22. Feb.
Rating:2.5

Licht ist die linke Hand der Dunkelheit

Die Thematik des schon 1969 erschienenen SF-Roman der renommierten Schriftstellerin Ursula K. Le Guin könnte nicht besser in diese Zeit passen, da er die Gender-Frage zum Hauptthemen macht und schon damals als einer der ersten „feministischer SF“ galt. Er erschien 2023 in einer Neuübersetzung durch Karen Nölle. Worum geht es? Der Gesandte vom Welten-Kollektiv Genly Ai wird auf die Welt „Winter“ geschickt, mit dem Angebot, sich diesem anzuschliessen. Ai muss sich, wie übrigens auch der Leser, erst einmal in dieser doch sehr anderen Welt zurechtfinden, will er mit Diplomatie Verbindungen knüpfen. Die an das extrem kalte Klima des Planeten angepassten Menschen (alle Welten des Kollektivs stammen ursprünglich von der gleichen Spezies ab) unterscheiden sich in vielen Dingen von dem, was Ai gewohnt ist. Gepflogenheiten, Etikette, Politik und ungeschriebene Gesetze werden zur fast unüberwindlichen Barriere für eine erfolgversprechende Kommunikation oder gar Diplomatie. Die herausragendste Besonderheit auf dem Planet ist allerdings, dass die Bewohner keiner konstanten sexuellen Unterteilung folgen, die wir und Ai als männlich oder weiblich kennen, sie sind „ambisexuell“, zumeist aber asexuell. Einmal im Monat jedoch werden sie sexuell aktiv, indem sie männliche oder weibliche Eingenschaften annehmen, die sogenannte „Kemmer“. Dies überaus interessante Modell hat mich eigentlich zum Buch greifen lassen und viel habe ich mir im Vorfeld vorgestellt. Le Guin erfüllte meine Erwartungen kaum. Sie nennt ihr Werk im überaus gelungenen Vorwort ein „Gedankenexperiment“, was die Sache auf den Punkt trifft. Die Erzählart ist seltsam distanziert, wirkt hypothetisch, wie eine eher wissenschaftliche Abhandlung, als experimentiere die Autorin während des Schreibens mit dem Model der Androgynie, um mal zu schauen, wohin ein solches Model eine Gesellschaft führe. Mir fehlten die Emotionen, obwohl diese bei der Thematik sicher angebracht wären. Sie lies mich in einer fremden Welt allein wursteln, bombardierte mich mit femden Ausdrücken, Orten ohne genaue Verortung, wechselnde Namen oder Charaktereigenschaften. Die Hauptpersonen blieben mir fern und was mit ihnen geschieht, war mir schon bald im Vorfeld klar. Von daher keine wirklich genussvolle Lesereise zu einer fremden Welt sondern ein mühsames Unterfangen und eher ernüchternd. Es bleibt, wie Le Guin es selbst nannte, ein Gedankenexperiment.

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
18. Dez.
Rating:4

Gesandter trifft auf fremde Kultur. Interessantes Setting, aber stellenweise zieht es sich etwas.

Eine Spezies von menschenähnlichen Wesen, die jedoch keine zwei Geschlechter und alle damit verbundenen Triebe haben, stellt für mich ein originelles Setting dar. Dazu noch ein Hang zu Intrigen, philosophisch-biologische Passagen und ein Wechsel zwischen SciFi und Mittelalter/Fantasy. War für mich eine interessante Erfahrung, auch wenn es zwischendurch Stellen gab, wo es etwas zäh wurde.

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
4. Nov.
Rating:5

Zum ersten, das ist kein neues Buch. Der orginaltitel war "Der winterplanet". Trotzdem ist diese Geschichte in keinsterweise angestaubt und lässt sich sehr gut lesen. Es ist eine ruhige Erzählweise in ich Form, was aber ab und zu verwirrt, da es 2 Erzähler gibt. Ja es ist science fiktion, könnte aber auch in der Philosophie verordnet werden. Rasante weltraumkämpfe und laser pewpew sucht man vergebens, stattdessen ein Gedankenspiel über Menschen und Menschlichkeit in unterschiedlichen formen.

