Liebenswerte Kleinstadthölle. Pfitzenmaier hat eine irrwitzige, irre witzige Geschichte geschrieben, bei der das Motto lautet: Nicht nachdenken, einfach reinfallen lassen. Nur das Ende ist ausbaufähig.
Zeitreise zurück in die Jugend in Niedersachsen
Zunächst langatmig. Mir gefiel jedoch gleich die Disparität zwischen der Innenwelt der Protagonisten und der Außenwelt: Sieht Timo wirklich aus wie eine Pflanze oder hat er eine Körperwahrnehmungsstörung? Wie lange schläft Valerie tatsächlich? Außerdem habe ich mich absolut in meine Jugend in einer Kleinstadt in Niedersachsen zurückkatapultiert gefühlt.
Buch mit Kult-Charakter!
Abgespaced, witzig-dramatisch, klug... Außergewöhnlich! Zunächst hatte ich tatsächlich Probleme, dran zu bleiben da sich die Handlung sehr plätschernd und ausgeschmückt aufbaut. Doch dann führen die verschiedenen Handlungsstränge zu solch unglaublich faszinierenden Gedankenspielen oder amüsanten Dialogen. Jeder Satz wirkt wie ein kleines Kunstwerk aber trotzdem schwerelos, dabei aber auch gleichzeitig rebellisch und trotzig. Themen wie Integration, Abgrenzung, Einsamkeit, Familie, das Dilemma des Erhaltens von Kultur gegenüber dem Lösen davon, Umgang mit der Jugend und ihr Verhalten selbst werden aus einem sehr ungewöhnlichen und dadurch sehr authentischen Blickwinkel beleuchtet. Ich werde das Buch sicher nochmal lesen, weil es mich sehr fasziniert hat.
„Ein wilder Ritt“
Eine Mitleserin aus meinem Buchclub nannte das Leseerlebnis einen „wilden Ritt“. Da kann ich ihr nur zustimmen. Das Buch regt teilweise zum nachdenken an, es ist an manchen Stellen schwer dran zu bleiben und an anderen Stellen mag man nicht aufhören zu lesen. Die Charaktere sind wirklich spannend. Die Jugendlichen befassen sich sehr mit ihrer eigenen Identität, wie das „Dorfleben“ als Jugendlicher ist. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis und man muss den Schreibstil mögen.
Ein sehr sprunghaftes Buch . Für meinen Geschmack waren es zwischen den einzelnen Pesonen zu schnelle Sprünge . Ich habe die ersten 100 Seiten 2 mal gelesen und mir vieles notieren müssen um einen besseren Zusammenhang zu finden . Irgendwie habe ich etwas anders vom Klappentext erhofft

Sehr vielseitiges Buch mit tiefen Themen und realitätsbezug. Vor allem was für Leute vom Dorf.
Ich hoffe ich bin nicht zu sehr voreingenommen, weil ich 6 Jahre in dem Ort gewohnt habe, in dem die Geschichte hauptsächlich spielt und ein paar Jahre mit dem Autor zu tun hatte. Aber die Gefühle, die die jungen Protagonisten fühlen, kann ich zum großen Teil nachvollziehen. Am Anfang kam ich sehr schwer ins Buch rein, weil so viele verschiedene Chataktere auf einmal vorgestellt werden. Das erste Kapitel fand ich sehr geil, weil ich alle Plätze und Szenen in eigener Erinnerung wiedergeben konnte. Für alle die den Ort nicht kennen, es ist exakt so wie er es beschreibt. Das zweite Kapitel hat mich dann inhaltlich stark abgeholt, da ich selbst auch aus dem Dorf raus wollte und nach Hannover gezogen bin, wo ein neuer eigenständiger Lebensabschnitt begonnen hat. Dieser Drang von vielen Leuten vom Dorf in die Großstadt zu ziehen ist enorm und unbeschreiblich. Sven Pfizenmaier spiegelt dieses Gefühl mit viel Übertreibung wider. Die Hyperpeln fand ich persönlich an manchen Stellen too much. Besonders inspiriert hat mich die kurze Szene zum Thema Alltagsrassismus. Diese hat mich dazu veranlasst das Video auf youtube von wissen2go zum Thema Russlanddeutsche zu schauen. Kann ich nur empfehlen. Zum Ende habe ich auf Grund des Titels "Avalon" ein Highlight erwartet, aber so wie es gelöst wurde kommt es noch viel besser. Ich bin auf die anderen Werke von ihm gespannt, die definitiv auf die Wunschliste kommen. Sorry für die schwammigen Formulierungen, aber ich möchte nicht zu viel spoilern :)
Leider total schwierig zu verstehen
Also eigentlich ist die Story total interessant, sonst hätte ich dieses Buch ja nicht gekauft :D Aber leider wurde ich beim lesen total enttäuscht. Zunächst war es sehr schwierig in das Buch reinzukommen, sodass ich erst ab hälfte des Buches die Protagonisten unterscheiden konnte. Auch der restliche Teil war für mich komplett verwirrend und zum Teil auch leicht verstörend. Außerdem wäre eine Triggerwarnung angebracht bei der imensen fokussierung auf den Drogenkonsum. Insgesamt leider sehr enttäuschend.
