Ein dystopischer Albtraum über KI, Kontrolle und kriminalisierte Träume - beklemmend kühl und erschreckend real verfasst.
Erschreckendes Szenario. Teilweise langatmig. Wenig Auflösung. Bisschen zu philosophisch für mich. Dennoch gut. Wichtig. Viel Stoff zum Nachdenken.
Beklemmend - und erschreckender Weise vorstellbar
Es fängt extrem spannend an - man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen. Die Spannung flacht nach meinem Empfinden ein wenig ab, aber verschwindet niemals ganz. Auch wenn man sich wenig bis gar nicht in die Lage der Protagonistin hineinversetzen kann, fühlt man doch stark mit und wird sich über eigene Selbstverständlichkeiten bewusst. Das Szenario ist extrem beklemmend, realitätsfern und doch nicht völlig unvorstellbar. Insgesamt ein tolles Buch und mal etwas ganz Anderes - zumindest für mich. Einen halben Stern Abzug für stellenweise Längen, die sich aber jedes Mal schnell gelegt haben.
Beklemmend, beunruhigend und sehr eindringlich. Der Roman The Dream Hotel von Laila Lalami ist eine zutiefst beklemmende und zugleich erschreckend real wirkende Dystopie, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Im Mittelpunkt steht Sara Hussein, eine Archivarin, Histrikerin und Mutter, die nach einer Reise bei der Einreise in die USA festgesetzt wird. Der Grund ist kein begangenes Verbrechen, sondern eine Prognose: Ein staatlich eingesetzter Algorithmus hat ihre Träume analysiert und darin ein angebliches Gewaltpotenzial erkannt. Auf dieser Grundlage wird sie in ein sogenanntes „Retention Center“ gebracht – eine Einrichtung, die offiziell der Prävention dient, tatsächlich aber wie ein Gefängnis funktioniert. Der Roman schildert eindringlich, wie Sara in diesem System aus Überwachung, Datenauswertung und undurchsichtiger Bürokratie gefangen ist. Sie versucht verzweifelt zu verstehen, wie ein Traum – etwas Unkontrollierbares, Intimes – als Beweis gegen sie verwendet werden kann. Während sie auf eine Neubewertung ihres Falls wartet, begegnet sie anderen Frauen, die aus ähnlich abstrusen Gründen interniert wurden. Durch diese Begegnungen wird deutlich, dass das System nicht einzelne Ausnahmen betrifft, sondern strukturell auf Kontrolle und Machterhalt ausgelegt ist. Besonders eindrucksvoll ist, wie nüchtern und beinahe sachlich die Behörden argumentieren – immer im Namen der Sicherheit, immer gestützt auf Daten. Gerade diese Kälte macht die Geschichte so unglaublich beunruhigend. Sara ist keine Heldin im klassischen Sinn, sondern eine realistische Figur mit Ängsten, Zweifeln und wachsender Wut. Ihre Sorge um ihre Familie, ihre Ohnmacht gegenüber der algorithmischen Entscheidung und ihr langsames Begreifen der Tragweite dieser Technologie machen die Handlung intensiv und greifbar. Die Vorstellung, dass nicht Taten, sondern Wahrscheinlichkeiten bestraft werden, wirkt erschreckend plausibel, weil sie sich konsequent aus heutigen Entwicklungen rund um Big Data und Predictive Policing ableitet. Genau darin liegt die enorme Stärke des Romans: Er fühlt sich nicht wie ferne Science-Fiction an, sondern wie eine mögliche nächste Stufe unserer Gegenwart. Besonders begeistert hat mich, wie dicht die Atmosphäre ist. Es gibt keine lauten Actionmomente, sondern eine stetige, wachsende Beklemmung. Die Enge des Retention Centers, die permanente Beobachtung, die scheinbar objektiven, aber unmenschlichen Bewertungen – all das erzeugt ein Gefühl von Ausgeliefertsein, das lange nachwirkt. Gleichzeitig ist der Text präzise und klar erzählt, ohne pathetisch zu werden. Diese Zurückhaltung verstärkt die Wirkung nur noch mehr. The Dream Hotel ist damit nicht nur spannend, sondern zutiefst verstörend. Der Roman stellt die Frage, wem unsere Daten gehören und was geschieht, wenn Algorithmen über Freiheit entscheiden. Er wirkt so real, dass man sich beim Lesen unwillkürlich fragt, wie weit wir von einer solchen Realität tatsächlich entfernt sind. Ein eindringliches, klug konstruiertes und unglaublich beunruhigendes Buch, das mich gleichermaßen fasziniert und erschüttert hat