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
30. Aug.
Rating:5

»Das Licht ist die linke Hand der Dunkelheit, die Dunkelheit die rechte Hand des Lichts. Zwei sind eins, Leben und Tod, sie liegen Beisammen wie Liebende in Kemmer, Wie ineinandergelegte Hände, Wie das Ziel und der Weg.«

SciFi-Klassiker: 5 Sterne mit Ansage - warum nur habe ich das so lange aufgeschoben? Ich hatte im Vorfeld immer nur Gutes gehört und all das hat sich letztendlich auch bestätigt. Trotz meiner anfänglichen Zurückhaltung, aus Angst enttäuscht zu werden, wurde Die linke Hand der Dunkelheit (bzw. in meiner älteren Ausgabe „Der Winterplanet“) instant zu einem absoluten Favorit. Keine intergalaktische Saga vom Kaliber Star Wars, sondern eine deutlich feinfühligere Erzählung, die sich nur auf den namensgebenden Planeten Winter und die dort heimische Bevölkerung fokussiert: Die Menschheit hat sich nach verlassen der Mutter Erde auf verschiedensten Planeten niedergelassen und sich im Laufe der Zeit unabhängig von einander weiter entwickelt. Der Terraner Genly Ai ist als Gesandter der Ökumene, einem großen Kollektiv vieler Welten, auf Winter, um sich den Bewohnern, eine ihm in vielen Belangen fremde, androgyne Gesellschaft, anzunähern und Sie für ein Bündnis zu gewinnen. »Im Anfang war die Sonne und das Eis, und es gab keinen Schatten. Am Ende, wenn es aus mit uns ist, wird die Sonne sich selbst verschlingen, der Schatten wird das Licht fressen, und es wird nichts mehr geben als das Eis und die Dunkelheit.« Statt auf Raumschiffe, Roboter und andere futuristische Technologien setzt Le Guin auf die metaphorische Kraft der Science Fiction für ein nach eigener Aussage besonderes „Gedankenexperiment“ und erzählt die Geschichte eines Culture Clashes, die auch 55 Jahre nach Erscheinen noch relevant ist - wenn nicht sogar noch mehr. Der Roman begeistert nicht durch eine epische Handlung sondern durch tiefgründige Figurenzeichnung, philosophische Ansätze, gesellschaftliche Analysen, politisches Ränkespiel und ein vielleicht eigensinniges, jedoch fantastisches Worldbuilding auf einem lebensfeindlichen Planeten, auf dem ewiger Winter herrscht. Die Highlights rangieren von kleinen Eigentümlichkeiten, wie warmem Bier: »Nach dem Essen saßen wir am Kamin und tranken heißes Bier. Auf einer Welt, auf der ein kleines Gerät zum Aufbrechen des Eises, das sich zwischen den einzelnen Schlucken auf jedem Glas bildet, zum üblichen Tischbesteck gehört, lernt man heißes Bier sehr bald schätzen.«, und gefrierendem Atem: »Wir sprachen weder unterwegs noch beim Mittagessen sehr viel, denn unsere Lippen waren wund, und sowie man den Mund öffnete, fuhr die Kälte hinein, daß Zähne, Kehle und Lungen schmerzten; daher war es ratsam, den Mund geschlossen zu halten und durch die Nase zu atmen - wenigstens, wenn die Temperatur auf dreißig bis vierzig Grad minus sank. Lag sie noch tiefer, dann wurde der Atmungsvorgang weiter durch die Tatsache kompliziert, daß der ausgestoßene Atem sofort gefror; wenn man nicht aufpaßte, froren einem die Nasenlöcher zu und man mußte, wollte man nicht ersticken, eine Lunge voll Rasierklingen einatmen. Unter gewissen Bedingungen verursachte unser sofort gefrierender Atem ein ganz leichtes, knisterndes Geräusch, das an ein fernes Feuerwerk erinnerte, und erzeugte einen Schauer von Kristallen: jeder Atemzug ein Miniatur-Schneesturm.«, über orgiastisch-rituelle Zeremonien: »Ich gab mir Mühe, mich möglichst aus den Gedanken der Weissager fernzuhalten. Die stumme, elektrische Spannung im Raum machte mich sehr nervös; sie gab mir das Gefühl, in dieses Netz hineingezogen, zu einem Teil von ihm gemacht zu werden. Doch als ich eine Barriere errichtete, war es noch schlimmer: Ich fühlte mich ausgeschlossen und verkroch mich in meine eigene Gedankenwelt, gequält von Halluzinationen des Sehens und Fühlens, von einem Wirrwarr wilder Bilder und Ahnungen, plötzlicher Visionen und Gefühle - alle voll Sexualität und auf eine groteske Art gewalttätig, eine rot-schwarze Woge erotischen Wahns. Ich war umgeben von weiten, klaffenden Schluchten mit zerklüfteten Rändern, Vaginas, Wunden; Höllenpforten; ich verlor das Gleichgewicht, ich fiel... Wenn ich mich vor diesem Chaos