6. Nov.
Rating:4

Ein wilder Ritt durch einen dystopischen Western

Okay, das Buch ist schräg, gleichzeitig poetisch und stark. Man muss schon aufpassen, damit man die Nuancen mitbekommt, die Metaphern nicht verpasst. Ein paar Fragezeichen bleiben. Ich kann mir das Buch sehr gut für Lesekreise und Diskussionen vorstellen. Es bietet viel Spielraum für Interpretation und ich denke, jeder kann etwas sehr Unterschiedliches für sich darin finden.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
31. Aug.
Rating:4

"Die Grüne Wolke“ trifft auf Western trifft auf „The Road“ trifft auf starke Frauen und heraus kommt Stefanie vor Schultes „Das dünne Pferd“ (Reziexemplar) oder so ähnlich.

Als vor Jahren Stefanie vor Schultes „Junge mit Schwarzem Hahn“ herauskam, bin ich einerseits gerade was das Setting angeht unglaublich toll in diesen Schauerroman versunken, fand es aber an anderer Stelle nicht ganz überzeugend. Das zweite Buch habe ich dann geskippt, aber dieses hier sprang mir als Dystopie- und Pferdefan sofort ins Auge. Und ja, wenn ihr diesen Spätsommer noch ein relativ schmales, armosphärisches und leicht verstörendes Endzeit-Buch lesen wollt, dann lest dieses. Aria ist Pflegekraft und rettet gemeinsam mit ihrer Kollegin Marion 15 Kinder. Die müssen gerettet werden, weil deren Eltern sie allesamt vergessen und die Kinder literally allergisch auf die allermeisten Erwachsenen reagieren. Auch sonst spielt die Natur verrückt, Tiere wenden sich gegen ihre Menschen, postapokalyptische Cowboys reiten durch die Straßen und generell geht gefühlt die Welt unter. Aber der Bus mit den Kids und den beiden Frauen landet in Einstadt, wo Aria ein kleines verlassenes Badehotel als Unterkunft gekauft hat. Einstadt ist eine ziemlich patriarchal organisierte Kleinstadt, deren Einwohner alles andere als glücklich sind mit den Neuankömmlingen. Und als Aria eines Tages am Strand ein Pferd entdeckt, das dort einfach nur herumsteht, und dieses retten möchte, bekommt sie es mit dem Widerstand der Einstädter zu tun. Auch sonst scheint der Ort nicht besonders einladend zu sein. Wenigstens kommt bald noch Hayden dazu, eine ehemalige Pr0st1tu1erte, für die das Badehotel ebenfalls zum Schutzort wird und die Marion und Aria unterstützt. Können sie gemeinsam in dieser misogynen Umgebung das Pferd retten und die Kinder schützen? Lassen sich vielleicht mit den Einstädterinnen Allianzen schmieden oder zumindest mit dem Anführer der Cowboys, Imre Brandt? Diese Ausgangslage klingt absurd und fantasievoll und erneut zeigt Stefanie vor Schulte, dass sie ziemlich atmosphärisch schreiben kann. Persönlich hat mir dieses Buch nochmal deutlich besser gefallen als „Junge mit schwarzem Hahn“. Das gelingt auch, weil wir als Leser*innen teilweise schon mehr wissen als Aria, Marion und die Kids und dadurch vor allem mitfiebern, ob sie sich gegen die Bedrohung zur Wehr setzen können. Der Roman erzählt von Widerständigkeit gegen patriarchale Strukturen und macht Frauen zu den Protagonistinnen einer Wildweststory, wobei der Fokus aber auf der atmosphärischen Geschichte liegt und nicht auf einer gesellschaftstheoretischen Abhandlung. Ehrlicherweise habe ich die Rolle des dünnen Pferdes bis zum Schluss nicht ganz begriffen, aber Pferde gehen immer und dieses leicht rätselhafte Element gehört ja scheinbar zum Stil der Autorin und fügt sich hier sehr gut ein. Ich werde das Buch jetzt meiner Mutter empfehlen und bin gespannt, was sie dazu zu sagen hat!

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
23. Aug.
Rating:4

Sehr viel Genremix auf relativ wenigen Seiten. Tolle Endzeit-Spätsommer-Lektüre!

