bin leider nicht ganz so begeistert. mochte den schreibstil & die erzählweise nicht und auch sonst habe ich mir irgendwie was anderes erwartet.
Surfen mit Verzweiflung
Johanna hat ihre Freundin und ihren Job verlassen - irgendwie undurchdacht und ohne Perspektive für sich selbst sitzt sie nun in Portugal, zwischen Wellen, Surfversuchen und Frauen, die sie liebt - lieben will und von denen sie geliebt werden will. Ein Roman voller Sonne und Wind, voller Gefühl und Sehnsucht, voller Einsamkeit und sexueller Anspannung, voll von Misstrauen und doch auch Vertrauen. Es war anders als erwartet. Durch den Schreibstil kam in so vielen Sätzen Johannas Verzweiflung und Einsamkeit durch - dieses Unwissen, wie das Leben funktioniert, wenn rein objektiv doch alles leicht sein sollte. Kein leichter, fröhlicher Sommer-Roman, keine klassische Surf-Romanze, sondern Queerness, Einsamkeit und Leben lernen.

Eine Protagonistin wie ungesüßter Haferschleim
Ich habe das Buch vor 5 Minuten weggelegt und bin ein bisschen mucksch, aber zunächst zum Positiven: Der Roman ließ sich an den ruhigeren Tagen nach Silvester gut durchlesen und hat ein paar Sommergefühle in den grauen Alltag gebracht. Der Schreibstil ist angenehm und wenig komplex. Die vermittelte Atmosphäre ist ganz nett, die vielen queeren Nebencharaktere, die die Protagonistin Johanna in Portugal kennenlernt und auch Plüschhamster Gerd sind die Sympathieträger:innen. Johanna selbst ist mir zunehmend immer mehr auf die Nerven gegangen. Ich verlange keine fetten Transformationen, aber eine so krasse Porridge-Mentalität ohne jeglichen eigenen Willen, Ambitionen, Interesse an der Welt ist höchst irritierend. Yaaaas girl go & give us NOTHING. Dass sich dann *natürlich* auf den letzten 20 Seiten alles ändert ist irgendwie auch uninspiriert und war ab 2/3 des Buches, in denen bezüglich ihrer Persönlichkeitsentwicklung genau nix passiert ist schon fast vorhersehbar. Trotzdem bin ich enttäuscht. Nett angefangen, stark nachgelassen.
So viel, so schön! 🌊
Ein Surf Roman ohne Surfer Boys trifft es ziemlich gut. Ich hab es geliebt wie sich der Schreib Stil am Meer orientiert- die Themen kommen und gehen in Wellen. Es thematisiert neben meinem Herzensthema Surfen noch so viel mehr. Medienbranche, Ost-West-Handel Konflikte, Mutterschaft, Konflikte mit Eltern, Gender, Queerness, Liebe, Sex, Sinnkrise, Trauma, Mental Health und die Medienbranche. Es ist so echt geschrieben und die Protagonistin so unperfekt und dadurch so nahbar. Definitiv eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. 🌊
Hab etwas anderes erwartet
Ich hatte mir irgendwie etwas anderes vom Buch versprochen. Ich habe das Buch eben beendet und die meiste Zeit hat mich das Buch bzw. haben mich die Figuren im Buch nur genervt und ich war froh als es eben zu Ende war. Jo als Hauptfigur war mir durchgängig viel zu eintönig und eine richtige Charakter-Entwicklung habe ich erst auf den letzten 10 Seiten gespürt, die mir dann persönlich aber zu kurz griff. Ihre Beziehung zu ihren Stofftier Gerd ist auf jeden Fall ein besonderes Stilmittel, dem ich so noch nicht begegnet bin. Erst fand ich es süß, später hat es mich vermehrt genervt und irgendwie habe ich darin keinen Mehrwert gesehen. Die Protagonistin wird in diesem Buch von Szene zu Szene gespült, ohne richtige eigene Handlungsmacht. Für jede schwierige Situation, die ihr widerfährt werden Flashbacks aus ihrer Kindheit erzählt, die letztendlich aber keinen Aufschluss darauf geben, wie es für Jo weitergehen soll. Gefühlt scheint sie von jeder Figur, die länger mit ihr Zeit verbringt, früher oder später, gehasst/verlassen zu werden. Da wäre ich auch niedergeschlagen. Aber irgendwie ändert sich nichts an der Situation und dennoch bekommt sie am Ende einen kleinen