nicht verschließen konnte, dann würde ich tatsächlich fallen, würde ich wahnsinnig werden; aber sich davor zu verschließen, war unmöglich. Diese empathischen und paraverbalen Kräfte, die da am Werk waren, die sich so machtvoll und wirr aus der Perversion und Frustration des Sexus, aus einem Wahnsinn, der die Zeit verzerrt, aus einer erschreckenden Disziplin totaler Konzentration und einer Erkenntnis der immediaten Realität erhoben - diese Kräfte überstiegen bei weitem die Kraft meiner Selbstbeherrschung und -kontrolle. Und dennoch waren sie unter Kontrolle: der Mittelpunkt war immer noch Faxe. Stunde um Stunde verging, das Mondlicht beschien die falsche Wand, dann gab es kein Mondlicht mehr, nur noch Dunkelheit, und im Mittelpunkt all dieser Dunkelheit Faxe: der Weber - eine Frau, eine in Licht gekleidete Frau. Das Licht war Silber, das Silber war eine Rüstung, eine gerüstete Frau mit einem Schwert. Das Licht brannte plötzlich und unerträglich auf, das Licht flammte an ihren Gliedern entlang wie Feuer, und dann schrie sie, von Qual und Entsetzen erfüllt, laut auf: »Ja, ja, ja!«, bis hin zu grandios geschriebenen und anregenden Dialogen und Gedanken: » Wissen Sie aus eigener Erfahrung, was Patriotismus ist?« »Nein«, antwortete ich […]. »Ich glaube nicht. Es sei denn, Sie meinen damit die Liebe zum Heimatland, denn was das ist, weiß ich sehr gut.« »Nein, wenn ich Patriotismus sage, meine ich nicht Liebe, sondern Furcht. Die Furcht vor dem anderen. Und ihre Ausdrucksformen sind nicht poetischer, sondern politischer Natur: Haß, Rivalität, Aggression. Sie wächst in uns, diese Furcht. Sie wächst Jahr um Jahr. Wir sind unserem Weg zu lange gefolgt. Und Sie, der aus einer anderen Welt zu uns kam, aus einer Welt, die über Nationen schon vor Jahrhunderten hinausgewachsen ist, Sie, der kaum weiß, wovon ich spreche, Sie, der uns einen neuen Weg zeigt...« ❄️ »Aber ich fürchte Sie ja, Gesandter. Ich fürchte diejenigen, die Sie geschickt haben. Ich fürchte Lügner, ich fürchte Schwindler und am meisten fürchte ich die bittere Wahrheit. Und darum regiere ich mein Land gut. Denn einzig die Furcht regiert die Menschen. Sonst nichts. Nichts dauert lange genug. Sie sind das, was Sie zu sein behaupten, und dennoch sind Sie ein Witz, ein schlechter Scherz. Zwischen den Sternen ist nichts als leerer Raum, Schrecken und Dunkelheit, und plötzlich kommen Sie ganz allein aus diesem Schrecken und dieser Dunkelheit, diesem Nichts hierher und versuchen, mich in Furcht zu versetzen. Aber ich fürchte mich bereits, und außerdem bin ich der König. Die Furcht ist König! « ❄️ »Man bedenke: Eine Einteilung der Menschheit in stärkere und schwächere Hälfte, in Beschützer und Beschützte, in Beherrschende und Beherrschte, in Eigentümer und Eigentum, in Aktive und Passive existiert nicht. Man kann sogar feststellen, daß die Tendenz zum Dualismus, die das Denken der Menschen so beherrscht, auf Winter weit weniger stark ausgeprägt ist. […] Der erste Mobile muß, wenn überhaupt einer hergeschickt wird, davon unterrichtet werden, daß er sehr selbstsicher oder senil sein muß, wenn hier sein Stolz nicht leiden soll. Ein Mann will, daß seiner Männlichkeit Beachtung geschenkt, eine Frau will, daß ihre Weiblichkeit bewundert wird. Und seien die Zeichen dafür auch noch so indirekt und subtil. Auf Winter jedoch gibt es das nicht. Man wird ausschließlich als Mensch geachtet und beurteilt. Das ist nicht nur ein ungewohntes, sondern ein erschreckendes Gefühl.« ❄️ »Wie hasst man ein Land? Wie liebt man es? Tibe redet ständig davon; ich habe diesen Trick nie gelernt. Ich kenne Menschen, ich kenne Städte, Farmen, Berge, Flüsse und Felsen, ich weiß, wie bei einem Sonnenuntergang im Herbst die Sonnenstrahlen auf ein bestimmtes Stück Ackerland an einem Abhang fallen. Doch welchen Sinn hat es, all dem eine Grenze zu geben, all dem einen Namen zu geben und dort, wo der Name nicht mehr zutrifft, aufzuhören, es schön zu finden? Was ist das, Liebe zum eigenen Land? Ist es der Haß auf das eigene Nicht-Land? Dann wäre sie wahrhaftig nichts Gutes. Ist es vielleicht ganz schlicht und einfach Eigenliebe? Das ist etwas Gutes, aber man darf weder eine Tugend daraus machen, noch einen Beruf...«