"Die Grüne Wolke" trifft auf Western trifft auf "The Road" trifft auf starke Frauen und heraus kommt Stefanie vor Schultes "Das dünne Pferd" (Reziexemplar) oder so ähnlich. Als vor Jahren Stefanie vor Schultes "Junge mit Schwarzem Hahn" herauskam, bin ich einerseits gerade was das Setting angeht unglaublich toll in diesen Schauerroman versunken, fand es aber an anderer Stelle nicht ganz überzeugend. Das zweite Buch habe ich dann geskippt, aber dieses hier sprang mir als Dystopie- und Pferdefan sofort ins Auge. Und ja, wenn ihr diesen Spätsommer noch ein relativ schmales, armosphärisches und leicht verstörendes Endzeit-Buch lesen wollt, dann lest dieses. Aria ist Pflegekraft und rettet gemeinsam mit ihrer Kollegin Marion 15 Kinder. Die müssen gerettet werden, weil deren Eltern sie allesamt vergessen und die Kinder literally allergisch auf die allermeisten Erwachsenen reagieren. Auch sonst spielt die Natur verrückt, Tiere wenden sich gegen ihre Menschen, postapokalyptische Cowboys reiten durch die Straßen und generell geht gefühlt die Welt unter. Aber der Bus mit den Kids und den beiden Frauen landet in Einstadt, wo Aria ein kleines verlassenes Badehotel als Unterkunft gekauft hat. Einstadt ist eine ziemlich patriarchal organisierte Kleinstadt, deren Einwohner alles andere als glücklich sind mit den Neuankömmlingen. Und als Aria eines Tages am Strand ein Pferd entdeckt, das dort einfach nur herumsteht, und dieses retten möchte, bekommt sie es mit dem Widerstand der Einstädter zu tun. Auch sonst scheint der Ort nicht besonders einladend zu sein. Wenigstens kommt bald noch Hayden dazu, eine ehemalige Pr0st1tu1erte, für die das Badehotel ebenfalls zum Schutzort wird und die Marion und Aria unterstützt. Können sie gemeinsam in dieser misogynen Umgebung das Pferd retten und die Kinder schützen? Lassen sich vielleicht mit den Einstädterinnen Allianzen schmieden oder zumindest mit dem Anführer der Cowboys, Imre Brandt? Diese Ausgangslage klingt absurd und fantasievoll und erneut zeigt Stefanie vor Schulte, dass sie ziemlich atmosphärisch schreiben kann. Persönlich hat mir dieses Buch nochmal deutlich besser gefallen als "Junge mit schwarzem Hahn". Das gelingt auch, weil wir als Leser*innen teilweise schon mehr wissen als Aria, Marion und die Kids und dadurch vor allem mitfiebern, ob sie sich gegen die Bedrohung zur Wehr setzen können. Der Roman erzählt von Widerständigkeit gegen patriarchale Strukturen und macht Frauen zu den Protagonistinnen einer Wildweststory, wobei der Fokus aber auf der atmosphärischen Geschichte liegt und nicht auf einer gesellschaftstheoretischen Abhandlung. Ehrlicherweise habe ich die Rolle des dünnen Pferdes bis zum Schluss nicht ganz begriffen, aber Pferde gehen immer und dieses leicht rätselhafte Element gehört ja scheinbar zum Stil der Autorin und fügt sich hier sehr gut ein. Ich werde das Buch jetzt meiner Mutter empfehlen und bin gespannt, was sie dazu zu sagen hat! "Das dünne Pferd" erschien vor ziemlich genau einem Jahr, am 21. August 2024, im Diogenes Verlag. Lohnt sich.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
29. Juni
Rating:5

