Wow.
Ich bin von diesem Buch wirklich fasziniert zurückgeblieben.
Der Autor, der seine eigene Geschichte mit und "nach" dem Alkohol erzählt, hat mit so einer unglaublichen, erzählerischen Raffinesse dieses Buch verfasst, dass ich es tatsächlich schwer aus der Hand legen konnte.
Und dies lag vor allem da dran, dass er nicht nur über seinen Alkoholismus schrieb, sondern sich wieder in diese Zeit versetzte, um aus der Perspektive eines Alkoholikers, also ihm selbst, die Wahrnehmung, Folgen und Tage, die und wie er sie erlebt hat, zu erzählen. Das macht es so nachvollziehbar und mehr verständlich für Menschen, die dieses Monster nicht mit sich herumtragen müssen.
Zudem schafft er es, durch sein Schreiben den Leser in eine falsche Wahrnehmung zu versetzen, ebenso, wie er der falschen Wahrnehmung aufgesessen ist.
Wie ich finde ein Muss für alle, egal, ob sie hier ihre Probleme mit diesem flüssigen Gift mit sich rumtragen oder nicht.
Direkt und Ehrlich - für den Österreichischen Buchpreis nominiert
Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen, weil es mir einen tiefen Einblick in die Erfahrungen eines Menschen mit Alkoholkrankheit gab.
Der Autor beschreibt seinen Weg aus der Sucht heraus mit einer Offenheit und Ehrlichkeit, die beeindruckend ist. 🥹
Die Beschreibungen der Gedanken und Gefühle während des Entzugs wirken sehr realistisch und authentisch, er beschreibt alles sehr direkt und ohne Umschweife. Diese Erfahrungen werden mit einer Intensität geschildert, die die Auswirkungen der Sucht auf Körper und Psyche deutlich macht.
Was mir besonders gut gefallen hat, war die Ehrlichkeit des Autors. Ich bin froh es gelesen zu haben.
Ich denke oft an das Buch, gefühlt kenne ich auch viele Alkoholabhängige Menschen…
Viel Kraft den Betroffenen 💕🙌
Ein sehr realistischer Erfahrungsbericht eines jungen Mannes über die Sucht Alkohol!
Das Buch fährt direkt in die Magengrube. Offen und ehrlich schildert der Autor seinen Leidensweg in die Alkoholsucht und wie er sich mit viel Mühen, Schweiß und Tränen wieder herausgekämpft hat.
Ein Buch für alle, die mit der Alkohol- oder einer anderen Sucht zu kämpfen haben!
Ich finde es immer wieder interessant mit Erfahrungsberichten in Berührung zu kommen. Nachdem ich zuvor ein Buch gelesen hatte, wo es ebenfalls um Alkoholismus ging, hat mich dieses hier direkt angesprochen.
Der Autor erzählt sehr einnehmend von seiner Sucht. Ich war tatsächlich gefangen zwischen den Seiten. So sehr hat mich das Ganze auch mitgenommen. Es sind eben ungeschönte Einblicke in das Leben eines suchtkranken Menschen der immer auf der Suche nach dem nächsten High ist. In diesem Fall in Form von Alkohol.
Auch wenn der Autor aus Österreich kommt ist die Selbstverständlichkeit im Umgang mit Alkohol kein dortiges Problem. Das existiert auch bei uns in Deutschland und sich nicht einzugestehen, dass man ein Problem hat gehört leider bei Vielen auch dazu. Es gibt fast immer und zu allen möglichen Anlässen Alkohol. Hätte man gern etwas Alkoholfreies wird dies meist belächelt oder bei Frauen kommt meist noch eine dumme Bemerkung in Richtung Schwangerschaft.
Dieses Verhalten hat sich durchaus gewandelt in den letzten Jahren, aber bei Einigen, gerade älteren, hält sich das festgefahrene Muster mit dem Bier/ Wein zum Feierabend oder jedes Wochenende 1-2 Sauftouren. Das ist doch normal. Man muss sich ja für die überstandene Woche belohnen.
Auch ich kenne solche Leute und ja, auch die sind der Meinung sie hätten kein Problem. Trinkt man nicht mehr mit, verliert sich übrigens die Freundschaft und gleicht eher einer Bekanntschaft. Traurig aber wahr.