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
18. Aug.
Rating:2

Ich hatte das Buch schon lange auf meiner Liste stehen und habe mich sehr darauf gefreut es zu lesen, da es als eines der großen Klassiker der Science Fiction Literatur gilt. Leider bin ich überhaupt nicht damit klar gekommen. Ich konnte mich gar nicht in den Schreibstil einfinden und die Seiten zogen sich wie Gummi. Ansich finde ich das Thema super spannend, aber mit der Story bin ich nicht klargekommen.

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
21. Dez.
Rating:3

Seit Kim de l'Horizon dieses Werk in "Blutbuch" erwähnt hat, stand es auf meiner Leseliste. Sowieso war ich neugierig auf die berühmte Ursula K. Le Guin und fand, dass ich endlich mal etwas von ihr lesen sollte. Jedoch muss ich gestehen, dass ich etwas Mühe damit hatte. Ich las das Buch hauptsächlich aus philosophisch-ethischer Sicht, sodass die Handlung an und für sich zweitrangig ist. Trotzdem kam ich nicht so recht in das Buch hinein, weder handlungstechnisch, noch in Bezug auf die theoretischen Ideen. Immer wieder versuchte ich mich daran zu erinnern, dass der Titel 1969 erschienen ist und dafür schon ein sehr fortschrittliches Gedankengut in sich barg. Es war faszinierend, diese fremde Welt und Kultur zu erforschen, da ich bisher noch nichts Ähnliches gelesen habe. Bezüglich der Handlung gefiel mir die Entwicklung der Freundschaft und die Reise. Die langen Gespräche, oft auch politischen Inhalts, waren mir persönlich aber zu schwer und zu theoretisch. Meine Erfahrung deckt sich mit derer anderer Rezensenten, welche ebenfalls davon schrieben, dass Le Guin oftmals eher zäh und träge ist. Trotz meiner Mühen bin ich froh, dieses Buch nun endlich gelesen zu haben. Gedankenfutter habe ich auf jeden Fall bekommen und nun kenne ich auch die berühmte Ursula K. Le Guin nicht nur vom Hörensagen ;)

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
8. Juli
Rating:3

It's a well written story that lays out the topic of gender and prejudices with a unique approach. I must confess that I was bored by the first 2/3rds of the book but the last third I read in one sitting. I am glad I went in completely blind so the story could catch me and wrap me up in a cozy but cold metaphorical blanket and then throw me against the wall in my false comfort. It certainly isn't my favourite book but it's one worth reading

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
27. Juni
Rating:4.5

Es war lang. Es wurde ruhig erzählt und teilweise war es zäh. Es war aber auch tiefgründig und visionär. Gedankenfutter, welches schon 55 Jahre alt ist. Das war jetzt mein drittes Buch von Le Guin und ich bin beeindruckt von ihren Ansätzen und Weltenbildern. Genly Ai war für mich ein besonderer Protagonist.

