30. März
Rating:2.5

Wichtige Themen angesprochen, aber für mich nicht greifbar geworden und etwas überrumpelt von der Schwere der Geschichte Stereotypen und patriarchalen Erwartungen und Bild einer „begehrenswerter Frau“ völlig unreflektiert reproduziert

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
17. Feb.
Zwischen Schuld, Sehnsucht und letzter Nähe
Rating:4.5

Zwischen Schuld, Sehnsucht und letzter Nähe

Mit Die Gabe hat Suzumi Suzuki einen leisen, aber zutiefst bewegenden Roman geschrieben, der einen sofort fesselt. Im Zentrum steht eine Tochter zwischen zwei Welten: der distanzierten, körperlichen Nacht und der schmerzhaften, intimen Nähe am Krankenbett ihrer Mutter. Schuld, Müdigkeit, Sehnsucht und ein letzter kindlicher Wunsch nach Nähe vermischen sich in einer beklemmenden, ehrlichen Intensität. Suzuki erzählt radikal ehrlich, nichts wird beschönigt – Liebe und Gefühle zeigen sich hier in Blicken, inneren Kämpfen und dem schlichten Aushalten von Schmerz. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es bewegt, erschüttert und bleibt noch lange nach dem Lesen nach. Eine große Empfehlung. Ein intensives, ehrliches Buch, das unter die Haut geht.

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
12. Sept.
Rating:2

Was war das denn??!!!

Es geht um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung in Tokyos Rotlichtmilieu. Die Mutter - eine zu ihrer Zeit atemberaubend schöne Frau - wurde von den Männern für ihre glatte, blasse Haut und ihre Stimme wie Glöckchen angebetet. Sie möchte aber nur eins: für ihr literarisches Schaffen anerkannt werden. Doch als alleinerziehende Mutter in prekären Verhältnissen, bleibt sie dem leichten Vergnügen verhaftet. Auch ihre Tochter entkommt dem Vergnügungsviertel nicht. Ebenfalls bildhübsch - abgesehen von einer Narbe am Arm, die ihr ihre Mutter zugefügt hat - arbeitet sie als Hostess. Das Leben der beiden Frauen ist trostlos. Die Mutter wird unheilbar krank und die Tochter begleitet sie auf ihrem letzten Weg. Nach der Arbeit im Vergnügsviertel kommt sie sofort nach Hause. Die zugeschlagenen Türen im dunklen Wohnhausflur sprechen eine Sprache für sich. Die Sprache ist gut und die Geschichte entfaltet eine Sogwirkung. Auch werden viele wichtige Themen (Rotlichtmilieu, sexuelle und körperliche Gewalt, soziale Schere etc.) angesprochen, für mich kommen sie jedoch zu keinem befriedigenden Ende. Nach der Lektüre habe ich mich gefragt, warum ich das gelesen habe, was mir die Autorin damit sage. Wollte und warum verflixt noch mal das Buch eigentlich „Die Gabe“ heißt. Auf all diese Fragen habe ich keine Antwort erhalten, wodurch m.E. viel Potential verschenkt wurde. Ich kann deshalb den Hype um das Buch nicht nachvollziehen. Noch weitere Kritikpunkte teile ich im Lesemonat August auf YouTube (Japan Connect). https://youtu.be/oiFTJZOnhno?si=xAhKCjOw_KCqVkrd

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
15. Feb.
Rating:2.5

Eine junge Frau in Tokio, die nachts als Hostess in einem Club arbeitet und sich sonst um ihre todkranke Mutter kümmert... Ja, es geht ein wenig um Frau sein, um den Wert, den Frauen sich selbst und den Andere ihnen geben, aber insgesamt war das nicht mein Buch. Zu kurz, zu oberflächlich... Rezension folgt auf meinem Instagramaccount seelich_buchliebe

