1. Apr.
Rating:5

Netter Roman für Zwischendurch, viele Kurzgeschichten-Elemente Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Ich fand den Klappentext interessant und er machte mich sehr neugierig. Cover: Die Frau auf dem Cover wirkt so, als wäre sie gedanklich woanders, da sie aus dem Fenster blickt. Ob sie traurig oder glücklich entspannt ist, kann ich nicht sagen. Das Cover ist irgendwie toll und irgendwie nicht. Es lässt mich zwiespältig zurück. Inhalt: Alex führt ein Doppelleben und verpasst dadurch die OP seiner Tochter, Toni leidet noch immer sehr unter dem Tod ihres kleinen Bruders. Beide sind verbunden, obwohl sie es nicht wissen und sie bewegen sich aufeinander zu. Handlung und Thematik: Ich finde den Aufbau der Handlung super, die Autorin berichtet auf teilweise aufheiternde Weise von Toni und Alex und kommentiert einzelne Szenen. Es gibt immer wieder Zwischensequenzen, in denen ein kurzer Sprung aus der Handlung raus passiert, bei der restlichen Handlung wird immer wieder zwischen Toni und Alex gewechselt. Beide Geschichten sind für sich, sind aber doch miteinander verwoben. Die Autorin hat gut dargestellt, dass man durch viele Zufälle Teil eines Schicksals werden kann. Charaktere: Toni ist geplagt von Schuldgefühlen und Leid. Sie wirkt stellenweise verwirrt, eine direkte Sympathie konnte ich zu ihr nicht aufbauen, aber ich fand ihr Leben interessant. Auch bei Alex konnte ich keine Sympathie aufbauen, das lag aber an seinem Charakter. Ich fand seine Handlungsweisen moralisch grenzwertig. Die Autorin hat ihn aber gut dargestellt. Schreibstil: Dieses Buch hat viel von einer Kurzgeschichte, es gibt keine großartige Einführung, die Charaktere werden nicht allzu tief erläutert und das Ende kam abrupt. Dennoch fand ich es sehr interessant zu lesen. Marion Brasch regte mit diesem Werk zum Denken an und lies einige Fragen offen. Die Perspektivenwechsel auch zur Erzählersicht fand ich abwechslungsreich und gut. Manchmal waren einzelne Situationen verwirrend, aber im Sinne einer Kurzgeschichte darf das ja sein. Persönliche Gesamtbewertung: Eher eine Kurzgeschichte als ein vollständiger Roman. Trotzdem konnte mich die Geschichte begeistern. Vor allem das Ende regte zum Denken an und hinterließ einige offene Fragen. Nette Story für zwischendurch, mir hats gefallen :-)

Lieber woanders
Lieber woandersby Marion BraschS. FISCHER
2. Sept.

Toni und Alex verbindet eine schicksalhafte Begegnung, die sie beide auf ewig zeichnen wird. Irgendwann kreuzen sich dann ihre Wege erneut…. Für mich hat der Klappentext eigentlich schon zu viel verraten. Ich hätte es gut gefunden, wenn die Handlung dadurch nicht so vorhersehbar gewesen wäre. Eine ruhige Geschichte, die sich um Trauer, Verlust und Schuld dreht. Alles in sehr einfacher Sprache und unaufgeregt erzählt. Leider kamen mir die Protagonist:innen nicht so nah, wie ich es gern gehabt hätte. Das Ende war mir dann auch zu konstruiert. Zudem hat für mich persönlich der Klappentext eigentlich schon zu viel verraten. Ich hätte es gut gefunden, wenn zum Einen die Geschichte daher nicht so vorhersehbar gewesen wäre und ich die Figuren auch noch etwas länger hätte begleiten können. Ich hätte mir daher noch mehr Tiefe gewünscht. Gerade weil die Thematik auch extrem ergreifend war. Das gelingt vielen Autoren auch auf wenigen Seiten extrem gut. In diesem Fall, war für mich persönlich die Umsetzung nicht ganz so gelungen. Trotz allem hab ich das Büchlein gern gelesen.

Lieber woanders
Lieber woandersby Marion BraschS. FISCHER