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
15. Apr.
Rating:2

Ich wollte das Buch wirklich mögen, besonders weil es ein science fiction Klassiker ist. Leider mochte ich die Kurzgeschichten zwischen den Kapiteln lieber als die die eigentliche Geschichte. Das Konzept an sich ist sehr interessant und die Zusammenfassung des Buchs zu lesen würde auch auf ein gutes Buch schließen lassen. Der schreibstil ist leider gar nicht meins. Es liest sich so träge und genlys Perspektive ist zeitweise nur nervig. Ich weiß dass er zu Beginn nicht der sympathischste charakter sein soll, aber das leselerlebnis leidet auch darunter. In der Zeit in der das Buch rauskam, wagen die Ideen die präsentiert werden noch neu und dafür respektiere ich das Buch auch. Zu dieser Zeit erscheint einiges leider nicht allzu gut gealtert auch wenn die kernkritik bis in die heutige Zeit bestand hat.

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
27. Dez.
Rating:4

Auch heute habe ich wieder einen Klassiker für euch! Warum auch nicht? Irgendwann müssen die ja auch rezensiert werden. Bei "The Left Hand of Darkness" handelt es sich um einen Science-Fiction-Roman, der auf einem anderen Planeten spielt. Dort leben ebenfalls Menschen (zumindest erschienen sie mir sehr menschenähnlich), doch im Gegensatz zu uns haben sie kein festes Geschlecht. Die Trennung in Männer und Frauen gibt es her nicht. Alle sind die meiste Zeit des Monats geschlechtlos und entwickeln nur ein paar Tage pro Monat typisch weibliche oder typisch männliche Merkmale. Um es sinngemäß mit den Worten einer der Figuren zu sagen: Eine Person kann die Mutter für zwei Kinder sein und gleichzeitig der Vater für vier andere. Dieses Konzept fand ich total spannend. Die Idee, dass das Geschlecht eines Menschen plötzlich gar keine Rolle mehr spielt, ist meiner Meinung nach großartig. Bei uns ist das ja leider total wichtig. Je nachdem, was du in der Hose hast, wird etwas anderes von dir erwartet. Dieser kleine Unterschied bestimmt irgendwie fast alles: Was du anziehen darfst und was nicht, ob du dich schminken darfst, was man von dir erwartet, was man dir zutraut, welche Regeln du befolgen musst und wie man dich behandelt. Natürlich ist das heute schon viel, viel besser, als das zum Beispiel zur Zeit von Henry James war. Aber von einer Welt wie in "The Left Hand of Darkness" sind wir trotzdem noch weit entfernt. Natürlich ist dort aber nicht alles gut. Wie langweilig wär denn sonst dieses Buch? Die Winter sind zum Beispiel einfach nur extrem und ich will die wirklich nicht miterleben. Da reicht mir unser Winter. Und es gibt hier auch Kriege, Intrigen, Gefangenenlager und Folterknechte. Also wirklich keine perfekte Welt. Aber dafür eine sehr spannende. Die Hauptfigur, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnere und den ich nicht nachschlagen kann, weil ich das Buch schon zur Bücherei zurückgebracht habe, ist ein Ethnologe, der von einem anderen Planeten stammt. Seine Aufgabe ist es den Planeten Winter zu erforschen. Er selbst ist, wie man vielleicht an den verwendeten Pronomen bemerkt, ein Mann und von einem Planeten, an dem es Geschlechter gibt, wie auch bei uns. Für ihn ist das Gesellschaftssystem ganz neu und genauso spannend, wie es auch für mich war. Dadurch, dass an diesem Planeten alles anders funktioniert als bei uns, fand ich aber gerade den Einstieg relativ schwer. Das Buch wechselte immer wieder die Perspektiven und dazu kam noch, dass dieses Buch eigentlich der vierte Teil einer Reihe ist. Blöd nur, dass auf unserer Leseliste nur dieser Band stand und in unseren Unterlagen auch nicht thematisiert wird, was denn davor passiert ist. Das machte es für mich gerade zu Beginn schwer, die ganzen Zusammenhänge zu verstehen. Mein Fazit? Sehr spannende außerirdische Welt, gerade der Einstieg ins Buch fiel mir aber sehr schwer.