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
2. Feb.
Rating:5

„Die Gabe“ von Suzumi Suzuki hat mich schon mit seinem schlichten, aber ausdrucksstarken Cover angesprochen. Es zeigt eine junge Frau, die vermutlich die Protagonistin der Geschichte darstellen soll. Suzumi Suzuki, eine japanische Autorin, erzählt auf knapp über 100 Seiten eine eindringliche Geschichte, die von Katja Busson ins Deutsche übersetzt wurde. Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen, nicht nur wegen seiner Kürze, sondern vor allem, weil mich die Erzählung tief bewegt und mitgerissen hat. Die Protagonistin führt ein Leben als Hostess in einem japanischen Rotlichtviertel. Ihre ohnehin schwierige Lebenssituation gerät weiter aus dem Gleichgewicht, als ihre schwerkranke Mutter sie bittet, bei ihr einzuziehen, um ihre letzten Gedichte zu schreiben. Doch die Krankheit schreitet schnell voran, und schon bald muss die Mutter in ein Krankenhaus verlegt werden. Während wir die Protagonistin begleiten, wird deutlich, wie kompliziert und schmerzhaft ihre Beziehung zu ihrer Mutter ist. Alte Wunden brechen auf, unausgesprochene Vorwürfe und Verletzungen stehen zwischen ihnen. Gleichzeitig ist die Geschichte eine Reise durch den Alltag der Protagonistin, geprägt von den Besuchen im Krankenhaus, ihrer Arbeit und einem Verlust, der über allem schwebt. Die Erzählung ist leise, aber intensiv. Suzumi Suzuki schafft es, das schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis und die emotionalen Spannungen einfühlsam darzustellen, ohne dabei alles auszusprechen. Es bleibt Raum für die eigenen Gedanken. Für mich ist „Die Gabe“ eine traurige, aber wunderschön geschriebene Geschichte, die trotz ihrer Kürze lange nachhallt.

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
2. Feb.
Rating:3

Authentische, distanzierte Erzählung

Ein sehr kurzer und authentischer Roman, der verschiedene schwierige Themen anspricht. Durch die distanzierte, kalte Erzählweise hat es mir an emotionaler Verständnis gefehlt und ich konnte nicht wirklich Zugang zur Geschichte aufbauen.

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
31. Jan.
Rating:4

Kleinod

Eri ist 17, als sie die gemeinsame Wohnung der Mutter verlässt und verdingt sich seit dieser Zeit in einem Tokyoer Rotlichtviertel. Das Verhältnis der beiden ist mehr als dysfunktional. Aus unerfindlichem Grund, zu Beginn des achten Schuljahres, greift die Mutter nach Eris Arm und drückt die glimmende Zigarette darauf aus. Als reiche dies nicht aus, entzündet sie wie fremdgesteuert Eris T-Shirt und löscht das Feuer mit einer Ladung Kaffee. Die schmerzhaft juckende Narbe stört sich seither und die Erinnerung an den Übergeiff vergißt sie nie. Mittlerweile in den Mittzwanzigern angelangt, bittet Eris Mutter darum, bei ihr wohnen zu dürfen. Der Krebs habe sich in ihre Eingeweide gefressen, sie wolle noch ein letztes Gedicht schreiben und Eri sagt zu. „Gnade“ ist ein ruhiger, unaufgeregter Roman, der einen sanften Blicke auf die Prostitution und sich daraus ergebenden Lebensumstände und Familienkonstellationen zulässt. Ohne Kapitel und nur mit Absätzen geschaffenen Raum, erleben wir zwei unsagbar starke weibliche Charaktere. Die Eine, um Gnade zu erfahren, die Andere, um Frieden zu finden. Ob dies gelingt? Freunden der japanischen Literatur, sei dieses Kleinod ans Herz gelegt. Überzeugend oszilliert die prekäre Stimmung zwischen den Seiten und die Figuren haben ob dieser kurzen Geschichte Zeit, für eine überzeugende Charakterentwicklung. Eri hätte ich gerne länger begleitet. Suzumi Suzuki wird in Japan kontrovers besprochen, da sie selber als Pornodarstellerin weiß, wovon sie schreibt.

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
31. Jan.
Rating:4

Nur der Rhythmus von Türangel und Schloss gab mir ein bisschen Sicherheit.

Eri und ihre Mutter führen eine dysfunktionale Mutter / Tochter Beziehung. Auf wenig Seiten findet sie Mitte 20 ihren versöhnlichen Frieden. Lesenswert!

