zwischen Tradition und Moderne schwankte. Im Mittelpunkt steht Jón Magnússon, genannt Ósmann, ein Fährmann am Fluss Os im Norden Islands, der Menschen, Tiere und Waren über das tückische Wasser bringt. Schmidt zeichnet ihn als kraftvollen, lebenslustigen Mann, der Gedichte rezitiert, Reisende bewirtet und jedem ein offenes Herz – und oft auch ein Glas Schnaps – schenkt. Hinter dieser Wärme verbergen sich jedoch harte Schicksalsschläge: Verluste in der Familie, körperliche Erschöpfung, das Fremdeln mit einer sich verändernden Welt. Die Stärke des Romans liegt nicht nur in der Figur Ósmann selbst, sondern in der Erzählweise. Der namenlose Erzähler – dessen Identität erst am Ende aufgelöst wird – führt uns in kurzen, fast filmischen Szenen durch Ósmanns Leben. Realität und Legende verschwimmen: Fischer und Geister erscheinen gleichermaßen selbstverständlich, und die raue Natur Islands wird so plastisch beschrieben, dass man beim Lesen förmlich den Wind im Gesicht spürt. Schmidts Sprache ist klar und zugleich poetisch, getragen von trockenem Humor und tiefer Menschenkenntnis. Er vermittelt das Gemeinschaftsgefühl einer abgeschiedenen Gesellschaft, in der Geselligkeit und Härte nah beieinanderliegen. Die karge Schönheit Islands, die Wärme in den Hütten, das Pochen des Wassers am Boot – all das verschmilzt zu einer eindrucksvollen Kulisse für ein Leben voller Entbehrungen und großer Momente. Ósmann ist kein klassischer Held, sondern eine „poetisch veranlagte Naturgewalt“ mit Fehlern, Brüchen und einer entwaffnenden Offenheit. Genau das macht ihn unvergesslich. Wer bereit ist, sich auf diesen unkonventionellen Erzählrhythmus einzulassen, wird mit einem Roman belohnt, der lange nachhallt – nicht nur als Hommage an einen Mann, sondern auch an ein Stück isländische Kulturgeschichte. Warmherzig, rau und voller Leben – ein kraftvolles, atmosphärisches Porträt, das Island um 1900 in allen Facetten lebendig macht. Kleiner Tipp: Hört auch unbedingt mal ins Hörbuch rein, das vom Autor selbst eingelesen wurde. Mit seinem Schweizer Akzent und der ruhigen Erzählweise lässt Joachim B. Schmidt seine Hörer*innen tief in das raue Leben Islands eintauchen. Ein stimmungsvolles Hörerlebnis!
Island um die Jahrhundertwende. Ósmann arbeitet als Fährmann und setzt Passagiere, Tiere und Material über den Ós. Joachim B. Schmidt erzählt seine Geschichte aus Sicht eines Geistes. Hört sich absurd an, passt aber wunderbar in die Szenerie, denn Geister gibt es genug in dieser harten Umgebung. So begleiten wir Ósmann, dessen Leben geprägt ist von harter Arbeit, Kälte, Liebe und Abschied nehmen. Die Hoffnung auf ein besseres Leben und das Gute in den Personen und insbesondere in Ósmann überwiegt aber. Ein ganz tolles Buch. Man findest sich rasch in der rauhen Umgebung wieder und würde gerne noch viel mehr über Ósmann erfahren und ihn begleiten.
Wunderbar wird hier vom Leben eines isländischen Fährmannes erzählt. Am Ende hab ich sogar ein bissken feuchte Augen gehabt. Eines meiner diesjährigen Lesehighlights. Hach ja.... schön war's...