Ich hatte von der Autorin DER JUNGE MIT DEM SCHWARZEN HAHN gelesen, was ich als wunderbares Märchen für Erwachsene empfunden habe. Den zweiten Roman SCHLANGEN IM GARTEN habe ich irgendwie verpasst, er ist aber jetzt - nach DAS DÜNNE PFERD - auf meiner Wunschliste hinterlegt. Für mich war das vorliegende Buch ein weiteres Highlight des Jahres. Eine wunderbare Dystopie, gemischt mit Western-Vibes; teilweise kamen mir Bilder in den Kopf, wie ich sie aus Roman von Stephen King kenne - insbesondere aus GLAS. Ich war sofort in der Welt, wie die Autorin sie geschaffen hat. Worum geht es? Die Welt hat einen Punkt erreicht, an dem alles zusammenbricht. Moral wird nur noch sehr klein geschrieben, die Menschen gehen miteinander nicht mehr so um, wie man es gemeinhin erwartet. Und zu alldem geschieht etwas zwischen Kindern und Eltern; die Kinder entwickeln lebensbedrohende Allergien gegen Erwachsene - und die Eltern vergessen ihre Kinder und deren Existenz schlicht. Sie bringen sie ins Krankenhaus, besuchen sie noch ein paar Mal und wissen zunächst nicht mehr, wie sie heißen und dann, dass es sie überhaupt gibt. Die beiden Krankenschwestern Aria und Marion sind die einzigen Erwachsenen, die sich noch um die Kinder kümmern, ja kümmern können. Eines Tages wird die Situation jedoch bedrohlich - sie müssen die Kinder wegschaffen. »Die Einrichtung ist seit Tagen unbewacht, der Parkplatz davor ohne Menschen, und also wagen sie es.« Sie fahren zu einem Haus, welches Aria gekauft hat. Unterwegs treffen sie die verletzte Prostituierte Hayden, die in Aria eine besondere Saite zum Klingen bringt; diese ist vor einem irren Serienmörder verletzt worden, der auch später noch eine Rolle spielen wird. »Aber die Verrückten, die sind auch an sonnigen Tagen unterwegs. Merk dir das, Schulman« Aria möchte, dass Hayden bei ihnen bleibt - doch diese hat noch etwas zu erledigen und verspricht, nachzukommen; dieses Versprechen hält sie und wird eine wesentliche Rolle in der Geschichte spielen. Schließlich schaffen sie es, die Kinder in das Haus zu bringen und sich dort mit ihnen ein Leben einzurichten. »Die Kinder waren Stück für Stück zu einem Mysterium in der Mitte der Gesellschaft geworden, bis man sie aus der Mitte genommen und an den Rand geschoben hatte…« Doch die Menschen vor Ort sind nicht gerade hilfsbereit, sie sind geradezu feindselig - insbesondere die Männer. »Und derjenige, der die Tomate geworfen hat, bekommt von seiner Frau ein Seufzen zu hören. Was willst du?, fragt er gestisch, und die Frau zeigt auf den halb fertigen Salat.« Und dann ist da noch der Rancher Imre Brandt, Morphiumsüchtig, innerlich zerrissen und von seinen Cowboys verachtet und gefürchtet. Und dann steht plötzlich ein dünnes Pferd am Strand, unterhalb des Abhanges - und Aria ist klar, dass es die einzige Aufgabe, die einzige Lösung all ihrer Probleme sein kann, dieses Pferd den Abhang hinaufzubringen. Ein schier unmögliches Unterfangen - doch plötzlich erhält sie Hilfe! »Den Mann, der so tut, als wäre er einer von ihnen, während er sich wünscht, er wäre einer von jenen im Mäusekasten.« Die Story wird in mehreren Zeit- und Handlungssträngen erzählt, die gekonnt zusammenfinden. Es werden zunächst viele Fragen aufgeworfen und nicht alle klären sich zu 100 Prozent - was mich absolut nicht gestört hat. Dafür gibt es plötzlich Antworten auf Fragen, gar nicht so offensichtlich waren, durch ihre Antworten aber absolut wichtig! Für mich persönlich der wohl größte und sehr beeindruckende Twist: Was hat es mit Alex auf sich?! »Alex schlägt die Augen auf, und Aria umarmt ihn voller Glück. Auf einmal Stille. Der Regen lässt nach…« Ich möchte nicht mehr vorwegnehmen. Wer Dystopien mag, die in einer wirklich wunderbaren Sprache geschrieben sind und verschiedenste Themen, wie Mißhandlung, Emanzipation, Schwäche, Gewalt, Hoffnung, Freundschaft und Liebe behandeln, dem kann ich nur empfehlen, dieses tolle Buch zu lesen.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
17. Apr.
Rating:3

