27. Mai
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Iris Carr befindet sich mit Freunden in einem Hotel in einem kleinen, nicht näher bezeichneten Örtchen in Europa. Nach einem Streit lässt sie die anderen jedoch ohne sie abfahren und macht sich allein auf die lange Rückreise nach England. In ihrem ersten Zug nach Triest lernt sie Miss Froy kennen, Gouvernante einer reichen Familie und auf dem Weg zu ihren Eltern und Hund Sock. Die beiden Frauen freunden sich an, doch als Iris nach kurzem Schlaf erwacht, ist Miss Froy verschwunden. Doch nicht genug: alle Mitreisenden im Abteil behaupten, es habe nie eine Miss Froy gegeben – auch deren ehemalige Arbeitgeberin, die Baroness. Doch Iris kann ihre neue Freundin nicht einfach im Stich lassen und macht sich im Zug auf die Suche. „Die Frau im Zug“ von Ethel Lina White erschien im Original bereits im Jahr 1936 und wurde von Leni Sobez ins Deutsche übersetzt. Für diese Neuauflage wurde die Übersetzung der 1996 veröffentlichten deutschen Ausgabe noch einmal überarbeitet. Es existiert im Übrigen auch eine Verfilmung von Alfred Hitchcock mit dem Titel „Eine Dame verschwindet“. Der Großteil des Romans spielt an Bord des Zuges nach Triest. Iris ist eine interessante Protagonistin. Sie ist eine reiche Erbin, die inzwischen keinerlei Familie mehr hat. Als Ersatz umgibt sie sich mit einer ganzen Horde von Freunden, welche die übrigen Hotelgäste und das Personal mit ihrem lauten, arroganten Verhalten zur Verzweiflung bringen. Iris selbst ist gewohnt, mit Geld um sich zu werfen, weil es ihr nicht wichtig ist. Sich selbst bezeichnet sie als selbstsüchtig und auf das eigene Wohlbefinden fixiert, doch diese Charaktereigenschaften werden in Frage gestellt, als sie sich gegen einen ganzen Zug stellt, um eine Frau zu retten, die sie gerade erst kennengelernt hat. Man muss zugeben, dass der Kriminalfall an sich nicht unbedingt der komplexeste ist, denn es ist recht schnell klar, wo die arme Miss Froy sich wohl befinden muss. Dafür überzeugt „Die Frau im Zug“ aber mit seiner Protagonistin Iris und mehreren kleineren Nebenhandlungen über die Mitreisenden. Ethel Lina White verdient auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit!

Die Frau im Zug
Die Frau im Zugby Ethel Lina WhiteDörlemann