Was für eine Wucht hinter der Erzählung einer Lebensgeschichte stecken kann, dass zeigt uns J. B. Schmidt hier ganz eindrucksvoll. Der Fährmann Jón Maggnusson auch Ósmann (Ós = Flussmündung) setzt im hohen Norden Islands Menschen und Tiere über den Fluss. Und während Winter im Winter vergehen, erleiden er und seine Mitmenschen den ein oder andern Schicksalsschlag - bedingt durch die Härte der Natur, des Flusses, der Landschaft, des Wetters und der Dänen (die damals Island regierten). Der Leser bewegt sich von 1889 (Ósmann hat 27 Winter überlebt) bis 1914 (52 Winter überlebt) und wird hierbei Zeuge des Lebens von Ósmann und der Bewohner dieser kargen Gegend. Die Häuser, aus Holz oder Torf errichtet, sind einfach, das Leben karg. Viele Familien wandern nach Amerika aus, um dort ein besseres Leben zu finden. Wie in der Heimat scheitern einige oder haben Glück. Das Leben von Ósmann bewegt sich zwischen Realität und einer Geisterwelt, in der es Elfen gibt und Robben, die ihr Fell ablegen können und als schöne Frauen an den Strand kommen. Dabei ist diese Geisterwelt nur leicht in die Geschichte eingebunden, so dass sie zwar im Hintergrund mitschwingt, die nüchterne Realität jedoch in keinster Weise stört. Erzählt wird die Geschichte von einem Beobachter, der sich immer wieder durch die einzelnen Szenen bewegt - so dass der Leser immer hautnah im Leben Ósmanns ist, ohne dass die Geschichte auf einen Ich-Erzähler zurückgreifen muss. Die Rolle des Erzählers klärt sich zum Ende der Geschichte auf eine schöne (und für mich überraschende) Weise auf. Ósmann bleibt sein Leben lang in seiner kleinen Welt, die durch die Weiten der Fjorde jedoch riesig erscheint; er trinkt Brantwein, geht auf Robbenjagd, verliebt sich, trauert um geliebte Menschen, ist ein geschickter Ringer und ein einfühlsamer Mensch, der Gedichte schreibt. Für mich ein Highlight des Jahres 2025. Von mir geht ein Dank an den Autoren für diese wunderbare Geschichte und eine ganz klare Empfehlung an - tja, an wen…eigentlich an alle!
Ein ganzes Leben Osmann der Fährmann seine Gedanken, sein Leben . Ein Buch mit Höhen und Tiefen

Ein außergewöhnliches Porträt eines einfachen Lebens
In kurzen, atmosphärischen Kapiteln wird das Leben von Jón Ósmann erzählt - einem Fährmann im Norden Islands, der jahrzehntelang Menschen, Tiere und Waren über den Skagafjord bringt. Er ist wortkarg, eigenwillig, tief mit der Natur verbunden - eine Figur, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber mehr in sich trägt, als man zunächst vermuten würde. Erzählt wird seine Geschichte aus der Sicht eines geheimnisvollen Beobachters, der ihn über Jahre hinweg begleitet. Diese ungewöhnliche Perspektive hat mich sofort fasziniert, denn sie verleiht dem Buch etwas Mythisches. Nach und nach entsteht das Bild eines Lebens, das von harter Arbeit, Verlust aber auch stiller Poesie geprägt ist. Die Sprache ist ruhig, sehr atmosphärisch, fast poetisch - dabei stets unaufgeregt und doch kraftvoll. Joachim B. Schmidt schafft es, mit wenigen Worten eine intensive Stimmung zu erzeugen. Gerade das, was zwischen den Zeilen mitschwingt, hat eine besondere Wirkung. Die Natur, das Wetter, die Einsamkeit - all das ist beim Lesen spürbar, fast greifbar. Man fühlt sich, als stünde man selbst am Ufer des Fabelstrands und würde dem Fährmann bei seiner Arbeit zusehen. Ósmann wirkt dabei fast wie ein Relikt aus einer anderen Zeit – eine Figur zwischen Realität und Legende. Mich hat dieses Buch nachhaltig beeindruckt und viel mehr berührt, als ich es für möglich gehalten hätte. Es ist keine laute Geschichte, aber eine, die hängen bleibt – gerade weil sie so schlicht und ehrlich erzählt wird. Ein echtes Highlight für alle, die sich auf eine leise, aber eindrucksvolle Geschichte einlassen möchten. Das ist gewiss, wie Ósmann sagen würde.

Meiner persönlichen Meinung nach ist es bisher Schmidts bestes Buch und ich bin traurig, dass es nun vorbei ist.