Energieschub (gefühlt aus dem Nichts??). Weiß nicht. Die Geschichte hatte für mich irgendwie keinerlei Mehrwert. Ich glaube ich hätte das Buch aus der POV von Luz super cool gefunden, mit Jo als Nebenfigur für die man anfangs als Love-interest rooted bis dann klar wird, dass die beiden sich nicht gut tun, oder so. Was ich zusätzlich irritierend finde ist, dass dieses Buch KEINE Kapitel hat. Irgendwie hat mich das in meinem Lesefluss sehr gestört. Es war wie eine ewige Aneinanderreihung von verschiedenen, zusammenhanglosen Situationen. Zusätzlich finde ich sehr seltsam, wenn das Buch eigentlich deutsch ist, die Dialoge aber auf Englisch. Ich kann sehr gut Englisch sprechen, aber meine Mutter würde zum Beispiel die Hälfte des Buches überhaupt nicht verstehen. Zu Gute muss ich dem Buch halten, dass das Buch Themen aufgreift, die wichtig und absolut unterrepräsentiert sind: Queerfeindlichkeit im Leistungssport, Ost-/West-Nachwirkungen bis heute in Deutschland, Unterschiedliche Meinungen zum Kinderwunsch in Beziehungen, Schwieriges Verhältnis zu den Eltern, Burnout etc. Trotzdem bin ich mir leider sicher, dass dies ein Buch ist, dessen Inhalt ich euch in einem halben Jahr nicht mehr wiedergeben kann.
Sehr gutes Debüt
Ich mochte den Schreibstil sehr und konnte mich (auch als Mann) sehr mit den Figuren identifizieren. Gutes Setting und wer viel gereist ist und in Hostels übernachtet hat, immer wieder neue Menschen ins Leben gelassen hat, wird definitiv anknüpfen können. Ich hoffe auf weitere Bücher dieser Art.
Ich mochte das Setting, aber habe einfach keinen richtigen emotionalen Zugang zu den Charakteren gefunden. Dadurch hat sich das Buch leider sehr gezogen und mich einfach nicht überzeugt🫣🔆
Deutlich unter meinen Erwartungen.
Gutes Buch. Es konnte mich nur auf emotionaler Ebene nicht abholen.
Ich hatte meine Höhen und Tiefen mit diesem Buch. Der Schreibstil war für mich sehr gewöhnungsbedürftig, aber inhaltlich fand ich das Buch sehr schön! Ich fand die Einblicke in diese doch tiefere Thematik (Triggerwarnung checken) sehr spannend ohne, dass das Buch dadurch zu düster wurde.
Oh man ey, Johanni, du bist wirklich lost! (frei nach Gerd) Johanna ist Mitte Zwanzig und macht nach der Trennung von ihrer langjährigen Partnerin, Rosa, Urlaub an der Algarve. Einen dringend nötigen Urlaub, denn sie arbeitet seit sie elf Jahre alt ist als Synchronsprecherin. Doch man kann leider nicht einfach in ein Surfcamp nach Portugal reisen und hoffen, dass sich die eigenen Probleme in Luft auflösen. Davon hat Johanna viele: die lieblose Beziehung zu ihren Eltern, der Liebeskummer, die Einsamkeit und die Panikattacken - alles ist mitgekommen an die Algarve. Vor Ort lernt sie Luz ("mit sch. Lousch") kennen, eine Ex-Profisurferin, deren Karriere abrupt und vor der Zeit endete, und Robyn, eine deutlich ältere Australierin mit zahlreichen Geheimnissen. Johanna verliebt sich direkt in beide. Der Sommer ist schön, Surfen, Sex, keine Männer. Aber "Haus aus Wind" ist kein spicy, happy Strandroman und mit dem Herbst kommen die Konflikte, die Ängste, der Schmerz. Ich habe das Debüt von Laura Naumann ziemlich gern gelesen, ich fand es jedoch ein bisschen überfrachtet was die Figuren angeht. Zu viele Protagonist*innen, deren jeweils eigene Geschichten auch gut eigene Romane haben könnten. All in all 3,8 Sterne! Es war mir manchmal ein bisschen zu viel und zu lang, aber davon ab ist "Haus am Wind" ein sehr guter Roman, nicht nur, aber vor allem auch wegen Gerd! (An einer Stelle wird das I-Wort ausgeschrieben. Doof.)
Eine deprimierende Geschichte, die mich teilweise echt runtergezogen hat, unsympathische Protagonistinnen, selbstabwertende Gedankenmonologe der Hauptprotagonistin, Dialoge alle auf Englisch, dazwischen etwas queer