3.75 Das dünne Pferd von Stefanie vor Schulte Dieses Buch hat mich von Anfang in eine einzigartige Atmosphäre hineingezogen. Die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern auch erfrischend anders – ein feministischer Twist in einem Western-Setting rund um den Weltuntergang? Absolut faszinierend! Klappentext: „Was bleibt, als zu fliehen, wenn Kinder plötzlich allergisch auf Erwachsene reagieren, Eltern ihre Kinder vergessen, wenn Hunde ihre Herren anfallen und die Natur des Menschen überdrüssig ist? Pflegekraft Aria und Kollegin Marion retten fünfzehn Kinder aus der vom Untergang gezeichneten Stadt und versuchen die vielleicht letzten Wochen in einem ehemaligen Badehotel würdevoll zu bestehen. Doch den Bewohnern von Einstadt und den Cowboys rund um Imre Brandt sind sie ein Dorn im Auge. Als Aria ein Pferd am Strand entdeckt und darauf beharrt, es zu bergen, geht es plötzlich um alles.“ Der Schreibstil ist packend und die Erzählweise hält einen konstant am Lesen. Vielleicht hätte ein bisschen mehr Action die Handlung noch weiter angeheizt. Trotzdem kann ich sagen: Das Ende hat mich richtig überzeugt! Es liefert genau den Höhepunkt, den man sich wünscht und erhofft. Alles in allem eine klare Empfehlung für alle, die nach einer originellen und spannenden Geschichte mit Tiefgang suchen! Vielen Dank an @diogenesverlag für das wundervolle Rezensionsexemplar, ich hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen!

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
10. Apr.
Rating:4.5

“Das dünne Pferd” von Stefanie vor Schulte lässt sich am Besten als feministischer dystopischer Western am Meer beschreiben. Ausgangsprämisse ist, dass Kinder plötzlich allergisch auf Erwachsene reagieren und Eltern ihre Kinder vergessen und diese nun auf sich allein gestellt sind. Das komplette gesellschaftliche Leben ist zusammen gebrochen. Aria und Marion retten gut ein Dutzend Kinder, die sie bislang in einer Klinik versorgt hatten, aus einer Stadt in ein Badehotel, um dort ihre wahrscheinlich letzten Wochen zu verbringen. Als Aria am Strand ein abgemagertes Pferd entdeckt und versucht, es zu retten, beginnt der Showdown zwischen den Neuen und den Cowboys der Stadt. Dieses Buch ist ziemlich schräg und parabelhaft. Es ist nicht ganz einfach, sich auf die Story einzulassen, alles bleibt vage und universell. Der Erzählstil hat mich dennoch fesselt und ich wollte wissen, wohin diese twisted Handlung führt. Die Sprache der Autorin ist pointiert und schnörkellos, sodass man sich auf den Inhalt fokussieren kann. Definitiv eine Empfehlung, wenn ihr seltsame und berührende Geschichten mögt.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
6. März
Rating:4

Gesichtsausdruck während des Lesens: Stirnrunzeln. Alle Fragezeichen, die im Buch fehlen, tauchten in meinem Kopf auf. Trotzdem fesselnd und die Hoffnung darauf, dass alle Fragen beantwortet werden. Dem ist nicht so. Wer es skurril mag und mit Unerklärtem gut klar kommt, wird gut unterhalten.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
4. März
Rating:4.5

Die Stallburschin des Schicksals

Ich bin so froh, dass mich Stefanie vor Schulte mit ihrem dritten Roman wieder so begeistern konnte. Der Text um Aria und ihre Weggefährtinnen, fünfzehn Kinder und ein Pferd hatte wieder genau den mythischen, märchenhaften und gleichzeitig hochaktuellen Ton, den ich auch schon bei „Junge mit schwarzem Hahn“ geliebt habe. Zwar befinden wir uns in einem dystopischen Setting, die Figuren und vor allem die Symbolik bleiben jedoch wandlungsfähig interpretierbar und dadurch sehr nahbar. Besonders hängen geblieben ist mir in diesem Zusammenhang die Formulierung, Aria sei eine „Stallburschin des Schicksals“ - eine merkwürdige und doch sehr passende Metapher, die das gesamte Buch gut beschreibt. Einige Nebenschauplätze mögen etwas aus der Luft gegriffen scheinen, mir haben jedoch alle Zweige der Geschichte auf ihre Art etwas gegeben und ausgelöst. Es wurde nicht zu viel ausgeholt aber doch genug, um Spannung zu erzeugen. Stefanie vor Schulte bleibt für mich daher eine Meisterin der emotionalen und literarischen Groteske und eine Lieblingsautorin.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
8. Feb.
Rating:4

Szenische Weltuntergang & Zynismus: Literatur gekonnt!

