"enemies" to lovers, repetitiv, süß
„Don’t Be Shy! 1“ ist ein zweibändiger BoysLove Manga, der in einer, in zwei geteilten, Stadt spielt, in der jeweils eine Gruppe von freiwillig Helfenden die zivile Bevölkerung beschützt und somit der Polizei bei der Festnahme und Verfolgung von Kriminellen und Unruhestifter*innen hilft. Oder anders gesagt: Sie sollen für eine zusätzliche Sicherheit und Ordnung in den Stadtteilen sorgen. Auf der Westseite dieser Stadt gibt es eine Gruppe unter dem Anführer Tetsuji, während im Osten die Gruppe unter Sou agiert. Beide Protagonisten empfinden Gefühle füreinander, von denen der andere aber nichts weiß. (no worries. Das war kein Spoiler 😋) Jedoch hat einer der beiden Probleme die eigenen Emotionen zu verbalisieren – auszudrücken – und diese dem anderen zu zeigen. Dadurch, dass aber die zwei Helfer*innengruppe unabhängig voneinander arbeiten, kommt es oft zu unvorhergesehenen zufälligen Treffen, bei denen es zwischen den zwei Anführern gerne zu Missverständnissen kommt. (Es sind keine, die einem als Leser*in wirklich aufregen. Eher witzige, über die man schmunzelnd den Kopf schütteln muss.) ♡♥︎♡ Typisch für einen Manga, fallen die Szenen schwarz-weiß aus. Und tatsächlich hat mir diese klassische Darstellung anfangs Schwierigkeiten bereitet Tetsuji und Sou voneinander zu unterschieden. Zwar sehen beide Charaktere auf dem farbigen Cover unterschiedlicher nicht aus, jedoch verschwimmen die Charakteristiken in der Story sehr. Ein sehr auffälliges Merkmal, die beide voneinander unterscheidet, sind deren Frisuren und Haarfarben. Doch habe ich Sou erst nach einer Weile frontal von Tetsuji unterscheiden können, welches den Lesefluss anfangs gestört hatte und zu Verwirrungen geführt hat. Doch die minimalistische Charaktervorstellung am Anfang des Buches hat mir bei dem Problem dann etwas geholfen. Natürlich keine ideale Situation, um in einen Manga reinzustarten, aber zumindest hat das Buch mich bei seinem selbstverschuldeten Problem weiterbringen können. But no worries, aus den anderen Perspektiven und wenn man sich dann auch an die zwei gewöhnt hat und in der Story richtig drin ist, hatte sich die Problematik aufgelöst. ☆★☆ Ein Detail, der mir Freude bereitet hat, waren die Szenen, in denen die Charaktere in einem Bruchteil richtig schön und detailreich illustriert wurden sind. In Filmen wäre das dieser typische Move, wenn man sich ab dem ersten Augenblick in eine Person verguckt hat und jede Bewegung in Slowmotion gefilmt wird. Genau diese Szenen haben mich in dem Manga unfassbar gecatcht. Der Perspektivwechsel und die Lichtreflexionen wurden dabei echt clever eingearbeitet. Die Ausschnitte waren da ein echtes Meisterwerk. So schön zum Anschauen! 🥺 ♡♥︎♡ Ich beginne mal gleich mit einem Aspekt, der mich etwas gestört hat: der Plot – beziehungsweise der Aufbau und die Ausarbeitung des Handlungsstranges. Die einzelnen Kapitel haben mehr die vibes einer Anerneiderreihung von OneShots, die immer nach dem gleichen Schema ablaufen: Es gibt einen Fall, bei dem sich dann Tetsuji und Sou begegnen und dann das typische Missverständnis entsteht, welches in klägliche Versuche und Misserfolge endet. Diese sich wiederholenden Schemata langweilten mich dann. Vor allem, weil die Story an sich Potenzial hätte, wenn es eben anders aufbereitet gewesen wäre. Die Empfindungen wären stärker spürbar gewesen. Die Anspannung hätte mehr geknistert. Und die Atmosphäre des Buches hätte prägnanter gewirkt. Mir fehlte in dem gesamten Band einfach die zusammenhängende Geschichte und der Spannungsbogen. Mir ging das alles irgendwie zu schnell, ohne dass wirklich etwas passiert ist. Die Fortschritte waren zu abrupt, während die Story zwischen ihren Kapiteln zusammenhangslos blieb. ☆★☆ Nichtsdestotrotz war das Ende echt süß. Es hat den sich ziehenden Lauf der Geschichte nicht wett gemacht, fühlte sich aber wie eine kleine Belohnung, an dass ich solange durchgehalten habe. ☆★☆ Die Kapitel an sich – also die OneShots, wie ich sie so schön genannt habe – waren einzeln betrachtet auch witzig und amüsant. Und auch wirklich cute! Das sollte man echt nicht unterschätzen. Die Qualität nimmt eben erst ab, wenn ich das Gesamtpaket betrachte. ☆★☆ Die Aufmachung der Geschichte an sich hat mich ein wenig an Romeo und Julia erinnert, obwohl es an sich zwischen den zwei Gruppen – beziehungsweise zwischen Tetsuji und Sou - keine Rivalität gibt. Ich denke, dass diese Romeo und Julia vibes durch Sou entstanden sind, der durch seine Schüchternheit ein wenig den Anschein erweckt, dass er einen Groll gegen Tetsuji hat. Dadurch entsteht wie automatisch eine augenscheinliche Rivalität, ohne das sie wirklich existiert – ein kleiner Rahmen getunkt in das feeling von Romeo und Julia. ☆★☆ Ein Move den ich von der Autorin Aki Yukara sehr gefeiert habe, war das Einbringen von der Thematisierung s3xu3ller G3walt gegenüber weiblich gelesenen Menschen – auch mit Hinblick in der Öffentlichkeit. Es war irgendwie eine erfrischende Seite, die ich so in der Mangawelt noch nicht wirklich miterleben durfte. (Wiederrum bin ich da aber auch noch nicht so drin. Habe auch erst meinen Fuß in diese Welt gesetzt.) ☆★☆ Ich bin tatsächlich gespannt, wie sich die Dynamik zwischen Tetsuji und Sou in dem zweiten Teil weiter entwickeln wird und wie sich dort dann der Plot verändert und den Fortlauf der Geschichte weiter ins Rollen bringt.

