Düstere Dystopie
Wenn Träume zur Gefahr werden Laila Lalami entwirft in Dream Hotel ein bedrückend realistisches Zukunftsszenario, das Fragen nach Freiheit, Vertrauen und staatlicher Kontrolle aufwirft. Die Geschichte um Sara Hussein, die aufgrund ihrer Traumdaten als potenzielle Gefahr eingestuft und interniert wird, wirkt erschreckend plausibel. Lalami erzählt in klarer, präziser Sprache und mit psychologischem Feingefühl, wie Angst und Willkür das Leben einer jungen Mutter aus den Fugen reißen. Besonders beeindruckend ist, wie sie die Grenze zwischen Realität und Traum verschwimmen lässt und damit die Verletzlichkeit des Individuums in einem technokratischen System sichtbar macht. Ein spannendes, intelligentes Buch mit starkem gesellschaftskritischem Impuls – das Ende ist zwar etwas abrupt, aber passt logisch und lässt Raum für eigenes Weiterdenken.

Das Buch hat mehr mit mir gemacht, als ich am Anfang erwartet habe. Bürokratie, Willkür, Machtmissbrauch, KI, Algorithmen, Kontrolle, Geldgier. Aber auch Freundschaft, Hoffnung, Zusammenhalt, Kampfgeist, Stirn bieten, nicht unterkriegen lassen. Das Buch vereint echt vieles in einem. Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit und Traumszenen. Das war an manchen Stellen irritierend, an manchen hat es sich mir persönlich zu sehr in die Länge gezogen, gerade der Mittelteil.

Dystopie mit Längen.
Im Roman 𝐷𝑎𝑠 𝐷𝑟𝑒𝑎𝑚 𝐻𝑜𝑡𝑒𝑙 erzählt Laila Lalami die Geschichte von Sara Hussein, die nach einer Geschäftsreise am Flughafen aufgehalten wird. Der Grund: Ihr persönlicher Risikowert ist zu hoch. Eine staatliche Behörde hat anhand ihrer Traumdaten berechnet, dass sie eine potenzielle Gefahr für ihren Ehemann darstellen könnte. Zu seiner „Sicherheit“ wird Sara für 21 Tage in einer Einrichtung namens Madison festgehalten – ohne die Möglichkeit, ihren Mann oder ihre kleinen Zwillinge zu kontaktieren. Doch aus den angekündigten drei Wochen werden Monate. Fast ein Jahr später lebt Sara noch immer im Madison, gemeinsam mit anderen Frauen, die unter permanenter Überwachung stehen, strenge und oft absurde Regeln befolgen müssen und als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Die Welt, in der das spielt, ist eine nahe Zukunft der USA, in der Künstliche Intelligenz fast alle Lebensbereiche beherrscht. Die Grundidee des Romans ist extrem spannend und erschreckend realistisch – totale Überwachung, präventive Verbrechensbekämpfung und Profitgier fühlen sich leider sehr nah an unserer Gegenwart an. Trotzdem konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die Geschichte zieht sich, wiederholt sich oft und verliert dadurch an Spannung. Schade, denn das dystopische Konzept hatte großes Potenzial, das für mich leider nicht ausgeschöpft wurde.
Die Spannung im Buch war sehr gut aufgebaut. Sehr guter Schreibstil.
Leider nicht überzeugt
Algorithmen, die Risikowerte für Menschen berechnen. Das klingt nicht allzu fern. Ich bin ein großer Dystopie-Fan und die Idee klang wirklich gut. Viel mehr Gutes konnte ich an dem Buch jedoch nicht finden. Die Umsetzung ist leider nicht so gut gelungen, denn das Erzähltempo war stellenweise sehr langatmig, Spannung habe ich vermisst und auch die Figuren waren mir zu eindimensional. Schade.