**** Worum geht es? **** Wenn Eltern ihre Kinder vergessen, Kinder auf Erwachsene allergisch reagieren und die Tiere ihre Liebsten angreifen, ist der Untergang wohl nicht mehr fern. Aria und Marion versuchen, 15 verschiedene Kinder zu retten – bis unerwartete Ereignisse das Miteinander erneut auf die Probe stellen. **** Mein Eindruck **** Der Text lässt viel Raum für Interpretation und bleibt in den Details ungewiss. Sprachlich versiert und literarisch ansprechend, ist es eine Freude, ihm zu lauschen. Das dystopische Setting beschreibt eine Welt kurz vor dem Verfall, wobei das Böse teils zynisch und humorvoll dargestellt wird, was trotz der tiefgründigen Botschaft zum Schmunzeln anregt. Der Zusammenhalt zwischen den Figuren sticht hervor, und persönliche Unterschiede werden überwunden. Die Erzählung beginnt direkt im Geschehen, ohne eine Einführung. Durch den kurzen Stil konnte ich die außergewöhnlichen Aspekte schätzen, auch wenn manche Teile klarer hätten ausgeführt werden können. Nachdenklich schloss ich das Buch, wobei die letzte Szene besonders bedeutungsvoll erschien. **** Empfehlung? **** Eine in sich runde, aber teils unschlüssige Dystopie mit bewegender Botschaft und einem besonderen Erzählstil. Eine klare Empfehlung für Fans literarischer Dystopien.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
8. Feb.
Rating:3

Das dünne Pferd von Stefanie vor Schulte aus dem #diogenes Verlag 🐴 Wer Geschichten mit offenem Anfang und offenem Ende schätzt, der ist hier goldrichtig. Dieses Buch lässt viel Platz für eigene Ideen und Theorien. . Die Autorin präsentiert uns einen Schnipsel. Wir können einen kurzen Blick auf etwas werfen. . Irgendwie steht der Weltuntergang bevor. Irgendeine Krankheit lässt die Eltern ihre Kinder vergessen. Erklärungen dazu gibt es eigentlich nicht. . Zwei Frauen landen mit einem Bus voller Kinder irgendwo am Wasser und schlagen sich durch. . Es gibt Begegnungen, merkwürdige Erlebnisse, unglaubliche Zufälle und immer wieder lose Enden. Schnipsel. . Der Schreibstil hat mir gefallen. Aber tausend Lose Enden, keine Erklärungen, keine Ahnung, fehlende Informationen… hinterlassen bei mir das Gefühl von fehlender Logik und einer Erzählweise, die mich nicht glücklich macht. . Schade. Verlag, Agentin und Autorin haben in der Geschichte etwas entdeckt, was mir fehlt. . Wie gesagt, habe das Buch gerne gelesen. Fühle mich aber schlecht informiert. . Lieb gemeinte 3 🌟 Sterne von mir.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
26. Jan.
Rating:5