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
19. Dez.
Rating:4

4 stars because the sequences in the Gobrin Ice waste was rather dragged out and dull. the rest of the book was awesome! and the ending was very very touching. one thing that made me sad and kind of dates the book is Genrys description of women on his planet. it felt like LeGuin couldn't imagine a better future for equality between the two sexes. “Even where women participate equally with men in the society, they still after all do all the childbearing and so most of the child-rearing...“ “They don't often seem to turn up mathematicians, or composers of music, or inventors, or abstract thinkers. But it isn't that they're stupid.“ as the book is clearly set in an undefined future it seems strange that women still are inferior to men. (I kind of get that that might be to make a clear difference to the ambisexual society on Winter where everyone is equal because you have no definite gender. and that the book was written in the late 60s. but come on LeGuin, have more faith in the future!) (though we still have a long way to complete equality. but we also don't have proper space travel yet)

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
19. Aug.
Rating:4

A really interesting exploration of gender and how society could develop in a less patriarchal way. It is framed in a first contact story with a strong focus on the relationship between two humans from different worlds. Sadly I couldn’t quite connect to either of them. Still a highly recommended read!

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
18. Aug.
Rating:3

An sich super spannende Thematik, fand es zwischendurch auch wirklich toll geschrieben und interessant…aber ich glaube Sci-Fi ist einfach nicht meins xD ich bin nicht wirklich rein gekommen.. irgendwie schade, weil ich fand die Themen auch echt wichtig und spannend, auch, dass schon in den 50ern über nicht-binäre und genderfluide Menschen/Gesellschaftssysteme geschrieben wurde.! Ich kann nur glaub ich mit dem Genre nicht so viel anfangen….

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books
18. Mai
Rating:4

Bereits mit dem Vorwort war mein Interesse geweckt, da wird man schon zum Nachdenken angeregt, was für eine Metapher Science Fiction sein kann. Danach geht es mit Genly Ai weiter, der als Botschafter des Ekumen, ein Bündnis Tausender anthrotypischer Nationen über viele verschiedene Planeten, auf Gethen ist, um die beiden Nationen des Planeten zu überzeugen, dem Bündnis beizutreten. Er ist nun schon seit einem Jahr in Karhide, die Menschen haben sich langsam an ihn gewöhnt und er hat bald eine Audienz beim König, aber dann läuft alles ganz anders als geplant. Es ist Science Fiction, aber es gibt kaum nennenswerte Technologie, ein Grund mag auch das Alter der Geschichte sein, die schon vor über fünfzig Jahren verfasst wurde. Doch es liegt auch am Fokus der Erzählung: Der Kulturkonflikt zwischen Genly Ai und den Bewohnern des Planeten Gethen. Sie haben eine andere Politik und Art, sich auszudrücken und Genly ist sich nicht mehr sicher, ob er dem obersten Minister Estraven, der sein wichtigster Ansprechpartner ist, überhaupt noch trauen kann. Kulturell bedingte Kommunikationsschwierigkeiten werden zu schwerwiegenden Missverständnissen; obwohl sie das gleiche Ziel haben, schaffen sie es nicht, zusammenzuarbeiten, um es zu erreichen. Da die Geschichte zum größten Teil als Bericht des Stationärs Genly Ai verfasst ist, ist auch die Sprache meistens eher sachlich gehalten, es gibt viele Fachbegriffe und jede Menge wissenschaftlich klingende Fragen und Beobachtungen. Ein zentraler Punkt sind dabei auch die biologischen Unterschiede, da Gethens Bewohner allesamt androgyn sind. Genly, der eine Einteilung in zwei Geschlechter gewohnt ist, begegnet dieser Tatsache ziemlich offen, aber ist auch immer wieder versucht, bestimmte Verhaltensweisen als männlich oder eher weiblich anzusehen. Auch das Paarungsverhalten wird ausführlich beschrieben und Genly denkt viel darüber nach, wie ihre Sexualität und auch die Umwelt die Kultur der Gethener prägt. Das klingt alles ziemlich trocken, aber zum einen sind diese Denkanstöße faszinierend umgesetzt, und außerdem haben Genly Ai und Estraven eine Mission, bei der politische Ansichten kollidieren und so wird es zu einem gefährlichen und spannenden Abenteuer.

Die linke Hand der Dunkelheit
Die linke Hand der Dunkelheitby Ursula K. le GuinFISCHER E-Books