Bei manchen Büchern frage ich mich, was der*die Autor*in wohl beim Schreiben der letzten Seiten eines Buches empfunden hat. So geschehen hier. Aber der Reihe nach. Im Roman geht es um Jón Magnússon, der im Laufe seines Lebens von seiner Mutter den Spitznamen Nonni bekommt, später den Namen Mann vom Ós - Ósmann. Er ist Fährmann am Skagafjord, ein herzensguter, fleißiger und sensibler Mensch mit einer gehörigen Prise Humor und Poesie, mit dem es das Schicksal aber wieder und wieder zu derb treibt. Selten ist mir das Leben einer Romanfigur so sehr ans Herz gegangen wie hier. Vielleicht deshalb, weil es diesen Mann wirklich gab. Er lebte um 1900 und hatte wahrlich kein leichtes Leben. Doch nahm er es mit allem auf und machte das Beste daraus, bis es eben nicht mehr ging. Joachim B. Schmidt hat es geschafft, mich mit ins alte Island zu nehmen, in denen es Traditionen gab, enge Familienbande und Geistergeschichten, aber auch Armut und sinnlose Unfalltode. Das Gelesene ist nicht immer leicht auszuhalten, doch nahm es mich umso mehr mit. Ich habe mich unglaublich auf dieses Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht. Meiner persönlichen Meinung nach ist es bisher Schmidts bestes Buch und ich bin traurig, dass es nun vorbei ist.
Jón Magnússon ist Färmann und wird von allen Ósmann genannt. Er ist ein Bär von einem Mann, rau wie das Klima in Island, doch auch herzlich und ein Poet. Er schreibt Gedichte, die sich durch diesen Roman hindurchziehen. In seiner kleinen Hütte ist jeder immer willkommen. So begleiten wir Ósmann durch mehrere Jahrzehnte, nicht immer chronologisch. Ich hatte am Anfang so meine Schwierigkeiten mit der besonderen Schreibweise, nach ein paar Seiten war ich dann aber voll dabei. Rau, manchmal düster wird uns langsam die Geschichte erzählt. Ósmann hat viel erlebt, die Jahre und die Erfahrungen haben ihn geformt. Erzählt wird aus der Sicht eines Freundes in der Zeit zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts. Das raue Leben und die faszinierende Landschaft wurden wunderbar bildgewaltig beschrieben. Als Leser hat man das Gefühl, man ist mittendrin. Ein Roman, den man langsam und in Ruhe lesen sollte. Eine Geschichte, die im Kopf bleibt.

ÓSMANN Joachim B. Schmidt Jón Magnússon, von allen nur Ósmann genannt, ist der Mann, der Menschen und Vieh mithilfe seiner Seilwinde über die Gewässer des Skagafjords bringt. Er ist Fährmann, ein Bär von einem Mann – Robbenjäger, Trinker und Poet zugleich. In vielen Kapiteln erfahren wir von seinem Leben, das Ende des 19. Jahrhunderts alles andere als leicht war. Viele Menschen wanderten damals nach Amerika oder Kanada aus, die Kindersterblichkeit war hoch, Hunger und lange, harte Winter forderten ihren Tribut. Wir begleiten unseren Protagonisten über fünf Jahrzehnte hinweg – nicht immer chronologisch – in seine Hütte direkt am Ufer des Ós, im hohen Norden Islands. Gemeinsam essen wir Gammelhai und Robbenfleisch, lernen seine Freunde, seine Familie und seine Söhne kennen, denen es leider nicht bestimmt war, lange zu bleiben. Ósmann muss man einfach mögen: Auch wenn er oft wortkarg ist, heißt er jeden in seiner Hütte willkommen, teilt Schnaps und geräucherten Fisch großzügig aus – und manchmal auch sein Herz. Für mich war es ein gelungener Ausflug nach Island. Joachim B. Schmidt verwebt in seinem neuesten Buch die Geschichte des 1914 verstorbenen Fährmanns Jón Magnússon mit fiktiven Elementen. Die Atmosphäre des Romans ist stellenweise düster – was jedoch perfekt zur rauen isländischen Kulisse passt und die Geschichte umso glaubhafter wirken lässt. Wer Lust auf eine außergewöhnliche Geschichte in einem ganz besonderen Schreibstil hat, dem lege ich dieses Buch wärmstens ans Herz. 5/5