Starke Geschichte

Eine starke Geschichte über starke Frauen. Freundschaft, Zuversicht und verlorene Träume. Mich hat das Buch gefesselt. Die Charaktere sind super beschrieben. Das dünne Pferd war mein ersten Buch von Stefanie vor Schulte, und ich musste mich erst an den, aufs wesentliche beschränkten, Schreibstil gewöhnen. Ich kann aber sagen, dass wird nicht mein letztes Buch von Ihr sein.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
4. Dez.
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Mit „Das dünne Pferd“ entführt Stefanie vor Schulte ihre Leser*innen in eine Welt, die gleichzeitig surreal und bedrückend real ist. Der Roman ist ein faszinierender Mix aus Endzeitmärchen, feministischer Western-Parodie und gesellschaftskritischer Allegorie, der mit düsterer Poesie und eindringlicher Sprache überzeugt. Vor Schulte zeichnet eine erschütternde Endzeitkulisse. Eltern vergessen ihre Kinder, Hunde rebellieren gegen ihre Besitzer und die Menschheit scheint am Rande des Abgrunds. Inmitten dieses Zerfalls stehen die Pflegekräfte Aria und Marion, die mit 15 Kindern in einem klapprigen Bus ans Meer fliehen. Ihr Ziel ist ein verlassenes Badehotel in Einstadt, ein Ort, der mehr nach Verfall als nach Zuflucht riecht. Doch statt Sicherheit stoßen sie auf Ablehnung, Misstrauen und die Dominanz eines männlichen Machtgefüges, verkörpert durch die Cowboy-Bande von Imre Brandt. Im Zentrum der Geschichte steht das titelgebende dünne Pferd, das Aria am Strand entdeckt. Es ist ein Sinnbild für Verletzlichkeit, Hoffnung und Durchhaltevermögen – ein stiller Begleiter in einer aus den Fugen geratenen Welt. Arias Entschlossenheit, das abgemagerte Tier zu retten, bringt die Situation in Einstadt zum Eskalieren. Doch diese Handlung setzt auch eine Bewegung in Gang. Die Frauen des Ortes verbünden sich mit den Protagonistinnen, stellen sich dem Patriarchat entgegen und zeigen, dass Solidarität eine mächtige Kraft ist. Vor Schulte schafft es meisterhaft, auf nur 240 Seiten eine Welt voller Symbolik und Tiefe zu erschaffen. Ihre Sprache ist knapp und poetisch, trifft mit Präzision ins Herz. Jede Figur – von den mutigen Heldinnen bis zu den grotesken Cowboy-Antagonisten – ist voller Widersprüche und Menschlichkeit. Die Handlung entfaltet sich in einem rasanten, beinahe filmischen Tempo, ohne dabei an emotionaler Intensität zu verlieren. Humor und Melancholie gehen Hand in Hand, während die Geschichte immer wieder mit überraschenden Wendungen aufwartet. „Das dünne Pferd“ ist mehr als eine packende Geschichte. Es ist eine Parabel über eine Gesellschaft am Rande des Zusammenbruchs, über Ausgrenzung, Unterdrückung und die Kraft der Gemeinschaft. Der Roman thematisiert den Mut, für das Richtige einzustehen, auch wenn die Zukunft ungewiss bleibt. Stefanie vor Schulte liefert mit „Das dünne Pferd“ einen außergewöhnlichen Roman, der gleichermaßen verstört, berührt und inspiriert. Die Geschichte ist tiefgründig, originell und stilistisch brillant – ein Werk, das lange nachhallt. Für alle, die sich auf ein literarisches Abenteuer voller Symbolik, starken Frauenfiguren und gesellschaftskritischer Tiefe einlassen möchten, ist dieser Roman eine absolute Empfehlung.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
14. Okt.
Rating:2

Und jetzt bitte verständlich?!

Tatsächlich fällt es mir nicht leicht, zu diesem Buch irgendetwas zu schreiben, außer: Bitte, was war das? Für mich macht diese Geschichte keinen Sinn, das Worldbuilding hat sich von Anfang an nicht gelungen angefühlt und die Charaktere… Ich weiß auch nicht. Ganz komische Schreibweise, ganz komische Geschichte… Einfach irgendwie eigenartig. War leider gar nicht meins…

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
14. Okt.
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Rating:2

Am Anfang des Buches bin ich teilweise über die holprigen, verschnörkelten Sätze gestolpert. Der Satzbau war auch teilweise etwas komisch gestellt. Daher war der Lesefluss für mich nicht so ganz angenehm zu lesen. Die Geschichte an sich und die ganzen Hintergründe und Charaktere blieben für mich leider sehr blass. Die Grundidee fand ich eigentlich sehr cool, aber für meinen Geschmack hätte man mehr daraus machen können. Am Ende habe ich mich ernsthaft gefragt was mir diese Geschichte eigentlich sagen wollte?!

