"Symbole allein, [...], funktionieren nicht als Protest, denn Symbole tun niemandem weh; und wenn es nicht wehtut, berührt es nicht, und wenn es nicht berührt, kann man es gleich bleiben lassen." (Klappentext) Ihre wilden Zeiten als Aktivistin hat Elvira lange hinter sich - so dachte sie. Doch ein neuer Grund zu kämpfen tut sich auf, als ihre Freundin Helene stirbt. Eine Autorin, die nun posthum mit dem Deutschen Buchpreis geehrt werden soll. Die Geier sind auch schon bereit. Da wird doch ein Fraß abfallen für sie, der sich zerpflücken lässt. Abgesehen haben sie es natürlich nicht auf das Schaffen, das Werk Helenes. Sie wollen Klischees bedienen: Frauen im Literaturbetrieb - Familie oder Karriere - erst ihr Tod brachte den Ruhm. Die Wut setzt neue Kräfte in Elvira frei. Sollen sie ihren Nachruf bekommen, aber ohne Geheuchel. Elvira will zeigen, woran nicht nur Helene sich abarbeitete, wie sich Frauen am Karrieresockel ihrer Männer die Knie wund scheuern. Sie wird Helene ein ganz eigenes Denkmal setzen. Gertraud Klemm schreddert den Literaturbetrieb. Bissig, klug und provokant setzt sie sich mit feministischen Themen und gesellschaftlichen Erwartungen auseinander. Es ist eine Abrechnung, die wehtut. Wen lohnt es, zu Lebzeiten zu melken? An wem hängt so viel Fleisch, dass man auch die Leiche noch ordentlich fleddern kann? Sie zeigt Frauen, die im Kultur- und Literaturbetrieb übersehen und übergangen werden, denen weder für ihr privates noch berufliches Schaffen Anerkennung zuteil wird und wie ungerecht die Lorbeeren verteilt werden. Es ist ein brachialer Roadtrip durch Österreich, der alles mitbringt, was wir über Feminismus wissen müssen. Aber er hat auch seine Längen und nimmt Umwege, denen ich nicht immer folgen konnte. Eine Abkürzung wäre sicher möglich gewesen. Dennoch ein Muss für alle, die sich mit der These auseinandersetzen wollen: "Frauen funktionieren, Männer funktionären".
5. Feb.Feb 5, 2025
Hippocampusby Gertraud KlemmKremayr & Scheriau