Eine der spannendsten Dystopien, die ich je gelesen habe – vielleicht auch nicht zuletzt deshalb, weil so vieles darin wirklich nicht allzu weit weg vom Rahmen des Möglichen scheint. Man ist schnell in der Story drin und erfährt durch den Wechsel von Gegenwart und Vergangenheit sehr viel über die Protagonistin Sara Hussein, ihr Leben, ihre Träume und Ängste. Die Geschichte ist dabei so clever konzipiert, dass ich irgendwann selbst nicht mehr wusste, was real ist und was nicht. Der Spannungsbogen hält sich bis zum Schluss und das Ende lässt tatsächlich auf einen zweiten Band hoffen. Ich bin dankbar dafür, das Buch geschenkt bekommen zu haben – sonst wäre es vielleicht an mir vorbeigegangen und mir wäre mein Jahreshighlight entgangen.
Clever konstruierte dystopische Geschichte. Die einen sehr nachdenklich stimmt. Leseempfehlung

Als Sara von einer Konferenz in London zurück nach Amerika reist, wird sie am Flughafen von einer Sicherheitsbeamtin heraus gezogen. Auf weitere Befragungen durch das Sicherheitspersonal folgt der Schock: Saras Risikowert ist zu hoch, sie wird 21 Tage in einer Einrichtung namens Madison einbehalten und unter Beobachtung gestellt. Ihren Mann und ihre zwei Kinder darf sie vorher nicht mehr sprechen. Fast ein Jahr später befindet sich Sara noch immer im Madison, sie und die anderen Bewohnerinnen stehen unter permanenter Überwachung, müssen absurde Regeln befolgen und werden als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Sara hat nur ein Ziel: Ihre Freiheit wiedererlangen. Laila Lalami legt mit "Das Dream Hotel" eine beängstigend reale Dystopie vor, die sich insbesondere mit der Überwachung durch KI und der Verbrechensbekämpfung beschäftigt. Schauplatz ist die USA der Zukunft, KI ist in so gut wie alle Lebensbereiche vorgedrungen, selbst die Träume der Menschen werden durch einen (freiwillig) implantierten Neurotransmitter gesteuert. Verbrechen sollen präventiv durch einen Risikowert, den jeder Mensch erhält, vermieden werden. Dass in diesen Risikowert auch Träume mit einfließen, ist der Protagonistin Sara nicht bewusst - ebensowenig, dass sie die Weitergabe und Verarbeitung ihrer Träume durch ihre Zustimmung zu den AGBs des Neurotransmitter-Herstellers erlaubt hat. Sowohl die Kontrolle, unter der die Bevölkerung steht, als auch die Verwahrung potentieller "Verbrecher*innen" in Zentren wie dem Madison haben mich beim Lesen zutiefst erschreckt, erscheinen sie doch in Zeiten der Masseninhaftierung von Geflüchteten an Amerikas Grenzen und Überwachungsunternehmen wie Palantir nicht weit hergeholt. Am Ende geht es allen Beteiligten nur um Profite - auch das spiegelt sich in unserer aktuellen Zeit wieder. Hierin steckt das große Potential von Lalamis Roman, das sie auch beinahe voll ausgeschöpft hat, lediglich einige lose Erzählstränge am Ende haben mich ein wenig gestört. "Das Dream Hotel" ist augenöffnend, realistisch und trotz seiner fast 500 Seiten durchweg spannend, wenn auch sehr fordernd. Von mir gibt es eine Leseempfehlung! Übersetzt von Michaela Grabinger.

Dieses Buch ist wirklich gut!
Eine Zukunft, die gar nicht so dystopisch erscheint. Technologie ist nicht mehr wegzudenken. Die Smartsysteme wissen Bescheid, welche Lebensmittel du noch vorrätig hast, oder verhelfen dir Dank Neuroimplantate zu einem erholsamen Schlaf. Dass diese Technologien nicht nur Vorteile bringen wird Sata spätestens klar, als sie am Flughafen herausgezogen wird. Ihr Risikowert sei zu hoch, was bedeutet, man habe u.a. mit Hilfe ihres Implantats herausgefunden, dass sie in Träumen ihrem Mann etwas angetan hat. Um diese zukünftige Straftat zu unterbinden, wird sie in eine spezielle Einrichtung gebracht. Dort soll sich ihr Risikowert wieder senken und dann darf sie auch wieder nach Hause. So einfach die Theorie, es ist ja schließlich kein Gefängnis… Diese Ungerechtigkeit, die auf jeder Seite lauert, hat mich beim Lesen wütend gemacht. Man möchte Sata sagen, dass sie lieber still sein und nicht auffallen soll, ihr gleichzeitig aber auch das Gegenteil raten. Dieses Buch wühlt auf, weil es sich nach einer Zukunft anfühlt, die auch schon bei uns an die Tür klopft. Noch dazu ist es toll geschrieben. Gegenwart, Vergangenheit und Traum wechseln sich ab und sind manchmal erst spät als solche zu erkennen. Gleichzeitig werden immer mal wieder Protokolle aus den Besprechungen der Aufsehenden der Einrichtung eingestreut, sowie Beschwerdenersuche oder Emails. All das trägt zum Gesamtbild bei und lässt Verzweiflung und Machtlosigkeit der Einbehaltenen deutlich werden. Ein rundum gelungener Roman der Lust macht, noch mehr von der Autorin zu lesen. Große Leseempfehlung meinerseits!