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
29. Jan.
Rating:3.5

Die Abgründe einer Mutter-Tochter-Beziehung im Tokioter Rotlichtmilieu! 🫠📚🇯🇵

Die japanische Soziologin und Kolumnistin Suzumi Suzuki hat mit „Die Gabe“ eine Geschichte rund um das tokioter Rotlichtmilieu und eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung verfasst. Die Mutter ist sterbenskrank und hat die selbstauferlegte Mission, ihr Gedicht „In Freiheit“ zu Ende zu schreiben. Wird sie es schaffen, oder ist der Tod schneller?! Die namenlose Protagonistin begleitet den Sterbeprozess ihrer Mutter. Dabei fühlt sich von selbiger schon ihr ganzes Leben lang vereinnahmt: „Meine Mutter hat nie geheiratet. Auch nachdem ich die Hülle ihres Körpers verlassen hatte, bis ich selbst etwas zu essen greifen konnte wenigstens, hatte ich mit Haut und Haaren ihr gehört.“ Sie hadert mit ihrer Selbstbestimmung, fühlt sich von ihrer Vergangenheit verfolgt. Um der Situation zu entfliehen und sich zu betäuben greift sie vermehrt zu Alkohol und anderen Suchtmitteln: „Die eine Hälfte des Tages verbringe ich in dunkler, die andere in schwindender Erinnerung. Hin und wieder treten unwahre Erinnerungen, Wahnvorstellungen oder Halluzinationen in den Vordergrund, aber das, von dem ich wünschte, es wäre Wahn, ist leider immer wahr, damit habe ich mich schon abgefunden.“ Eine gute Freundin hat sie in der Vergangenheit schon öfters kontaktiert und über ihren Suizid philosophiert, bzw. ihn angedroht - auch heute ist das wieder der Fall, doch warum sollte sie es gerade heute in die Tat umsetzen, wenn es vorher doch eher nur ein Heisch nach Aufmerksamkeit war?! „Sie hatte so oft von Selbstmord gesprochen, dass wir das im Freundeskreis nur noch als Synonym für >>ich habe schlechte Laune <<, >>mir ist was trauriges passiert<< oder >>ich will dich sehen<< verbucht hatten.“ Und genau an diesem Tag meint sie es ernst und bringt sich um. Was löst das nun in unserer Protagonistin aus?! Selbstvorwürfe und -zweifel, Wut, Ohnmacht gegenüber der Situation - es lässt sich nicht ungeschehen machen, die Zeit verläuft nur nach vorne. Ihre Mutter ist derweil aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes ins Krankenhaus übergesiedelt. Sie denkt nun über ihr Verhältnis mit ihr zu Zeiten ihrer Kindheit nach. Sie war selbst eine S*xarbeiterin, aber versuchte dies stets zu verheimlichen vor ihrer Tochter. Als Alleinerziehende struggelte sie mit den Finanzen, schaffte es aber immer über die Runden zu kommen mit erspartem Trinkgeld, dass sie durch Gesang hinzuverdiente, gab Kurse und veröffentlichte einige Gedichtbände. Ihre Mutter war keine, die oft schimpfte, doch eines Tages kam sie nach Hause, wurde von ihrer Mutter am Arm festgehalten und sie drückte ihre Zigarette an ihr aus, ihr T-Shirt fing dabei Feuer, was die Mutter mit ihrer Tasse Kaffee löschte. Was macht so eine Tat mit einer Tochter?! Brandwunden und eine wulstige Narbe bleiben ihr als Erinnerung, die sie später mit Tattoos zu überdecken versuchte, doch noch heute denkt sie oft an diesen Tag zurück: „Da war ich zwanzig, hatte aber immer noch Angst, an der besonders wulstigen Stelle am Oberarm berührt zu werden. In meiner Erinnerung macht meine Mutter in dem Moment, in dem sie ihre Zigarette an mir ausdrückt, ein irgendwie verzweifeltes, weltvergessenes, getriebenes Gesicht. Es war keine Wut, das spürte ich. Sie war nicht wütend, sondern irgendwie ohnmächtig. An diesen Gesichtsausdruck meiner Mutter dachte ich manchmal, wenn ich in der Bar saß und auf Kundschaft wartete.“ Auch mit Klassismus werden wir in „Die Gabe“ konfrontiert. Die Protagonistin fühlt sich nicht zugehörig zur Gesellschaft, hadert mit ihrer Rolle als S*xarbeiterin: „Es gibt wertvolle und weniger wertvolle Menschen auf der Welt, und wir gehörten zu jenen, die man gemeinhin wohl als weniger wertvoll bezeichnet, jede einzelne von uns.“ Klar und präzise, fast schon sachlich erzählt Suzumi Suzuki eine Geschichte über Prostitution in Japan, weibliche Selbstbestimmung, Suizid, häusliche Gewalt, Klassismus, finanzielle Abhängigkeit und die Abgründe einer Muttter-Tochter-Beziehung. Wichtige Themen, die man nochmal in einem anderen Licht sieht, wenn man weiß, dass die Autorin früher selbst im Rotlichtmilieu als S*xarbeiterin tätig war. Ich hätte mir eine zweite Perspektive gewünscht und zwar die, der Mutter und damit auch eine Umfangserhöhung des Buches. „Die Gabe“ ist definitiv keine Wohlfühlgeschichte, aber sie behandelt Themen, die Aufmerksamkeit verdient haben. Mich hat die Geschichte mit einem diffusen Gefühl zurückgelassen, dennoch bin ich dankbar ein weiteres Werk der japanischen Literatur zu meinen Leseerfahrungen zählen zu können. Denn die asiatische und besonders die japanische Literatur hat einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherherz! Triggerwarnung: Bitte überlegt Euch, ob Ihr gerade die psychischen Kapazitäten für diese Art Geschichte habt! (Themen wie zuvor angesprochen Suizid, S*xarbeit, Drogen, Sucht, häusliche Gewalt)

