Das Cover gefällt mir zwar überhaupt nicht und ich hätte dieses Buch wahrscheinlich niemals gelesen, wenn es nicht, oh Wunder, für meine Hausarbeit gewesen wäre. Aber ich mochte es. Es ist manchmal alles ein bisschen verrückt aber ich mochte die Charaktere und vor allem die Freundschaft zwischen Gwen und Charles ist richtig schön zu lesen. Es lässt mich auch ein bisschen den Sommer vermissen.
abgebrochen nach ca. 35 Seiten danke, aber nein danke
Ich hab einen Moment gebraucht um reinzukommen und das obwohl die Story sofort und rasant einsteigt. sobald ich angekommen war, hab ich es dafür umso lieber gelesen. Ich mochte beide Hauptfiguren jede auf ihre Art, hab mitgefühlt und mehr als einmal gedacht ach mach doch nicht ach naja okay, wenn du das jetzt brauchst. besonders liebenswert fand ich Charles' Haustiere, aber auch sehr viel Liebe für Sinan. schreiberisch gefielen mir insbesondere die lyrischen Zwischentöne bei Gwen, die Anfangs überraschend kamen, irgendwann sehnsüchtig erwartet wurden.
Der Roman ist ein wilder Ritt auf einem Pony namens Gerd, ist wütendes Schlägern auf verwahrlosten Parkplätzen, ist Melonenkaugummi kauen im heimeligen Kiosk. Charli und Gwen strugglen mit den Allüren ihrer Eltern, mit den Umbrüchen und Verwerfungen des Lebens, mit dem Versuch die Familie, oder auch nur sich selbst zusammenzuhalten. Während Charles ihr geliebtes Berlin verlassen muss, um ihre Eltern auf ihrem Selbstfindungstrip aufs Land in eine Art "Villa Kunterbunt" zu begleiten, führt Gwen ein Doppelleben zwischen Straßengang und reichem Elternhaus. Jede ist auf ihre Art lost - oder sind es die Anderen, die lost sind? Erst in der Mitte des Buches kreuzen sich ihre Wege und gemeinsam stellen sie sich dem Wahnsinn ihrer Zeit. Ich habe beim Lesen einen explosiven Mix aus Melancholie, Rebellion, Liebe, Komik und Gesellschaftskritik erlebt. Mit unglaublich schönen, treffenden, manchmal auch rotzigen Worten fängt Lisa Krusche lebensechte Dialoge, Stimmungen und Befindlichkeiten einzigartig ein. Poetisch anmutende Zeilen sind in Form von Twitter-Meldungen im Text verteilt und geben Gwens Gedankenwelt eine rätselhafte Tiefe. Es macht unglaublichen Spaß, die verschiedenen Motive immer wieder im Text zu entdecken: den Milchzahn, das Steine sammeln, Melonen und mit Farben beschriebene Gefühlszustände. Ich bin absolut begeistert und wünsche mir mehr mehr mehr davon!
Das war wild, rebellisch, wie Puderzucker zwischen Lichtgeistern und Kaugummiblasen, süßer Nebel.