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
2. Okt.
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Rating:3

Als die Kinder in der Stadt plötzlich allergisch auf Erwachsene reagieren und die Eltern nach und nach ihre Kinder einfach vergessen, bleibt der Krankenschwester Aria und ihrer Kollegin Marion nichts anderes übrig, als zu fliehen. Sie klauen einen Bus, nehmen 15 Kinder mit und fahren in ein altes Badehotel am Meer, das Aria heimlich gekauft hat, nahe dem Dorf Einstadt. Doch auch in Einstadt, das fest in der Hand eines reichen Großgrundbesitzers liegt, begegnet man der Gruppe feindselig und das Auftauchen eines Pferds am Strand, das Aria unbedingt bergen möchte, lässt die Situation eskalieren. Stefanie vor Schulte kombiniert in ihrem neuen Roman "Das dünne Pferd" verschiedene Genre miteinander, Western trifft hier auf Dystopie und ergibt einen wilden Mix, der für mich nur bedingt funktioniert hat. In diesem Buch haben die Frauen das sagen, sie schrecken nicht zurück vor skrupellosen Cowboys und prügelnden Ehemännern, vor allem Hayden, eine Bewohnerin Einstadts, die Aria sofort für sich einnimmt, tritt sehr unabhängig und stark auf. Nach und nach enthüllt Stefanie vor Schulte Arias Vergangenheit und kombiniert sie mit der Realität in ihrer dystopischen Welt, trotzdem blieb für meinen Geschmack zu viel im Dunkeln. Die Geschichte prescht rasant voran wie die Pferde der Cowboys, stolpert an manchen Stellen, wirkt aber insgesamt zu gehetzt. Die Idee zum Roman finde ich durchaus interessant und ich liebe Bücher, die ganze Genre auf den Kopf stellen. Für mich hätte es hier aber mehr Tiefe gebraucht. Nichts desto trotz habe ich das Buch mit Spannung gelesen und konnte es gerade gegen Ende kaum aus der Hand legen. Ich bin gespannt, was von Stefanie vor Schulte noch kommt!

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
27. Sept.
Rating:5

Ein absolutes Highlight

Endlich mal wieder eine Geschichte, die in keine Schublade passt. Denn die Handlung ist nicht ganz so leicht zu erzählen, da sie so vieles mehr sind, als Worte auf Papier. Es ist ein Buch das Mut macht. Ein Buch, das für Zusammenhalt und Hoffnung steht. Es ist eine Dystopie und zeitgleich eine kleines bisschen Western. Beim Lesen schlich sich leise „Der dunkle Turm“ in meine Gedanken. Aber nur ein bisschen. Ein subtiler Hauch von Schrecken lauert in den Ecken und lässt den Weltuntergang erahnen. Alles fängt damit an, das Mütter ihre Kinder nicht mehr erkennen. Noch nicht einmal an sie denken. „Barfüßige Kinder im Winter. Kinder, die im Sandkasten vergessen werden wie kaputte Schaufeln. Schulaufführungen, bei denen die Eltern nicht auftauchen.“ (Pos. 65) Sogar die Natur wird dem Menschen überdrüssig. Hunde fallen ihre Besitzer an. Radiosender senden nicht mehr. Aria und Marion, beides Krankenschwestern, machen sich mit 15 vergessenen Kindern auf den Weg ans Meer. Die Reise soll nach Einstadt gehen. Dort gibt es ein Badehotel, welches unbewohnt ist. Unterwegs treffen Aria und Mariona auf Hayden, und nehmen jene kurzentschlossen mit. Im staubigen Ort angekommen, wirken die Straßen mehr als trostlos. Menschen sind als unsichtbare Geister hinter den Gardinen der Fenster zu vernehmen. Ein paar Männer zu Pferd, mit blutigen Knöcheln und die Hutkrempen tief ins Gesicht gezogen, weisen mit ihren Schusswaffen an den Gürteln nicht gerade auf ein freundliches Willkommen hin. Nachdem das Grüppchen den Mäusekasten, wie das Badehotel genannt wird, beziehen, bemerkt Aria ein ausgemergeltes Pferd am Strand. Und möchte es auf biegen und brechen retten. Ob dies gelingt und wieso ihr dies Unterfangen ein Herzenswunsch ist, ob das Badehotel von ungebetenen Gästen heimgesucht wird und sich die Frauen gegen Imre Brandt behaupten können, der scheinbar das Sagen im Ort hat, möchte ich euch natürlich nicht vorwegnehmen 😉

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
13. Sept.
Rating:4

Was für eine wilde Story - thematisch eine Mischung aus Climate Fiction, Feminismus und Western. Yeehaw! 🤠 🐎

