Sprachlos, aber ein doch so faszinierender Roman. Wenn man sich für Ovid begeistern kann, dann hat man auf jeden Fall Gefallen daran.
Christoph Ransmayr schreibt mit einer Intensität, die mir mal manchmal den Atem geraubt hat. Der ganze Nebenplot von Echo hat mich mehrmals das Buch pausieren lassen. Am Anfang war es schwierig für mich in das Buch hineinzukommen, und er umschreibt sehr viel und langatmig, aber sein Schreibstil war auf eine Art so wirr, dass es mich fasziniert hat, mit welchen Sprachstilen, Analogien, Metaphern etc.man schreiben kann. Die deutsche Sprache ist so wunderschön und vielseitig, dass ich nach dem Buch das Gefühl hatte, man kann ihr nicht gerecht werden. Cotta wird am Ende zu seiner eigenen Metamorphose und dafür, dass er Naso niemals findet, empfindet man seine Sehnsucht nach ihm mit und den Gedanken: irgendwo ist er. Echo wurde so verstummt, sie birgt alle Geheimnisse und Erinnerungen Tomis in sich und ist am Ende nur das Sprachrohr für Naso. Sie nimmt alles in sich auf, klagt nie, sagt nie, aber doch ist in ihr so viel Leid und Schmerz verborgen. Denn hier ist Sprache Macht und mit ihrem Schweigen wird sie derer entzogen. Sie ist die Ruhe in der von Chaos und Stürmen bezeichneten Stadt.


