Amerikanische-iranische Familiengeschichte erzählt über 3 Generationen
Moud, ein junger iranisch stämmiger queere Jugendlicher aus Los Angeles besucht mit seinem Vater Saeed seinen Großvater in Iran, der Sterben wird. Während Moud und Saeed nicht die beste Vater-Sohn-Beziehung haben, weil Moud sich häufig nicht verstanden und nicht akzeptiert fühlt von seinem Vater, kriselt es auch in seiner Beziehung. Saeed besucht den Iran und seinen Vater das erste Mal seit 40 Jahren wieder und trägt seine eigenen Geister mit sich herum. Und auch Bakar, der Großvater, hat seine eigenen Geheimnisse. Im Iran trifft Moud auf seine Cousine Ava und ihren mehr als queeren Freundeskreis, der sich immer im Verborgenen treffen muss und fühlt sich endlich angekommen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, auch durch die verschiedenen Sichtweisen aus drei verschiedenen Generationen, die sich abwechseln. Während der Großvater erzählt, wie es war mit seiner Mutter in Los Angeles aufzuwachsen, wo von ihm erwartet wurde Schauspieler zu werden, er aber in seinen besten Freund verliebt war und dafür seine Karriere aufgegeben hat, erzählt Saeed von seiner Rolle in der iranischen Revolution 1979 als der Shah abgesetzt wurde und wie er das Land, dass er liebte und in dem er groß geworden ist, verlassen musste, seine große Liebe aufgeben musste um seine queeren Eltern zu schützen. Und Moud, dessen Freund als weißer Amerikaner viel Meinung zu vielen Themen hat und dabei immer wieder übersieht, dass Moud mit weiteren Diskriminierungsformen zu kämpfen hat und nicht einfach so seine Verbindung in den Iran kappen kann, nur weil der Iran queerfeindliche Politik führt, muss sich entscheiden, ob er diese Beziehung aufrecht erhalten kann. Die Charakterentwicklung war durch die 3 Generationen und somit auch die drei Zeiten zu denen das Buch spielt sehr gut ausgearbeitet und realistisch. Spannend fand ich die Charakterentwicklung von Saeed, der sich mit dem Gedanken anfreunden muss, dass seine Eltern queer sind und damit erstmal gar nicht klar kommt. Das Buch ist keine einfache, keine fröhliche Geschichte, aber sehr einfühlsam und sensibel geschrieben, das Gefühl, sich im Iran akzeptiert zu fühlen sehr schön ausgearbeitet. Immer schwebt über allem der Tod, der dem Großvater naht, aber ich kann es nur aus vollem Herzen weiterempfehlen.