Habt ihr Lust auf eine etwas crazy Geschichte mit Tiefgang?! Dann ist dieser feministische Western genau das Richtige für Euch! Lasst Euch bitte nicht von dem Begriff „Western“ abschrecken, denn die einzig wahren Cowboys in „Das dünne Pferd“ sind die Frauen, die ihren Mann stehen. Yeeehaw 🤠🐎 Ihr Erstlingswerk „Junge mit schwarzem Hahn“ und das Folgebuch „Schlangen im Garten“ haben mich zu einem Fan der Autorin gemacht. Und auch ihr neues Buch überzeugt mit Schult‘schen Humor, einer unglaublich kreativen Geschichte, die dennoch nicht konstruiert wirkt. Die Autorin beweist, dass Frauen unerbittlich für ihre Rechte kämpfen sollten, auch wenn sich mal ein Cowboy, Draufgänger oder anderer Schurke in den Weg stellt. Die Welt steht vorm Abgrund, Erwachsene vergessen zunehmend ihre Kinder bis hin zur Verwahrlosung und diese reagieren wiederum allergisch auf ihre Eltern. Die Heldin des Romans, Aria, beschließt mit Marion (beides Pflegekräfte) fünfzehn Kinder kurzfristig zu schnappen und mit einem alten Bus in ein einsames Badehotel am Strand zu bringen. Die örtlichen Möchtegern-Cowboys sind davon gar nicht angetan und als Aria ein einsames Pferd am Strand findet und für sich beansprucht kommt es zur Eskalation. Was für eine wilde Story - thematisch eine Mischung aus Climate Fiction, Feminismus und Western. Danke für diesen aufregenden Ritt, Stefanie vor Schulte!

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
6. Sept.
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Rating:4

Abgeschlossen 09/24, Das dünne Pferd von Stefanie vor Schulte "Vergiss nicht, Schulman, auch du bist der Albtraum eines anderen. Irgendjemand da draußen kriegt Magenschmerzen, wenn er an dich denkt. Soll mich das trösten? Wer hat festgelegt, wie Trost auszusehen hat." "Hast du schon mal überlegt, Schulman, dass es keinen Sinn macht. Das alles hier. Nicht mal einen grausamen. Dass wir einfach nur so was wie eine vergessene Schublade sind im Universum. Du weißt schon. Jeder hat doch so eine Schublade, in die man ständig Sachen räumt, mit denen man nichts mehr anfangen kann."

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes
31. Aug.
Rating:5

Sternebewertung fiktiv

Auf dem neuen Roman von Stefanie vor Schulte habe lange gewartet und konnte es nun endlich lesen. Vorab ist zu sagen, diesmal konnte mich die Geschichte nicht begeistern. Ich hatte nach Martin und Familie Mohn große Erwartungen. Sprachlich war und ist die Autorin einfach unschlagbar. Natürlich ist sie auch für ihre märchenhaften Settings bekannt. Leider hat mich die Geschichte nicht erreicht. Wir befinden uns in einer Welt, wo Kinder allergisch auf Erwachsene reagieren. Wir begegnen Cowboys und einem Pferd. Die Protagonistin Aria rettet mit anderen starken Frauen, Kinder. Die Erde hat sich verändert. Die Menschen sind egoistisch und alles geht den Bach runter. Man ist direkt in der Geschichte. Für mich war das Ereignis, das zu diesem anstehenden Armagedon führte, nicht erkennbar und somit auch irgendwie nicht verständlich, beziehungsweise nachvollziehbar. Es war für mich persönlich nicht in sich rund, wie die Romane zuvor. Wie bereits erwähnt, liest sich der Roman sehr gut. Es war für mich nur keine wirklich zusammenhängende Geschichte erkennbar. Zu viele Personen und Nebenereignisse. Dank einem Interview der Autorin zu diesem Werk, habe ich die Zusammenhänge etwas besser verstanden. Leider muss ich dennoch sagen, dass es mich nicht begeistern konnte, wie ihre Vorgänger. Mich würde interessieren, wer von euch es noch gelesen hat und wem es ähnlich wie mir ging? Über Feedback würde ich mich freuen.

Das dünne Pferd
Das dünne Pferdby Stefanie vor SchulteDiogenes