Die Lüge ist die Religion der Knechte und Herren … die Wahrheit – ist die Gottheit des freien Menschen!
Ohne Hintergrund der gesellschaftlichen Normen und dem aufstrebenden Naturalismus etwas schwer verständliches Drama von Gorki. Die Sprache ist eher einfach gehalten. Wir finden Dirnen, Spieler, Trinker, Gesetzlose, Diebe und vom Leben gezeichnete junge und alte Menschen hoffnungslos in einem höhlenartigen Asyl vor sich hinleben. Streit und Uneinigkeit über Vorstellungen, was das Gute am Menschen, am Leben und dem Tod sein soll, bestimmen den Alltag. Die Figuren bemitleiden sich selbst, fantasieren über ihren Tod und einige rafft es tatsächlich dahin. Stagnation oder Flucht sind ihre einzigen Optionen, aber es fehlt der Wille, wirklich etwas zu ändern. Der einzige Lichtblick ist ein alternder Pilger, der zur Gruppe stößt und sie besänftigt und trösten will, er ist der weise Mann, der alles gesehen hat und an das Gute im Menschen appelliert. Im Nachwort wird dieses Werk sehr treffend als Einsamkeits-/Mitleidssorgie und poesiefunkelnder Menschheitsjammer bezeichnet. Spannender erster Einblick in Gorkis Werke, aber durchaus schwierig rezipierbar.