Das Buch ist voller Merkwürdigkeiten. Ich kann nicht erklären wieso, aber ich mochte es.
„Die Masse ist aufgeheizt, Gruppenbildung unmöglich, Individuen fluktuieren aufeinander zu und voneinander weg, wechselnde Ziele treiben sie vom Essen zum Alkohol zur Musik zum Alkohol zur Bühne zum Alkohol.“ Eingefahrenes Dorfleben trifft abgefahrene Drogendealer, das waren die Aspekte, die mich weniger mitnahmen, aber dann gab es auch bewegende Gefühle, die dem Roman Tiefe verliehen.
Beschreibung Ein provinzielles Dorf in Deutschland, wie es sie zu Tausenden gibt, mit einem Kreisel, einer Bank und einem alljährlichen Fest. Die Teenager Timo, Valerie und Richard haben jedoch keinen Anschluss in der Gemeinschaft gefunden und versuchen als Außenseiter ihren Weg zu finden. Als das Mädchen Flora eines Tages spurlos verschwindet, macht sich ihre Schwester auf die Suche nach der Vermissten. Dabei setzt sie auf die Unterstützung der drei Außenseiter, ohne zu wissen, in welches Eulennest sie da reingeraten… Meine Meinung Mit seinem Debüt»Draußen feiern die Leute« legt Sven Pfizenmaier mehr als einen gewöhnlichen Dorfroman vor, denn in seinem Werk verknüpft er mystisch-kreative Ideen mit Coming-of-Age und auch ein Stückchen Krimi. Schauplatz der surrealistischen Story um Außenseiter-Jugendliche ist ein kleines Dorf in Niedersachsen, in der Nähe von Hannover. So weit, so unspektakulär. Würze kommt durch die außergewöhnliche Zeichnung der Jugendlichen ins Geschehen. Timo kleidet sich auch im Sommer mit langen Pullovern, weil er sich für seine pflanzenartigen Gliedmaßen schämt, doch halt, er ist tatsächlich ein Pflanzengeschöpf. Bei Valerie sind es Träume, die sie in einen so tiefen Schlaf ziehen, dass sie 45 Tage an einem Stück durchschlafen kann und Richard wirkt auf jeden, der sich in seiner Nähe befindet wie ein Beruhigungsmedikament. Wichtige Themen im Verlauf des Erwachsenwerdens, werden von Sven Pfizenmaier in dieser bunten und herrlich erfrischenden Darstellungsform untergebracht. Es geht um das Gefühl zum eigenen Körper, das zu Hause sein und darum seinen Platz in der Welt zu finden. Besonders bei Valerie geht es aber um Zugehörigkeit, denn als Deutsche mit russischen Wurzeln ist sie in beiden Kulturen fremd. In diesem Dorf gibt es außer Valeries Familie noch einige weitere russische Migrantenfamilien und dann ist da noch Flora, die eines Tages spurlos verschwindet. Wie das alles mit dem sagenumwobenen Drogenboss Rasputin aus Hannover zusammenhängt, versucht ihre Schwester Jenny mit den drei Außenseitern herauszufinden. Zwischen allen Absonderlichkeiten und dem florierenden Geschäft mit Drogen, hat man das Gefühl wie Alice durchs Kaninchenloch in eine schrullige Welt gefallen zu sein, in der die normalen Regeln ausgehebelt sind. Mit »Draußen feiern die Leute« wird mit viel Fantasie und schrulliger Komik das Anderssein gefeiert, und das in einem Umfeld, in dem Anpassung Trumpf ist. Ein herrlicher Roman, der gekonnt die Atmosphäre der Jugendzeit auf einem Dorf einfängt, das nicht viel mehr als ein (Zwiebel)Fest und eine Kneipe zu bieten hat und dabei mit mystisch-psychedelischen Facetten besticht. Fazit Ein abgefahrener Debütroman über das Erwachsenwerden auf dem Dorf, Integration und Drogenhandel. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 19.05.2022
Schulbuch halt, muss man durch. Hätte das Buch niemals freiwillig gelesen. Die Mischung aus Realität mit Fantasy Elementen war schrecklich, meins ist es leider gar nicht. 🫠 Das Ende wurde leider auch nicht aufgelöst und blieb somit komplett offen, was ich persönlich auch nicht mag. 🙈
Also ich hab nicht gefeiert