Man selbst nimmt aber auch Abstand von solchen Leuten. Das beschreibt ja auch der Autor recht gut. Freunde, Freundin und Familie haben sich abgekapselt. Man erträgt diese Selbstzerstörung nur bis zu einem gewissen Maß, denn irgendwann fängt es an das Umfeld mit fertig zu machen. Sei es indem irgendwelche Streits vom Zaun gebrochen werden oder das man sich mit einem ständig betrunkenen Partner umgibt, der seine Prioritäten falsch setzt. Man hält es nicht ewig aus der Prellbock zu sein
Das Endergebnis zählt. Die Einsicht Ein Problem zu haben und dieses lösen zu wollen. Die Einsicht Hilfe zu brauchen. Und es wird immer ein schwieriger Weg sein Alkohol aus dem Weg zu gehen. Ich drücke die Daumen, dass es gelingt.
Fazit
Dieses Buch kommt absolut authentisch daher. Der Autor berichtet von seiner Sucht und seinem Verhalten währenddessen. Also dem Suchtdruck, dem damit verbundenen heimlichen Trinken, dem Pegel halten, der Panik „leer zu laufen“, den Aggressionen. Das Alles fand ich wahnsinnig erschreckend, aber eben auch schonungslos ehrlich. Ebenso die Rückfälle und die Selbstreflektion dazu. Vielen Dank für dieses Buch, vielleicht hilft es ja dem/ der ein oder anderen. Am Ende 5 Sterne von mir
Daniel Wagner nimmt uns in seiner Autobiografie „Trocken“ mit auf eine schonungslose Reise durch seine Alkoholsucht – eine Reise voller Schmerz, Selbstbetrug, Isolation und letztlich der harten Auseinandersetzung mit der eigenen Krankheit.
Schon der Einstieg in das Buch macht deutlich, wie tief Alkohol in unserer Gesellschaft verankert ist und wie schwer es sein kann, sich diesem Sog zu entziehen. Alkohol ist keine Droge – so wird es uns zumindest vermittelt. Doch für Daniel wird er zum alles beherrschenden Lebensinhalt, zur Konstante in einem Leben, das zunehmend von Angstzuständen, Depressionen und sozialem Rückzug geprägt ist.
Die Offenheit, mit der Wagner über seinen Alkoholismus spricht, ist beeindruckend. Er verschweigt nichts – nicht die zerstörerische Kraft des Rausches, nicht die Strategien, um den Pegel aufrechtzuerhalten, und auch nicht die Rückfälle, die ihn immer wieder zurückwerfen. Besonders eindringlich schildert er, wie sich die Sucht in sein Denken und Handeln frisst, wie sie seinen Alltag bestimmt und ihn von seinem Umfeld entfremdet.
Doch das Buch ist nicht nur bedrückend – es ist auch eine Mahnung und ein Weckruf. Es zeigt, wie tief Alkohol in gesellschaftliche Normen eingebettet ist, wie selbstverständlich er konsumiert wird und wie sehr sich Menschen rechtfertigen müssen, wenn sie darauf verzichten. Wagners Geschichte zwingt zum Nachdenken: Warum feiern wir Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, aber setzen jene unter Druck, die keinen Alkohol trinken? Warum wird ein „Nein“ so oft nicht akzeptiert?
„Trocken“ ist nicht nur die Geschichte eines einzelnen Mannes, sondern ein Spiegel für eine Gesellschaft, die Alkohol als Normalität betrachtet. Es ist ein wichtiges, bewegendes und absolut empfehlenswertes Buch – für alle, die sich mit dem Thema Sucht auseinandersetzen wollen, aber auch für jene, die sich über ihren eigenen Umgang mit Alkohol Gedanken machen.
Daniel Wagner hat mit „Trocken“ ein mutiges, ehrliches und tief berührendes Werk geschaffen, das über die stetige Verharmlosung der Droge Alkohol und den Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft nachdenken lässt.
Mein höchster Respekt, lieber Daniel Wagner, für Deine mutige Bereitschaft, diesen Lebensabschnitt mit uns als Leser*innen zu teilen.