Meine Erwartungen waren sehr hoch. Von dem Klappentext ausgehend, stellte ich mir eine rasante Komödie mit schwarzem Humor vor.
Ich fand es sehr langatmig und bin nur dran geblieben, weil ich wissen wollte ob Avischai den Nobelpreis gewinnt oder nicht.
Avischai ist ein heiß gehandelter Kandidat für den Wirtschaftsnobelpreis. Unglücklicherweise erleidet er nur eine Woche vor Bekanntgabe des Preises einen Herzinfarkt. Seine vier langjährigen Freund*innen Jehuda, Sohara, Nili und Amos beschließen ihn öffentlich am Leben zu lassen, um ihm die Chance auf den Nobelpreis zu ermöglichen - ob er das nun gewollt hätte oder nicht. Dabei stoßen sie auf unterschiedlichste Probleme und Situationen, die sie an ihrem Vorhaben zweifeln lassen.
Was erstmal actionreich und witzig (im Sinne von dunkelschwarz-humorig) anmutet, entpuppt sich als Roman, der versucht wesentlich mehr Tiefe zu erreichen, als auf dem Klappentext ersichtlich wird. "Versucht" deshalb, weil es bei mir leider nicht ankam. Ja, die vier Freunde stoßen nach und nach auf ihre eigenen verdrängten Abgründe und Geheimnisse und auch auf unbekannte Schwächen der anderen, aber das Verfolgen der Gedankengänge und der Dialoge zwischen den Freunden zogen sich sehr.
Ich fürchte, auch hier vermieste mir meine Erwartungshaltung wieder das Buch. Es ist keinesfalls schlecht - wirklich nicht. Wer nach dem Klappentext aber eine schnelllebige, schwarze Komödie erwartet, wird - zumindest teilweise - enttäuscht. Was mich bei der Stange hielt war die Frage, ob Avischai den Nobelpreis tatsächlich bekommen würde. Ansonsten hätte das Buch gern 100 Seiten weniger haben dürfen.
Was mich sehr gestört hat, waren die unterschiedlichen Schreibweisen Jehudas, die im Buch auftauchten: ein Mal Jehuda, ein anderes Mal Yehuda. Ich finde gerade in Hinsicht auf Namen darf so etwas nicht passieren - vor allem nicht an gleich mehreren Stellen im Buch.
Übersetzung: Helene Seidler