Ich bin mir sicher, eigentlich hätte das Buch mehr Sterne verdient gehabt, aber ich hatte leider kein Lesevergnügen dabei. Sprachlich ist das hier wirklich eine Kunst. Aber es wird mir dann doch auch schnell langweilig mit dieser Art von Kunst. Die Charaktere sind auch nicht gut gezeichnet. Manche sind als merkwürdige Kreaturen beschrieben, was bei mir eher für Verwunderung als Begeisterung sorgt. Und mit keiner einzigen Person habe ich irgendwelche Gefühle. Und ich kann mir nicht helfen, aber für mich wirkt die Geschichte wie ein KI-Generiertes Video, wo bspw. eine Katze plötzlich in ein Blumenfeld zerfällt. Ich kann es nicht anders beschreiben. Ich ahne schon: hier wird die Erwartungshaltung der Lesenden herausgefordert, aber für mich nicht auf gute Art. Irgendwie tut es mir wirklich leid, aber mehr als 2 Sterne kann ich nicht geben... Lese-Soundtrack: Depesche Mode
???
Dieses Buch war für mich sehr schwer zu lesen und war irgendwie auch so Sinnlos - und ich habe den Sinn dahinter wirklich gesucht. Lediglich eine Szene (mit Rasputon im Auto) fand ich wirklich gelungen und Inhaltlich klasse. Das Ende hinterlässt leider noch mehr Fragezeichen:(
Ich glaube kein Klappentext und keine Rezension kann es wirklich schaffen, dieses Buch gut zu beschreiben. Für mich ist es so ein sehr abgedrehter, übernatürlicher Dorfroman, der mir sprachlich ein abwechslungsreiches Buffet aufgetischt hat, um mich dann mit vollem Mund lauthals lachen zu lassen. Zwischendurch konnte ich wiederum kaum fassen, was ich da gerade am lesen war.. Trippy!
Wahrscheinlich ein gutes Buch, aberes war überhaupt nicht meins
Humor kann eine durchaus komplizierte Angelegenheit sein. In diesem Buch habe ich das einmal mehr gemerkt In der Nähe von Hannover befindet sich ein Dorf, wie es Tausende davon in Deutschland gibt. In der Mitte ein Kreisverkehr, ein traditionelles Fest, auf dem sich jeder trifft (und übergibt) und Jugendliche, die sehr schnell an ihre Grenzen stoßen, in der Eintönigkeit der eingefahrenen Gemeinde. Regelmäßig verschwinden aus dieser Gemeinschaft Jugendliche, mutmaßlich im schönen Hannover und eine Clique junger Leute, die locker miteinander verbunden ist und fast ausschließlich ihre Wurzeln in Kasachstan hat, möchte der Sache auf den Grund gehen. Dabei weiß man nicht, wer skurriler ist – Valerie, die über Wochen schlafen kann, um dann plötzlich aufzuwachen und ihr Leben zu leben - bis zur nächsten Schlafattacke? Richard, der, sobald er an einem vorbeigeht, die Leute dermaßen entspannt, dass sie sich in einen Slowmotion Modus begeben, oder vielleicht Timo bei dem man nicht genau weiß, ob er ein Mensch oder eine Pflanze ist? Jenny, die am Ende ihrer Pubertät regelmäßig aggressive Ausbrüche gegen ihre Eltern rauslässt, kommt einem da schon fast zu normal vor. Nicht zu vergessen Danik, Dima und Doktor Dobrin, die wie Tick, Trick und Track immer nur zu dritt auftreten und dabei kognitiv eher an die Marx Brothers erinnern. Ach ja, und dann ist da noch Rasputin, der mutmaßliche Drogendealer, der sofort unsichtbar wird, wenn sich ein Polizist in seiner Nähe befindet… ihr seht schon ein bunter Potpourri an schrägen Vögeln. Das könnte lustig sein - und genau da liegt das Problem. Mein Humor wird nicht mal ansatzweise getroffen. Die Geschichte bewegt sich zwischen einer ironischen Spannungs-Satire auf das Dorfleben und deren Insassen und Generationenkonflikten, die teilweise abstruse Ausmaße annehmen. nicht nur die Kinder, auch die Eltern sind ja alle irgendwie ein bisschen lala. Klar ist das Personal schon sehr kreativ konstruiert, aber ich werde zunehmend durch so überzeichnete Charaktere abgeschreckt. Vielleicht hat mein Humorzentrum eine altersbedingte Bindegewebsschwäche und es kommt deshalb hier nur ein müdes Ha Ha raus. Weil das ganze ziemlich anstrengend ist, konnte mich auch der Spannungsbogen nicht bei Laune halten. Im Gegenteil, manchmal war ich richtig mies drauf, wenn ich es zur Hand nehmen sollte. Aber irgendwann hatte ich es dann doch geschafft, in der Hoffnung auf ein grandioses Ende. Spoiler: Auch das gab’s für mich nicht. Ich glaube nicht, dass es sich hier um ein schlechtes Buch handelt, es ist einfach nur nicht meins, da kann ich noch so darum kämpfen es zu mögen. Wenn ihr also ein Herz für Charaktere habt, die immer ein bisschen drüber sind und ihr Euch mal in einer strapaziösen Umgebung umschauen wollt, inklusive einer menschlichen Eule und jede Menge Drogen, dann lasst euch von Sven Pfizenmeier glücklich machen.
