16. Feb.
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Ein besonderes, etwas "anderes" Buch: 'Im Meer waren wir nie' von Meral Kureyshi hat mich vor allem nach dem Lesen beschäftigt. Während der Lektüre selbst fühlte ich mich nicht überfordert - vielmehr stellt sich mir die Frage: Was genau bleibt? Und mochte ich dieses Buch nun oder nicht? Wir begleiten eine namenlose Ich-Erzählerin in einer Phase des Aufbruchs, irgendwo zwischen Selbstverwirklichung und Verantwortung. Sie kümmert sich um Lili, die nach dem Umzug mit ihrem pflegebedürftigen Mannes in ein Heim und seinem Tod dringend Nähe und Gesellschaft braucht. Ganz fremd sind sich die beiden jedoch nicht: Lilis Enkelin Sophie ist die beste Freundin der Erzählerin, und gemeinsam ziehen sie Sophies Sohn Eric groß. Zudem verbindet die Erzählerin und Lili die Erinnerung an den Verlust einer großen, vielleicht sogar der ersten großen Liebe. Vieles bleibt bewusst unausgesprochen und lässt Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Eine klassische Handlung steht dabei weniger im Vordergrund. Stattdessen lebt der Roman von Momentaufnahmen und den Emotionen, die sie tragen. Er erzählt von besonderen Frauenfreundschaften, Wahlfamilien, Fürsorge, Erinnerungen und Abschieden. Der Schreibstil ist reduziert, melancholisch und poetisch - voller schöner, leiser Sätze. Ich verstehe gut, warum viele Leserinnen und Leser diesen Roman lieben oder lieben werden. Für mich persönlich jedoch steht meist die Handlung stärker im Mittelpunkt, und ich bevorzuge eine weniger poetische Erzählweise. Deshalb war dieses Buch nicht ganz meines. Vielleicht fiel mir diese Rezension gerade deshalb so schwer: Sie kann dem Roman kaum gerecht werden und spiegelt vor allem meinen persönlichen Geschmack wider. Am besten ist es, selbst hineinzulesen- und wenn euch dieses Buch anspricht, euch von ihm tragen zu lassen.

Im Meer waren wir nie
Im Meer waren wir nieby Meral KureyshiLimmat
14. Okt.
Poetisch und melancholisch
Rating:4

Poetisch und melancholisch

„Im Meer waren wir nie“ ist ein autofiktionaler Roman, der durch seine kunstvolle, poetische Sprache und seine melancholische Atmosphäre besticht. Die Geschichte wird nicht in einer klassischen Erzählweise präsentiert, sondern in Szenen, welche die Lesenden tief in das Leben einer besonderen Gemeinschaft eintauchen lassen. Inhaltlich dreht sich das Buch um eine namenolse Ich-Erzählerin, die nach Lili schaut, einer alten Frau, die mit ihrem kranken Ehemann Emil ins Altersheim zieht. Die Erzählerin kennt Lili und ihre Familie bereits gut, insbesondere Sophie, Lilis Enkelin, mit der sie seit ihrer Kindheit befreundet ist. Sophie lebt mit ihrem achtjährigen Sohn in demselben Haus, und die Erzählerin kümmert sich oft um den kleinen Jungen. Die Sprache des Romans ist berührend, poetisch und melancholisch, was die emotionale Tiefe der Geschichte unterstreicht. Die Szenenartige Erzählweise fordert Konzentration, doch sie ermöglicht es, die Figuren und ihre inneren Welten intensiv zu erleben. Das Buch schafft eine intime Atmosphäre, in der die Grenzen zwischen Realität und Erinnerung verschwimmen. „Im Meer waren wir nie“ ist ein kunstvoll erzählter Roman, der durch seine sensible Sprache und die authentische Darstellung menschlicher Gefühle beeindruckt. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und einem durch seine poetische Melancholie berührt.

Im Meer waren wir nie
Im Meer waren wir nieby Meral KureyshiLimmat
17. Sept.
Rating:3

Zunächst lernen wir die 37jährige Ich-Erzählerin kennen und ihre Lieblingsmenschen. In der Wohnung über ihr wohnt Sophie, Freundin seit Kindertagen mit ihrem Sohn Eric, Lili im Altenheim, die sie betreut. Durch viel Selbstreflektionen erfahren wir, was sie gerade beschäftigt, worüber sie nachdenkt und wie sie Geschehnisse einordnet. Das wird in einem melanchonischem Ton erzählt und es entsrehen Frage, wie es mit ihr weitergehen kann, wo ihr Plafz im Leben ist. Teilweise klingt dies fast depressiv, mutlos. Auf jeden Fall ist sie chaotisch und liebevoll. Es ist eine Geschichte von Freundschaft, Zusammengehörigkeitsgefühl, Integration und Bindung, die enge Grenzen setzt und beschränkt. Aber auch von Sehnsucht und langsamer Trennung und Neuanfang. Die Erzählweise ist flüssig und alles geht ineinander über, so dass man aufpassen muss, was gerade tatsächlich geschieht. Man meint den Schmerz der Erzählerin zu spüren. Schöne Worte, die dem Ausdruck verleihen, poetisch, aber gleichzeitig schmerzhaft belastend, schwer. Der melancholische Erzählstil hat mir nicht gut getan, hat mich phasenweise traurig zurück gelassen. Nicht schlecht aber kein Buch für mich. Schade.

Im Meer waren wir nie
Im Meer waren wir nieby Meral KureyshiLimmat
24. Juni
Rating:5

Eine literarische Perle

Es ist keine große, keine dramatische Geschichte, die Meral Kureyshi hier erzählt. Sie erzählt über Alltägliches und dabei über Freundschaft und Familie, über Herkunft und Heimat, übers Jungsein, Altwerden und Sterben. Sie erzählt damit über Wesentliches, erzählt es zart, aber intensiv. Und auch wenn die Geschichte auf eine große Veränderung im Leben der Ich-Erzählerin zusteuert, wird diese selbst nicht erzählt. Diese Geschichte ist wie eine Perle, schön und aus Schmerz geboren… und Freude, Liebe, Zweifeln, Trauer.

Im Meer waren wir nie
Im Meer waren wir nieby Meral KureyshiLimmat