Der bekannte Essayist Pankaj Mishra verwebt in Goldschakal die Nachwirkungen des Imperalismus mit dem wirtschaftlichen und sozialen von vier indischen Studenten: Dem Dalit Virendra, Siva, Aseem und dem Ich-Erzähler Arun. Erzählt in Briefform, erkennbar an Passagen mit Du-Anrede an eine Alia, begleitet man die Lebenswege der vier. Stilistisch ähnelt es in groben Zügen dem britischen Gesellschaftsroman, geprägt von Charles Dickens, sodass man eine Vogelperspektive auf das Leben nur vermeintlicher Einzelschicksale erhält. Aufgepasst, wem in Romanen Belehrungen oder Meinungsäußerungen missfallen: Der Autor lässt es sich nicht nehmen, Essay und Roman zu mischen. Es entsteht eine spannende Mischung aus Erzählung und Abhandlung über globale, postkoloniale Strukturen und das Wirken des inoffiziell weiterlebenden indischen Kastensystems.
20. Apr.Apr 20, 2026
Goldschakalby Pankaj MishraS. FISCHER