Eine teils wilde Fahrt durch die Provinz und der Frage, wieso es die Jugend fort treibt und wohin eigentlich.
Sven Pfizenmaiers Roman „Draußen feiern die Leute“ fühlt sich an wie eine kleine Reise in die Vergangenheit, mit der Frage, warum junge Menschen so oft die Provinz verlassen wollen und warum andere vielleicht bleiben. Mit wundervollen, manchmal verrückten, Bildern zaubert der Autor in einer spannenden Sprache eine Geschichte die sich an das Motto hält: „Zwei Upper - Ein Downer.“ „Draußen feiern die Leute“ ist auf jeden Fall ein Buch, welches ich empfehlen kann. Vielleicht gerade dann, wenn Mensch sich fragt, wo geh ich hin oder wo soll ich bleiben.
Langatmig, absurd und trotzdem unterhaltsam.
Ich habe mich relativ lange gefragt worauf die Geschichte hinaus möchte. Ich mochte die Charaktere und die Stimmung die sich beim Lesen ausgebreitet hat.
Ab der Mitte hat die Geschichte Fahrt aufgenommen, aber ließ mich am Ende fragend zurück. Sprachwitzig und gekonnt im Dialog hat mich das Debüt dennoch überzeugt.
Irgendwie komisch. So richtig habe ich das Buch nicht verstanden. Unwirklich
In einem Dorf verschwindet eine Jugendliche. Andere machen sich auf die Suche nach ihr. Irgendwie ein komisches Buch. Anfangs dachte ich noch, dass die Gesellschaft in einem Dorf bei einem Fest betrachtet wurde, doch dann wurden die " Außenseiter " komisch. Sie schliefen mehrere Wochen oder alles in ihrer Umgebung ermüdete. Die Personen konnte ich irgendwann auseinander halten aber eine Beziehung aufbauen konnte ich nicht. Drogen spielten auch eine große Rolle und eine Eule, die ein Mensch zu scheinen seid. Ein für mich seltsames Buch.
Was genau soll das?
Das Buch hat mich wirklich amfangs in den Bann gezogen, gegen ende bin ich einfach nur verwirrt. Vielleicht habe ich den Sinn dahinter wirklich einfach nicht verstanden….
Ich habe gelacht und geschmunzelt aber auch genickt und die Personen im Buch verstanden. Die "klassischen" und teilweise seltsamen Momente / Unterhaltungen in Dorf würden richtig gut einfangen und wiedergegeben. Aber auch viele Problematiken von "Wo gehöre ich hin ?" zu "Wieso bin so ?" wurden auf eine angenehme Art thematisiert. Eigentlich bin ich kein Fan von offenen Enden, hier hat es jedoch ausnahmsweise sehr gut gepasst. Ich freue mich schon, es wieder zu lesen, sobald ich 3/4 ( leider und zum Glück ) wieder vergessen habe. Nur leider hat mir für die vollen Sterne"etwas" gefehlt. Ich kann leider nicht benennen, was es ist.

Skurrile, witzige Geschichte aus der Region Hannover
Mich hat es leider nicht umgehauen - obwohl ich in Niedersachsen aufgewachsen bin und viele Strukturen und Stimmungen wiedererkannt habe. War etwas enttäuscht von den - für mich - platten Charakteren und vom Ende.
