
»Der ehrliche Finder« von Lize Spit hat mich rhetorisch in seinen Bann gezogen. Ganz still, und doch dynamisch, hat sich die Geschichte um den intelligenten Außenseiter Jimmy und das kosovarische Flüchtlingskind Tristan entwickelt. Als Tristan in Jimmys Leben tritt, fühlt der sich endlich gesehen, gewollt, gebraucht. Von einer zerrütteten Familie, die sich doch mehr mit sich selbst als mit dem jungen Jimmy beschäftigt, trifft der Tristan und dessen liebevolle Großfamilie, die vor dem Krieg im Kosovo geflüchtet ist. Der sehnliche Wunsch, dazuzugehören und gewollt zu sein, scheint für Jimmy endlich erfüllt. Die inneren Abgründe, die die Flucht für die Familie mit sich gebracht hat, sind für Jimmy zunächst zu abstrakt. Trotz anfänglicher sprachlicher Barrieren entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten, die im Verlauf aber auch durch Unsicherheiten und tiefe Enttäuschung geprägt wird. Als der Asylantrag der Familie abgelehnt, und sie zurück in ihr Herkunftsland geschickt wird, schmieden Tristan und seine Schwester Jetmira einen vermeintlich wasserdichten Plan, der ebendas verhindern soll. Das Dorf protestiert ebenfalls, und verteilt Flugblätter. Doch der waghalsige Plan von Jetmira und Tristan droht zu scheitern, als Tristans posttraumatische Belastungsstörung durch eine Polizeisirene getriggert wird, und seinen Körper in einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt zu Stein verwandelt. Rhetorisch ein absolutes Highlight für mich! Die Geschichte war spannend und hat mich nicht mehr losgelassen. Die kindlichen Gedanken und Verhaltensweisen fand ich authentisch und passend. Im letzten Teil wurde ich als Leser total nervös, und hab einfach gehofft, dass alles gut wird. Das offene Ende stört mich in diesem Fall überhaupt nicht. Vielmehr finde ich es sehr passend. Die Geschichte passt thematisch zu damals wie heute. Große Leseempfehlung :)






























