Eine gute und wichtige Geschichte, die sowohl etwas traurig als auch herzerwärmend ist.
Clare O'Dea hat hier ein Stück schweizer Geschichte zu Papier gebracht, das sonst kaum Beachtung findet. Es ist Abstimmungstag 1959 über das Frauenstimmrecht in der Schweiz. Wir begleiten Vreni, Margrit, Esther und Beatrice an diesem Tag. Alle kommen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und haben ein anderes Alter. Doch etwas verbindet sie; sie sind alle gespannt auf das Ergebnis. Die Leben sind auch sonst noch verknüpft, das wäre aber hier vorgegriffen. O'Dea hat hier eine sehr empathische Geschichte über einen Tag im Februar 1959 geschrieben, auf den die Schweiz nicht stolz sein kann. Es sollte erst 12 Jahre später den Frauen erlaubt sein in der Schweiz zum politischen Körper dazuzugehören. Gut recherchiert, O'Dea ist auch eine gute Journalistin, und sehr intim beschreibt sie die Gefühlslage der vier Frauen an diesem Tag vor und nach dem Ergebnis. Ein Stern Abzug, da ich mich zuerst etwas an den Stil gewöhnen musste, und ich teilweise gerne etwas mehr über die Charaktere erfahren hätte. Dennoch eine sehr überzeugende und nachdenklich machende Geschichte.