Die beste Dystopie seit Jahren!
Das Dream Hotel" spielt in einer nahen Zukunft in der allen Bürger*innen ein Risikowert zugeteilt bekommen, der sich aus verschiedenen Daten des digitalen Fußabdrucks und realen Ereignissen zusammensetzt. Saras Wert ist aufgrund ungünstiger Umstände ausgerechnet dann zu hoch, als sie von einer Flugreise zurückkehrt, sodass sie in Präventivhaft genommen wird. Was dann passiert ist einfach unglaublich. Betreiber der Anstalt ist ein Privatunternehmen, das ungeniert Macht auf die einbehaltenen Frauen ausübt. Beim Lesen war es völlig unvorhersehbar, wie sich die Geschichte entwickelt. Lalami gelingt es eine wahnsinnige Spannung aufzubauen. Oft war es für mich kaum auszuhalten, die Seite zu Ende zu lesen, ohne ins nächste Kapitel vorzublättern um zu sehen, ob es gut ausgehen wird. Selbst auf den letzten fünf Seiten hat mich die Autorin nochmal zum Schwitzen gebracht. Es passiert wahnsinnig viel und trotzdem ist das Buch in keinster Weise überladen. Ich hätte noch ewig weiterlesen können. Würde Lalami eine Reihe aus jeder Insassin der Anstalt machen, ich würde jeden Teil vorbestellen und verschlingen. Für mich ist das eindeutig die beste Dystopie seit Jahren und ich bin mir sicher, auch mein Jahreshighlight. Wer klassische Dystopien wie "1984" oder "Der Report der Magd" mag, wird auch von diesem Roman begeistert sein. Er kann locker mit diesen Büchern mithalten oder sie sogar übertreffen. Aktualität und Spannung haben auf mich eine solche Faszination ausgeübt, dass ich das Buch quasi durchgehend mit angehaltenem Atem gelesen habe. Schon lange fiel es mir nicht mehr so schwer, ein Buch zur Seite zu lesen. Gleichzeitig habe ich mich darum bemüht, es langsam zu lesen, weil ich schon wusste, wie traurig es sein wird, wenn es beendet ist. Dieser Roman ist wirklich der Pageturner des Jahres. Es bräuchte eigentlich die Kategorie "5 Sterne plus". Absolute Empfehlung!
Täuschend echt!
Als die Hauptfigur Sara in ihre HeimatLos Angeles zurückkehrt, wird sie am Flughafen von einem Beamten des Amts für Risikobewertung aufgehalten. Der Grund ist, dass ihr Risikowert zu hoch ist und sie eine Gefährdung für ihr Umfeld darstellen könnte. Daraufhin wird sie unter Beobachtung gestellt und verbringt einige Zeit mit anderen Frauen in Gewahrsam. Laila Lalami hat eine wahnsinnig spannende Geschichte geschrieben. Die 500 Seiten sind schnell zu lesen und man möchte das Buch gar nicht mehr weglegen. Besonders gefallen haben mir die Perspektivwechsel, Mailverläufe sowie auch die Protokolle aus der Anstalt. Dies macht das Buch spannend und verleitetet einen dazu, es nicht wegzulegen. So perfide das Buch auch ist, es zeigt eine reale Bedrohung und macht darauf aufmerksam, wie mit den eigenen Daten umgegangen werden sollte.