Beschreibung Ein provinzielles Dorf in Deutschland, wie es sie zu Tausenden gibt, mit einem Kreisel, einer Bank und einem alljährlichen Fest. Die Teenager Timo, Valerie und Richard haben jedoch keinen Anschluss in der Gemeinschaft gefunden und versuchen als Außenseiter ihren Weg zu finden. Als das Mädchen Flora eines Tages spurlos verschwindet, macht sich ihre Schwester auf die Suche nach der Vermissten. Dabei setzt sie auf die Unterstützung der drei Außenseiter, ohne zu wissen, in welches Eulennest sie da reingeraten… Meine Meinung Mit seinem Debüt»Draußen feiern die Leute« legt Sven Pfizenmaier mehr als einen gewöhnlichen Dorfroman vor, denn in seinem Werk verknüpft er mystisch-kreative Ideen mit Coming-of-Age und auch ein Stückchen Krimi. Schauplatz der surrealistischen Story um Außenseiter-Jugendliche ist ein kleines Dorf in Niedersachsen, in der Nähe von Hannover. So weit, so unspektakulär. Würze kommt durch die außergewöhnliche Zeichnung der Jugendlichen ins Geschehen. Timo kleidet sich auch im Sommer mit langen Pullovern, weil er sich für seine pflanzenartigen Gliedmaßen schämt, doch halt, er ist tatsächlich ein Pflanzengeschöpf. Bei Valerie sind es Träume, die sie in einen so tiefen Schlaf ziehen, dass sie 45 Tage an einem Stück durchschlafen kann und Richard wirkt auf jeden, der sich in seiner Nähe befindet wie ein Beruhigungsmedikament. Wichtige Themen im Verlauf des Erwachsenwerdens, werden von Sven Pfizenmaier in dieser bunten und herrlich erfrischenden Darstellungsform untergebracht. Es geht um das Gefühl zum eigenen Körper, das zu Hause sein und darum seinen Platz in der Welt zu finden. Besonders bei Valerie geht es aber um Zugehörigkeit, denn als Deutsche mit russischen Wurzeln ist sie in beiden Kulturen fremd. In diesem Dorf gibt es außer Valeries Familie noch einige weitere russische Migrantenfamilien und dann ist da noch Flora, die eines Tages spurlos verschwindet. Wie das alles mit dem sagenumwobenen Drogenboss Rasputin aus Hannover zusammenhängt, versucht ihre Schwester Jenny mit den drei Außenseitern herauszufinden. Zwischen allen Absonderlichkeiten und dem florierenden Geschäft mit Drogen, hat man das Gefühl wie Alice durchs Kaninchenloch in eine schrullige Welt gefallen zu sein, in der die normalen Regeln ausgehebelt sind. Mit »Draußen feiern die Leute« wird mit viel Fantasie und schrulliger Komik das Anderssein gefeiert, und das in einem Umfeld, in dem Anpassung Trumpf ist. Ein herrlicher Roman, der gekonnt die Atmosphäre der Jugendzeit auf einem Dorf einfängt, das nicht viel mehr als ein (Zwiebel)Fest und eine Kneipe zu bieten hat und dabei mit mystisch-psychedelischen Facetten besticht. Fazit Ein abgefahrener Debütroman über das Erwachsenwerden auf dem Dorf, Integration und Drogenhandel. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 19.05.2022
Wer behauptet, Deutsche hätten keinen Humor, der sollte das Debüt von Sven Pfizenmaier lesen: Dieses Buch sprüht nur so vor Witz. Und das ist nicht nur irgendwelcher derber Humor, sondern oft unglaublich komische Situationen und völlig absurde Personen (freut euch schon mal auf die Eule). In einem Dorf in der Nähe von Hannover ist nicht allzu viel los. Highlight ist noch das alljährliche Zwiebelfest. Wie überall gibt es auch hier ein paar Außenseiter. Als immer mehr junge Leute verschwinden, darunter auch die Schwester einer Schülerin, versucht sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Daraufhin wird das Leben im Dorf gründlich auf den Kopf gestellt. Ich will gar nicht zu viel verraten, lest das Buch am besten selbst. Mir hat es wirklich gut gefallen. Nicht nur der Humor hat mir sehr gut gefallen, sondern auch, wie feinfühlig teilweise aufgezeigt wurde, was es heißt anders zu sein, nicht dazuzugehören, egal in welcher Form. Ein äußerst gelungenes Debüt!
