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
29. Jan.
Rating:4.5

„Die Gabe“ zeigt eindringlich, wie Generationstraumata weitergegeben werden können, aber auch, wie sie überwunden werden können. Es ist ein Buch über Schmerz, aber vor allem über die heilende Kraft von Vergebung. Suzukis schon fast poetische Sprache verleiht der Geschichte eine sanfte, meditative Qualität, die trotz der Schwere des Themas Hoffnung vermittelt. Für Leserinnen und Leser, die sich für Familienbeziehungen, psychologische Tiefe und die Auseinandersetzung mit emotionalem Schmerz interessieren, ist „Die Gabe“ ein absolut empfehlenswertes Werk. Es bietet nicht nur eine intensive Leseerfahrung, sondern regt auch dazu an, über die eigene Art der Konfliktbewältigung und Vergebung nachzudenken.

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER
29. Jan.
Rating:4

Eine Schriftstellerin ist todkrank und will noch ein allerletztes Gedicht schreiben. Dazu zieht sie vom Krankenhaus in die kleine Wohnung ihrer Tochter in Tokios Rotlichtviertel. Die versucht, ihre Arbeit als Hostess vor der Mutter zu verbergen, aber es ist ein komplizierter Tanz der beiden um die Wahrheit und die Beziehung zwischen ihnen bereits belastet. Kann die Mutter das Leben der Tochter akzeptieren? Oder sind sich beide vielleicht ähnlicher, als sie denken? „Die Gabe“ ist der Debütroman der japanischen Soziologin und Kolumnistin Suzumi Suzuki und wurde von Katja Busson ins Deutsche übersetzt. Die Handlung wird ausschließlich aus der Perspektive der Tochter in der Ich- und Vergangenheitsform erzählt – hier wäre der Blickwinkel der Mutter sicherlich auch interessant gewesen, doch diesen erhalten wir nur an einer Stelle gegen Ende des Romans, durch eine andere Figur. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist kompliziert. Schon zu Beginn erfahren wir, dass die Tochter mehrere Narben am Körper trägt, für welche die Mutter verantwortlich ist. Nach und nach kommen weitere Puzzleteile hinzu, bis wir am Ende die Situation kennen, die zu dieser Verletzung geführt hat – dennoch bleibt vieles unklar. Auf der einen Seite steht eine Mutter, deren Erfolg als Schriftstellerin ausblieb und die ihr Kind allein großzog. Auf der anderen Seite ist eine Tochter, die stets ihre Grenzen ausgetestet hat, die sich aber auch mit Schuldgefühlen herumschlägt. Erst der nahende Tod der Mutter ermöglicht einen Dialog zwischen beiden. „Die Gabe“ ist ein stiller, kleiner Roman, in welchem die Protagonistinnen namenlos bleiben und in welchem, objektiv betrachtet, nicht viel geschieht. Dennoch entwickelt der Text eine ungeheure Kraft und schafft es, die Komplexität familiärer Beziehungen darzustellen. Darüber hinaus wird hier auch ein realistischer Blick auf die Arbeit im Rotlichtviertel geworfen. Die Tochter hat alle ihre Freundinnen und Kontakte dort, man unterstützt sich gegenseitig. Allerdings hat sich auch kürzlich eine dieser Freundinnen das Leben genommen. Ein wirklich lesenswerter Roman!

Die Gabe
Die Gabeby Suzumi SuzukiS. FISCHER